• Welche Impfschäden und Nebenwirkungen gibt es bei der Corona-Impfung?
  • In Deutschland wurden schon über 160 Millionen Impfdosen verabreicht
  • Das Paul-Ehrlich-Institut hat Nebenwirkungen und Impfschäden bei Corona-Impfungen ausgewertet
  • Auch Todesfälle nach einer Covid-19-Impfung wurden untersucht

Fast 162 Millionen Impfdosen in Deutschland, unglaubliche 9,93 Milliarden weltweit (laut our world in data): In rasender Geschwindigkeit wurde die Impfung gegen Covid-19 vorangetrieben. Was als enormer Erfolg der Medizin gelten sollte, wird von vielen Menschen auch kritisch beobachtet. Nicht nur Impfskeptiker zeigen sich angesichts der schnellen Freigabe der Corona-Impfstoffe verunsichert: Kann ein Impfstoff, der innerhalb weniger Monate entwickelt wurde, wirklich sicher sein?

Corona-Impfung: Paul-Ehrlich-Institut legt Daten zu Impfnebenwirkungen vor

Diese Frage zu beantworten ist Aufgabe des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Das PEI ist in Deutschland für die Arzneimittelsicherheit verantwortlich, wertet Meldungen zu Nebenwirkungen aus und bewertet Risiken und Nutzen von Medikamenten. Dies tut es bereits seit Jahrzehnten, einer breiten Öffentlichkeit ist das Institut jedoch erst seit der Corona-Pandemie ein Begriff.

Ende Dezember 2021 legte das PEI seinen neuesten Sicherheitsbericht zur Covid-19-Impfung vor. Darin wurden die Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach einer Corona-Impfung analysiert. Es ging dabei um Meldungen aus dem Zeitraum vom  27.12.2020 bis zum 30.11.2021. Etwas über 123 Millionen Impfdosen wurden in diesem Zeitraum verabreicht, knapp 197.000 Meldungen zu Impfnebenwirkungen gingen ein (0,16 Prozent). Dabei handelt es sich allerdings um Verdachtsfälle, bei denen ein Zusammenhang zwischen Impfung und unerwünschter Reaktion medizinisch noch nicht belegt wurde. 

Bei diesen Meldungen sind alle unerwünschten Reaktionen enthalten - also auch Meldungen zu Kopfschmerzen oder Schmerzen an der Einstichstelle. Natürlich kann die Zahl dieser eher leichten Impfreaktionen deutlich höher liegen - denn sicherlich nicht jede*r Geimpfte meldete solche leichten Symptome. Impfskeptiker und besorgte Menschen interessieren sich sowieso eher für Impfschäden: Also „die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung", wie es das Robert-Koch-Institut ausdrückt. Damit gemeint sind also langfristige Schäden durch die Impfung. Übrigens: "Langzeitfolgen" von Impfungen - also Schäden, die sich erst nach mehr als sechs Monaten oder sogar erst Jahren zeigten - wurden bei noch keiner Impfung in der Medizingeschichte beobachtet. Genauere Erklärungen zum Unterschied von Impfschäden und Nebenwirkungen gibt es hier

Zahlen zu Impfschäden und Todesfällen

Da Betroffenen von Impfschäden eine staatliche Unterstützung zusteht, werden diese Fälle statistisch genau erfasst und geprüft. In Bayern ist dafür beispielsweise das "Zentrum Bayern Familie und Soziales" (ZBFS) zuständig. Laut Stern gingen dort bis Mitte Januar 2022  insgesamt 272 Meldungen ein - bei insgesamt über 25 Millionen Impfungen (ein Anteil von 0,001 Prozent). Da die Prüfung einige Zeit in Anspruch nimmt, wurden erst 9 Fälle bearbeitet: Davon wurden 4 anerkannt, drei abgelehnt und zwei vom Antragsteller zurückgezogen. 

Nach einer Corona-Impfung kam es zudem auch zu einigen Todesfällen. Bis Ende November 2021 wurden dem PEI insgesamt 1919 Todesfälle in zeitlicher Nähe (bis zu 289 Tage nach der Impfung) gemeldet. In 78 Fällen kam das PEI zu dem Schluss, dass ein Zusammenhang mit der Impfung wahrscheinlich ist oder zumindest nicht ausgeschlossen werden konnte. Dies entspricht einem Anteil von 0,00006 Prozent. 

Auch die statistische Analyse gibt keine Hinweise auf eine Gefahr durch die Corona-Impfstoffe: "Ein Vergleich der Anzahl der gemeldeten Todesfälle im Abstand von einem Tag bis sechs Wochen nach einer COVID-19-Impfung mit der im gleichen Zeitraum statistisch zufällig zu erwartenden Anzahl der Todesfälle (Daten des Statistischen Bundesamtes) ergab für keinen der vier bisher in Deutschland eingesetzten COVID-19-Impfstoffe ein Risikosignal", so das Paul-Ehrlich-Institut.