Der Facebook-Konzern Meta will Nutzern Künstliche Intelligenz an die Hand geben, die rund um die Uhr für sie aktiv sein soll. Das geht enorm ins Geld.
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg richtet den Meta-Konzern voll auf Künstliche Intelligenz aus. Sogenannte KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben erledigen können, sollen Ziele der Nutzer erkennen und dann «Tag und Nacht» arbeiten, um sie zu erreichen, wie der 41-Jährige erklärte. Auch solle KI direkt auf einzelne Personen zugeschnittene Inhalte erstellen. Zu Zuckerbergs Vision gehört auch eine Shopping-KI, die Menschen helfen soll, Dinge zu besorgen, die sie interessieren.
Derzeit werde viel darüber gesprochen, dass Künstliche Intelligenz Menschen ersetzen werde, sagte der Meta-Chef. «Stattdessen denke ich, dass KI die Möglichkeit von Menschen verstärken wird, das zu tun, was man will.» Dabei könne es zum Beispiel darum gehen, die eigene Gesundheit oder Beziehung zu verbessern, zu lernen oder persönliche Karriereziele zu erreichen. «Die Menschen werden in Zukunft wichtiger sein, und nicht umgekehrt.»
Drastische Folgen für Meta-Belegschaft
Als Arbeitnehmer innerhalb des Konzerns werden derweil vor allem jene Beschäftigten wichtiger, die produktiv mit KI arbeiten können. Am 20. Mai sollen rund zehn Prozent der Belegschaft entlassen werden, wie der Konzern jüngst ankündigte. Außerdem sollen etwa 6.000 derzeit freie Stellen nicht besetzt werden.
Meta hatte zum Jahreswechsel knapp 79.000 Beschäftigte. Damit dürften die Entlassungen rund 8.000 Menschen treffen.
Der Investor und langjährige Branchenanalyst Gene Munster sieht einen Widerspruch zur öffentlichen Kommunikation der Firma: Zuckerberg übertünche mit seinen Visionen, dass Facebook «das aggressivste Unternehmen beim Ersetzen von Menschen durch KI» sei, kommentierte er auf der Online-Plattform X.
KI beschleunigt Neuentwicklungen um ein Vielfaches
Zuckerberg verwies erneut darauf, dass immer häufiger ein oder zwei Mitarbeiter binnen einer Woche etwas entwickelten, wofür früher größere Teams Monate gebraucht hätten. «Wir stellen bei der nächsten Evolution unseres Unternehmens diese Leute in den Mittelpunkt», sagte er. Und Teams sollten nicht größer sein als nötig.
Was genau das auf lange Sicht für die Belegschaft bedeuten wird, ist unklar. «Wir wissen nicht wirklich, was die optimale Größe des Unternehmens in der Zukunft sein wird», räumte Finanzchefin Susan Li auf Analysten-Nachfragen ein.