Kinderehe soll verboten werden: Das sieht das Gesetz vor

Kinderehen durch Imame sollen in Deutschland verboten werden. Das habe das Bundesinnenministerium auf der Agenda.

Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, sollen alle religiösen Eheschließungen zwischen Minderjährigen verboten werden.


Eine Kinderehe zu schließen ist eine Ordnungswidrigkeit


Wer gegen das Verbot verstößt, begehe nach den Vorstellungen des Ministeriums eine Ordnungswidrigkeit und solle mit einem Bußgeld bestraft werden. Im Gespräch seien bis zu 1.000 Euro.

Dem Bericht zufolge hat das von Thomas de Maizière (CDU) geführte Bundesinnenministerium diesen Vorschlag in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu den Kinderehen gemacht. Die Arbeitsgruppe zu den Ehen Minderjähriger war Anfang September ins Leben gerufen worden und soll bis Jahresende Ergebnisse vorlegen.
Wie viele verheiratete Kinder und Jugendliche gegenwärtig in Deutschland leben, kann nur geschätzt werden.
Im Ausländerzentralregister waren im Sommer dieses Jahres 1.475 verheiratete Jugendliche verzeichnet, davon 481 unter 16 Jahren. 1.152 minderjährige Ehepartner waren Mädchen. Im Ausland von Minderjährigen geschlossene Ehen werden unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland anerkannt. Das deutsche Recht schreibt ein Mindestheiratsalter von 18 Jahren vor, in Ausnahmen von 16 Jahren.