An vielen Orten habe sich die Gewalt gegen die Polizei und Rettungskräfte gerichtet: «Wieder wurden Polizisten und andere Rettungskräfte verletzt und Polizeifahrzeuge brutal zerstört.» Die Notrufnummer in den Niederlanden war in der Silvesternacht landesweit überlastet, weshalb die Behörden die Bevölkerung aufriefen, nur bei lebensbedrohlichen Situationen den Notruf zu wählen.
Die Lage in großen Städten
In Deutschland war die Polizei nach Angriffen auf Einsatzkräfte in den vergangenen Silvesternächten verstärkt vor allem in Städten unterwegs. Allein in Berlin waren 4.300 Polizisten im Einsatz. Es gab Dutzende Böller-Verletzte, und Hunderte vorläufige Festnahmen - und doch verlief die Berliner Neujahrsnacht nach Einschätzung der Polizei ruhiger als in den vergangenen Jahren.
In Hamburg wurden nach bisherigen Erkenntnissen zehn Polizisten verletzt. Sie konnten ihren Dienst nicht fortsetzen, wie die Polizei mitteilte. Bremens Innensenatorin Eva Högl kritisierte die Angriffe auf Polizisten und Feuerwehrleute in der Silvesternacht als «erschreckend». In Leipzig wurde die Polizei ebenfalls mit Pyrotechnik angegriffen. Auf die Einsatzkräfte wurden diverse Böller geworfen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Polizisten errichteten unter anderem in dem für Ausschreitungen bekannten Stadtteil Connewitz Absperrungen.
Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Hermann Gröhe, verurteilte die Angriffe gegen Rettungskräfte in der Silvesternacht scharf: «Die zunehmende Gewalt gegen Rettungskräfte – leider gerade auch in der Silvesternacht – ist ein erschreckendes Zeichen für die wachsende Verrohung in Teilen unserer Gesellschaft», sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Die Feuerwehr musste in zahlreichen Städten wegen Bränden ausrücken. Gleich mehrere Dachstühle gerieten in der Silvesternacht in Hagen in Nordrhein-Westfalen in Brand. Das Feuer habe von einem brennenden Baum zunächst auf ein Haus übergriffen, sagte ein Polizeisprecher. Von dort hätten die Flammen die Dächer zweier weiterer Objekte eines Gebäudekomplexes entzündet, die Gebäude brannten vollständig aus. Nun wird ermittelt, ob der Brand durch einen Feuerwerkskörper hervorgerufen wurde.
Ein Brand im Dachstuhl eines historischen Gebäudes am Domplatz in Erfurt griff auf zwei angrenzende Häuser über. Laut der Feuerwehr löste vermutlich eine Silvesterrakete den Brand aus.
Happy New Year und Feliz Ano Novo
Mit dem traditionellen Ball Drop am Times Square begrüßte New York City das neue Jahr. Punkt Mitternacht senkte sich die leuchtende Kugel am weltberühmten Times Square und markierte den Beginn des neuen Jahres. Hunderttausende Menschen feierten mit in den Himmel gerichteten Blicken den Jahreswechsel in Midtown Manhattan.
Hunderttausende Menschen begrüßten in der brasilianischen Küstenmetropole Rio de Janeiro mit Feuerwerk und Musik das neue Jahr. Um Mitternacht begann ein zwölfminütiges Feuerwerk, das von 19 Flößen vor dem Strand des Stadtteils Copacabana abgefeuert wurde. 1.200 Drohnen schwebten über den Feiernden und malten Bilder in den Nachthimmel. Die Stadtverwaltung rechnete mit fünf Millionen Besuchern bei den Feierlichkeiten in der ganzen Stadt. Erst am Dienstag war Rio de Janeiro vom Guinness-Buch der Rekorde für das Vorjahr als Metropole mit der größten Silvester-Party der Welt ausgezeichnet worden.
Datumsgrenze wanderte 26 Stunden über den Globus
Insgesamt 26 Stunden dauerte es, bis der ganze Globus in das neue Jahr gerutscht war. Amerikanisch-Samoa, das nur 220 Kilometer östlich von Samoa im Pazifik auf der anderen Seite der internationalen Datumsgrenze liegt, war der letzte bewohnte Ort der Erde, der das neue Jahr begrüßte - zwölf Stunden nach Deutschland.