Erstmals nach zweijähriger Corona-Pause hat es in Traunstein wieder den traditionellen Georgi-Ritt gegeben. Hunderte festlich geschmückte Rösser zogen am Ostermontag (18. April 2022) durch den oberbayerischen Ort zum Ettdorfer Kircherl. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nahm nach seiner Corona-Infektion in einer Ehrenkutsche teil und postete mehrere Fotos seines Besuchs auf seinen Social-Media-Seiten. Seine Feierlaune kam aber nicht bei allen Nutzern gut an.

Der Georgi-Ritt ist eine der größten Pferdewallfahrten in Bayern und für CSU-Chef Söder "immer wieder ein Erlebnis", schrieb der 55-Jährige auf Instagram, Twitter und Facebook. Und: "Brauchtum, Tradition und Heimat geben Halt und Lebensfreude in schwierigen Zeiten."

Söder bei Georgi-Ritt zu Gast: Auftritt nach Corona-Infektion

Bei dem festlichen Zug zu Ehren des heiligen Georg als Schutzpatron der Pferde und Reiter erbitten die Menschen traditionell den Segen für Tiere, Feldarbeit und den heimischen Stall. Zuletzt hatte der Ritt 2019 stattgefunden, dann wurde er wegen Corona zweimal abgesagt. 2017 war der Georgi-Ritt in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Unesco aufgenommen worden.

Mit dem Umzug verbunden ist in Traunstein der Schwerttanz, der vor Beginn des Rittes und danach auf dem Stadtplatz gezeigt wird. Diese Tradition reicht bis ins Jahr 1530 zurück und symbolisiert den Sieg des Frühlings über den Winter.

"Das gibt es nur in Bayern!", verkündete Söder nach seinem Besuch stolz auf Facebook. Darunter finden sich aber auch einige kritische Kommentare, in denen seine Teilnahme so kurz nach einer Corona-Infektion nicht gutgeheißen wird. "Kinder müssen sich immer noch testen und Söder feiert Partys? Es wird Zeit, dass sofort alle Beschränkungen aufgehoben werden. Wie kann man die Kinder nur so verabscheuen?", schreibt beispielsweise ein Nutzer.

Ein anderer beschwert sich, Söder könne zwar bereits wieder feiern, aber schaffe "keine kluge und ehrliche Politik". "Unglaublich, kaum genesen ist er auf jedem Fest, wo es was umsonst gibt", heißt es in dem Kommentar weiter. Ein weiterer Kritiker bringt seine Meinung knapper auf den Punkt und fragt: "Schon wieder Gruppenkuscheln in der Mutter aller Pandemien?"

Der Großteil der Kommentatoren bedankt sich jedoch beim Bayerischen Ministerpräsidenten für seinen Besuch in Traunstein und die aufgenommenen Fotos. Einige bemerken sogar, dass er nach seiner überstandenen Infektion besonders frisch aussehe und verteidigen den CSU-Chef gegen seine Kritiker: "Es gibt leider Menschen, die immer was zu meckern haben - nicht zu fassen!"

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mit dpa