Während die Bundesregierung derzeit uneins über den weiteren Kurs in der Corona-Pandemie ist und der Gastronomieverband Dehoha schnellstmöglich bundesweite Lockerungen fordert, wird der Wunsch nach Öffnungsschritten langsam auch bei den Bürgern größer.

Nach einer Insa-Umfrage im Auftrag der Bild am Sonntag (BamS) gibt es in der Bevölkerung zum ersten Mal seit längerem eine Mehrheit, die sich für Öffnungsschritte ausspricht.

Corona-Stimmung in Deutschland: Jetzt ist eine Mehrheit für Lockerungen 

Für die Sonntagszeitung hatte das Meinungsforschungsinstitut Insa am Freitag, 4. Februar, insgesamt 1002 Personen befragt. Das Ergebnis: 49 Prozent sind für Lockerungen, 44 sind dagegen.

Nach der Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen befragt, lehnt eine Mehrheit folgende Regelungen ab:

  • 53 Prozent gab an, dass sie die 2G-Regeln im Einzelhandel nicht mehr sinnvoll finden (sinnvoll: 42 Prozent).
  • Kontaktbeschränkungen für Geimpfte würden 66 Prozent abschaffen und 27 Prozent beibehalten.
  • 2G plus in der Gastronomie finden 49 Prozent nicht mehr sinnvoll und 47 Prozent sinnvoll.

Mehrheit weiter für Masken und Kontaktreduzierung von Ungeimpften

Allerdings gibt es auch zwei Maßnahmen, die die Deutschen beibehalten wollen.

Die Mehrheit spricht sich für Maskenpflicht in bestimmten Bereichen und die Beschränkungen der Kontakte für Nicht-Geimpfte aus:

  • In Bussen und Zügen (71 Prozent), im Einzelhandel (65 Prozent) und in den Schulen (58 Prozent) wollen die Deutschen auch weiterhin eine Maskenpflicht.
  • Deutliche Unterstützung gibt es auch für die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. 64 Prozent finden sie sinnvoll.

Inzidenz am Sonntag erstmals über 1400

Die Fragestellungen der Umfrage lauteten: Sollten die aktuellen Corona-Maßnahmen in Deutschland gelockert werden? (ja/nein). Welche der folgenden Corona-Maßnahmen sind Ihrer Meinung nach aktuell sinnvoll und welche nicht sinnvoll? (2G im Einzelhandel, 2G+ in Kultureinrichtungen, 2G+ in der Gastronomie, 3G im öffentlichen Fern- und Nahverkehr, FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel, FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV, Kontaktbeschränkungen für Geimpfte, Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, Maskenpflicht in Schulen, Quarantäne für Menschen, die positiv auf Corona getestet wurden, Schließung von Clubs und Diskotheken, Testpflicht in Schulen).

Unterdessen hat die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite 7-Tage-Inzidenz hat am Sonntag (6. Februar 2022) erstmals die Schwelle von 1400 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 1400,8 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1388,0 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1156,8 (Vormonat: 285,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 133.173 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 118.970 Ansteckungen. Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.

41 neue Todesfälle

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 41 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 59 Todesfälle. 

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Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 5,45 an (Donnerstag: 5,00). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 8.058.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 118.717.

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