In Deutschland gibt es als Sonderform für gleichgeschlechtliche Paare die eingetragene Lebenspartnerschaft, die keine völlige Gleichstellung zum Eherecht bietet. Der Entertainer Hape Kerkeling (52) hält eine Einführung der "Ehe für Alle" indes für überfällig. "Ich finde es beschämend für Deutschland, dass das nicht schon längst geschehen ist", sagte er dem Magazin "Der Spiegel". Eine Demokratie müsse sich immer daran messen lassen, wie sie mit ihren Minderheiten umgehe.

Mit dieser Meinung steht Kerkeling nicht allein: Laut einer Umfrage im Auftrag der "Bild am Sonntag" findet die Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau t in der Bevölkerung breite Zustimmung. Laut Umfrage sind 75 Prozent für die "Ehe für Alle". 20 Prozent äußerten sich ablehnend, vier Prozent sind unentschlossen oder machten keine Angabe. Bei der Umfrage wurden 501 repräsentativ ausgewählte Menschen befragt.

Kerkeling, der erst kürzlich als Delegierter der CDU den Bundespräsidenten mitwählte, kritisiert die Partei im "Spiegel" dafür, dass sie eine Gleichbehandlung homo- und heterosexueller Paare ablehnt. "Also, Frau Merkel, ran an die Buletten", so der Entertainer. "Das schaffen Sie!"

Am Donnerstag hatte Kerkeling durch sein Management bestätigen lassen, dass er seinen Lebenspartner geheiratet hat. Details wurden nicht genannt. Zu seinem Privatleben verliert der Fernseh- und Filmstar, der 1991 vom Schwulenaktivisten Rosa von Praunheim in einer Talkshow geoutet wurde, stets nur wenige Worte. dpa/epd