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Coronavirus

Corona-Krise: Erste Banken begrenzen Bargeld-Ausgabe

Die Kunden heben während der momentanen Coronavirus-Pandemie mehr Bargeld als gewöhnlich ab. Da die Banken ihre Versorgung für die Breite der Gesellschaft sicherstellen wollen, limitieren einige Banken nun ihre Beträge.
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Auch an den Banken geht die Corona-Pandemie nicht spurlos vorbei. Alle versichern allerdings weiterhin sei die  Bargeldversorgung gewährleistet. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa
Auch an den Banken geht die Corona-Pandemie nicht spurlos vorbei. Alle versichern allerdings weiterhin sei die Bargeldversorgung gewährleistet. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Die verstärkte Nachfrage nach Bargeld in der momentanen Corona-Krise hat einzelne Sparkassen und Banken veranlasst, Grenzen für Barabhebungen zu ziehen. Laut den Angaben der Frankfurter Allgemeinen (FAZ) hätten Kunden Schwierigkeiten gehabt, bei ihrem Institut an Beträge über 10.000 Euro oder mehr zu kommen.

Diese Beispiele stammen aus Hamburg,Heidelberg und Nordrhein-Westfalen. Die Sparda-Bank Baden-Württemberg schließt am Mittwoch ihre Filialen bis auf Weiteres und hat am Automaten die Höhe der Bargeldabhebung auf 1000 Euro begrenzt. Dies soll die Bargeldversorgung langfristig für die Breite der Gesellschaft sicherstellen. Ein Sprecher sagte zur Frankfurter Allgemeinen, "Wir hatten einige wenige Kunden, die Anfang der Woche große Geldbeträge abheben wollten." Aus Sicherheitsgründen und den Möglichkeiten der Bank sei dies momentan nicht ratsam.

Banken garantieren trotz Schließungen wegen Corona die Bargeldversorgung

Zur Begründung der Maßnahmen gab es folgende Information: Die Bankmitarbeiter könnten zum einen die Transaktionen nicht in gewohnter Sorgfalt überprüfen, um vor Trickbetrügern zu schützen und zum anderen sei die Aufbewahrung großer Bargeld-Summen zuhause nicht zu empfehlen. Die ausschließliche Betreuung privater Kunden mache es zur Priorität, die Versorgung für die Breite der Gesellschaft sicherzustellen. Die Engpässe könnten so vermieden werden, so der Sprecher.

Die Hamburger Sparkasse äußerte sich ebenfalls gegenüber der FAZ zu der Bargeldbegrenzung. Ähnlich wie bei Supermärkten hätten einzelne Filialen keine großen Lager und würden regelmäßig beliefert. Deswegen könne es vorkommen, dass einige hohe Geldsummen vorbestellt werden müssen, so eine Sprecherin der Sparkasse. "Das ist übrigens nicht neu, sondern war auch vor Corona so", betonte sie.

Auch die Deutsche Bank verkündete jetzt die vorübergehende Schließung von über 200 Filialen in Deutschland in Zeiten der Corona-Pandemie. Von dem heutigen Dienstag (24. März 2020) an werde das bundesweite Filialnetz bis auf Weiteres von mehr als 500 auf rund 290 verkleinert. Die gute Erreichbarkeit für alle Kunden sei trotzdem das Ziel, sagte die Deutsche Bank gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Auch sie versicherten, die Versorgung mit Bargeld sei sichergestellt.

Hohe Nachfrage: Die Reaktionen auf die Bankenschließungen

Die Deutsche Bundesbank hatte am Dienstag betont, dass ihre Tresore gut gefüllt seien und auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband stellte klar, insgesamt sei die Bargeldversorgung gesichert. Es werde keine Engpässe geben und die erforderliche Infrastruktur bleibe erhalten.

Letzte Woche sei die Nachfrage nach Bargeld in Deutschland ungefähr doppelt so hoch gewesen, wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, sagte eine Bundesbanksprecherin der FAZ. "Die erhöhte Nachfrage nach Bargeld scheint im Wesentlichen aus zwei Ursachen zu resultieren. Vorsichtsmotive der Kreditinstitute und Hortung bei Privatpersonen", berichtet die Sprecherin weiter. Banken hätten ihre Bestellungen aufgestockt, um einer stärkeren Nachfrage der Bankkunden entsprechen zu können. Die Nachfrage der Kunden war eine allgemeine Reaktion auf die bevorstehenden Schließungen der Bankfilialen und Geschäften.