Eine Party  in einem Restaurant im bayerischen Weiden endete für einen 52-Jährigen tödlich: Gemeinsam mit sieben Bekannten wollte er mit Champagner anstoßen, doch in der Drei-Liter-Flasche befand sich kein einziger Tropfen Champagner, sondern pures Ecstasy. Der 52-Jährige überlebte die Vergiftung nicht, seine Freunde erlitten teils schwere Verletzungen.

Die Polizei hat darauf herausgefunden, dass die manipulierte Flasche über eine Online-Plattform gekauft wurde. Drei Monate später sind die Ermittler den Tätern wohl "dicht auf den Fersen". 

Update vom 19.5.2022, 16.30 Uhr: Wer ist für das Ecstasy in der Champagner-Flasche verantwortlich?

Drei Monate nach dem tragischen Vorfall in einem Restaurant in Weiden sind die Ermittler den Tätern wohl "dicht auf den Fersen". Das schreibt jedenfalls die "Bild" und beruft sich auf einen Aussage des Oberstaatsanwaltes Gerd Schäfer. Dieser erklärte in einem Interview mit der Zeitung, dass Fortschritte gemacht worden seien bei der Verfolgung des Vertriebswegs. Den Ermittlern ist bekannt, dass die Drei-Liter-Champagnerflasche nicht für die Gastronomie bestimmt war. 

In den Niederlanden tauchte bereits vor Wochen eine zweite Flasche mit der gleichen Chargennummer auf. Auch hier gerieten mehrere Personen in Lebensgefahr. "Es ist zu vermuten, dass es nicht der Dealer um die Ecke ist", zitiert die "Bild" Oberstaatsanwalt Schäfer. "Es muss schon etwas in Richtung einer Organisation dahintergesteckt haben." Ob während der Ermittlungen noch mehr Flaschen entdeckt wurden, die statt Champagner mit flüssigem Ecstasy gefüllt waren, wollte Schäfer der "Bild" nicht sagen. Er hofft jedoch, dass es ihnen gelingt, die Täter zu ermitteln. Dadurch, dass ein Mensch "wegen dieser Machenschaften" zu Tode gekommen ist, würden die Ermittlungen mit "erheblichem Aufwand" betrieben, heißt es. 

Der Wirt des Restaurants wurde inzwischen von jedem Verdacht freigesprochen. Laut Bericht der "Bild" gab er sogar freiwillig eine Haarprobe ab, um seine Unschuld zu beweisen. Direkt nach dem Vorfall kam er für eine Nacht in Polizeigewahrsam. "Meine Gäste am Boden liegen zu sehen, das war schrecklich", betont der Wirt im Gespräch mit "Bild". Auch seine Partnerin nippte an dem Abend im Februar an einem Glas mit der hochgiftigen Flüssigkeit. Im Interview mit der "Bild" sagt sie: "Wir haben die Flasche aufgemacht, ein­geschenkt, die Gläser verteilt und angestoßen. Und dann weiß ich nichts mehr. Ich bin umgefallen und habe ge­dacht, ich bin tot."

Update vom 7.3.2022, 9.45 Uhr: Ermittlungen zur vergifteter Champagner-Flasche in Weiden gehen weiter

Nach dem tödlichen Konsum von Drogen aus einer Champagnerflasche in der Oberpfalz weiten sich die Ermittlungen aus. In den Niederlanden waren - wenige Tage nach der Vergiftung von acht Restaurant-Besuchern in Weiden mit einem Toten und sieben Verletzten - vier Menschen durch das Trinken des flüssigen Ecstasy-Wirkstoffs MDMA aus einer Champagnerflasche verletzt worden. Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) waren die beiden Fälle aber nicht die ersten derartigen Drogenfunde.

So sei in Australien bei einer Grenzkontrolle im Jahr 2018 flüssiges MDMA in geschmuggelten Champagnerflaschen gefunden worden, sagte ein Sprecher. Es habe sich um dieselbe Marke wie jüngst in Weiden und in den Niederlanden gehandelt, nicht aber um die gleiche Sorte. Die Flaschen seien damals per Luftfracht aus Europa nach Australien verschickt worden. Dem Bundeskriminalamt lägen zwar "keine Erkenntnisse darüber vor, dass gezielt Champagnerflaschen zum Schmuggel von flüssigem MDMA in Europa genutzt werden", sagte der BKA-Sprecher. Organisierte Banden versuchten aber immer wieder mit teils "sehr unkonventionellen Methoden", Drogen zu schmuggeln - auch in Getränkeflaschen.

Die Frage, ob die Menschen in Weiden und in den Niederlanden Opfer eines solchen Drogendeals geworden sind, sei derzeit "Teil der Ermittlungen", sagte eine Polizeisprecherin. In beiden Fällen waren die Flaschen der Marke "Moët & Chandon" nach Angaben des Herstellers Moët Hennessy im Internet von Privatpersonen bestellt worden, beide Flaschen hätten zur selben Charge gehört. Der Champagner sei daraus entfernt worden, bevor das flüssige MDMA hineingefüllt wurde. Man kooperiere "voll und ganz" mit den Behörden und unterstütze diese bei den Ermittlungen, teilte Moët Hennessy Deutschland mit.

Update vom 3.3.2022, 10 Uhr: Manipulierte Champagner-Flasche auf eBay angeboten

Nach dem Todesfall in Weiden warnte eine niederländische Lebensmittelbehörde, dass weitere manipulierte Flaschen der Marke „Moët et Chandon Ice“ im Umlauf sein könnten. Der Wirt des Restaurants sowie seine Mitarbeiter stehen laut Polizei nicht in Verdacht. Auch eine der Kellnerinnen hatte unwissentlich vom „Champagner“ getrunken.

Der verstorbene 52-Jährige hatte vor der Feier eine Flasche des „Moët et Chandon Ice“ in dem Weidener Restaurant bestellt, der Barkeeper soll daraufhin wiederum die Flasche gekauft haben, die zuvor auf eBay angeboten worden war. Die Flasche sei zu diesem Zeitpunkt noch originalverpackt gewesen, das Ecstasy habe sich also bereits darin befunden, bevor die Flasche in Weiden ankam.

Eine Untersuchung ergab, dass die Drogen schon kristallisiert waren. Aufgrund der eingefärbten Flasche und Gläser im Restaurant sei die ungewöhnliche Farbe der Flüssigkeit niemandem aufgefallen, erklärte der leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer im „Bild“-Interview.

In den Niederlanden gab es einen ähnlichen Vergiftungsfall mit einer Champagnerflasche der Marke „Moët“, die die gleiche Chargennummer wie das Exemplar aus Weiden haben soll. Daher legen die Ermittler der bayerischen Polizei und von Europol nun ihren Fokus auf den dortigen Vertrieb von Champagnerflaschen, da hinter der Vergiftung ein Fall von Drogenschmuggel stecken könnte.

Update vom 28.02.2022, 9.30 Uhr: Behörde warnt vor manipuliertem Champagner

Die Behörde für Nahrungsmittel NVWA mit Sitz im niederländischen Utrecht hat nun eine offizielle Warnung herausgegeben: Es könnten weitere Flaschen der Marke "Moët & Chandon Ice Impérial" über eine Internet-Plattform angeboten oder bereits verkauft worden sein, die anstelle von Champagner eine lebensbedrohlich Menge Ecstasy enthalten könnten. Bei dem Restaurantbesuch in Weiden wurden mehrere Personen damit vergiftet, auch in den Niederlanden gab es bereits einen ähnlichen Fall, bei dem es vier Verletzte gab.

Besonders gefährlich: Die manipulierten Flaschen sei rein äußerlich nicht von denjenigen zu unterscheiden, die tatsächlich mit Champagner gefüllt sind, so die Behörde. Bereits in kleinsten Mengen könne der Inhalt schwere gesundheitliche Schäden auslösen. Die betroffene Produktnummer und weitere Details findet ihr außerdem im Rückruf der NVWA.

Update vom 24.02.2022, 10.10 Uhr: Inhalt der Champagnerflasche hatte auffällige Merkmale

Die Ermittler gaben bekannt, dass die Champagnerflasche über eine Online-Plattform gekauft worden und dann im Restaurant ausgeschenkt worden war - ohne zu wissen, dass sich in der Flasche kein einziger Tropfen Champagner, sondern ausschließlich Ecstasy befand.

Die Polizei mahnt daher nun zur Vorsicht beim Konsum von Getränken, deren Herkunft aufgrund eines nicht nachvollziehbaren Vertriebsweges unklar ist. "Insbesondere bei Privatkäufen im Internet wird zur Achtsamkeit geraten."

Die in der Flasche enthaltene Flüssigkeit habe eine rötlich-braune Farbe gehabt, die nach kurzer Zeit nachgedunkelt sei, teilte die Polizei nun mit. Der Geruch sei weder champagnerartig noch chemisch gewesen, sondern aromatisch-fruchtig. Die Flüssigkeit habe keine Kohlensäure enthalten und nicht geperlt, hieß es.

Die Ermittlungen von Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und Zollfahndungsamt konzentrieren sich den Angaben nach weiter auf die Manipulation und den Vertriebsweg der Flasche.

Eine Besuchergruppe hatte sich in dem Restaurant in Weiden eine Champagnerflasche geteilt. Schon nach den ersten Schlucken brachen die fünf Männer und drei Frauen im Alter zwischen 33 und 52 Jahren zusammen. Rettungskräfte fanden die Betroffenen am Boden liegend vor. Sie wurden in verschiedene Kliniken gebracht. Ein 52-Jähriger starb wenig später. Die sieben weiteren Personen sind inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Update vom 22.02.2022, 11 Uhr: Polizei nennt neue Details zur Herkunft der Flasche

Die neuesten Erkenntnisse betreffen die Herkunft sowie den Inhalt der bestellten Champagnerflasche: Demnach wurde die Flasche über eine Online-Plattform gekauft. Sie sei komplett mit der Droge Ecstasy gefüllt gewesen, es habe sich kein Champagner darin befunden. Es gebe keinen Verdacht auf strafbares Handeln von Personen in Weiden, teilte die Polizei am Dienstag mit.

"Derzeit ist vielmehr anzunehmen, dass die Flasche im guten Glauben an ein Originalprodukt im Internet erworben und anschließend ausgeschenkt wurde", hieß es. Die Ermittlungen konzentrierten sich weiter auf die Manipulation und den Vertriebsweg der Flasche.

Eine Besuchergruppe hatte sich am vorvergangenen Samstag in dem Restaurant eine Champagnerflasche geteilt, schon nach den ersten Schlucken brachen acht Personen zusammen. Ein Mann starb wenig später in einem Krankenhaus. Die sieben weiteren seien inzwischen aus der Klinik entlassen worden.

Update vom 19.02.2022, 21 Uhr: Restaurant in Weiden nach Todesfall wieder geöffnet

Nach dem Todesfall in einem Restaurant in Weiden in der Oberpfalz haben die Betreiber seit Samstag wieder geöffnet, wie sie selbst auf ihrer Facebook-Seite ankündigten: "Wie aus der Presse bekannt, ereignete sich ein tragisches Unglück am letzen Samstag (...). Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen", ist dort zu lesen.

Es sei auch der ausdrückliche Wunsch einer Kellnerin gewesen, die bei dem Vorfall vergangene Woche selbst von dem Champagner getrunken haben soll. Sie sei zwar "noch nicht vollständig einsatzfähig", wolle aber möglichst bald wieder für die Gäste da sein.

Update vom 16.02.2022, 11 Uhr: "Das waren keine Drogen, das war Gift" - Staatsanwaltschaft mit neuen Details

Die Ermittlungen nach dem Tod eines Mannes in einem Restaurant in Weiden dauern an. Ein 52 Jahre alter Mann ist verstorben, sieben weitere Gäste kamen mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus. Zuvor hatten alle Champagner getrunken - der offenbar Ecstasy enthielt. Polizei und Staatsanwaltschaft haben nun einen neuen Verdacht.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass nicht einer der Gäste, sondern Drogenschmuggler, Drogen statt Champagner in die Drei-Liter-Flasche füllten. Es könnte sich um flüssiges Ecstasy (MDMA) gehandelt haben. Möglicherweise gelangte die Flasche nur durch Zufall in das Restaurant. Die Droge soll außerdem schon länger in der Flasche gewesen sein, am Boden hatten sich bereits rund 100 Gramm kistalline Abbauprodukte abgesetzt.

"Wir gehen davon aus, dass flüssiges MDMA in extrem hoher Konzentration in die Flasche eingefüllt wurde", so der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer laut "Bild". "Das waren keine Drogen, das war Gift." Schäfer zufolge sei es durchaus möglich, eine Flasche zu öffnen, Drogen einzufüllen und sie wieder zu verschließen, ohne dass es auffalle. Es werde derzeit überprüft, wo und von wem die Flasche manipuliert wurde. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sind die Ermittler dabei, den Vetriebsweg des Champagners zurückzuverfolgen.

Drogenschmuggel in Champagner-Flaschen ist nicht unüblich. Es gab bereits einige internationale Fälle mit Verbindungen nach Deutschland. 2015 wurden in Südafrika zum Beispiel deutsche Dealer festgenommen. In ihrem Haus fand die Polizei eine Champagner-Flasche mit MDMA, die angeblich in Amsterdam abgefüllt wurde. In Australien wurden 2019 sogar 96 Liter flüssiges Ecstasy vom Zoll sichergestellt. Die Droge befand sich, wie beim Fall aus der Oberpfalz, in Drei-Liter-Flaschen für Champagner. Die Drogen sollen in Amsterdam und Deutschland verschickt worden sein. Wie die Polizei dem BR sagte, gab es in der Oberpfalz bislang keinen solchen Fall. 

Update vom 15.02.2022, 18.45 Uhr: Steckt Drogendeal hinter Todesfall in Weiden?

Nach dem Todesfall in einem Restaurant in Weiden ist eine neue Vermutung aufgetaucht, wie es zu dem tragischen Vorfall kommen konnte: Die Drei-Liter-Flasche Champagner, in die rund 100 Gramm Ecstasy gemischt wurde, könnte eigentlich für den Drogenschmuggel vorgesehen waren und nur aufgrund eines Versehens ins Lokal geraten sein. Mehrere ähnliche Fälle deuten darauf hin, beispielsweise aus Australien und Frankreich.

In der Oberpfalz habe es aber bisher keinen solchen Fall gegeben, der den Ermittlern bekannt ist, wie die Polizei dem BR sagte. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der sichergestellten Ecstasy-Tabletten in der Region sogar deutlich gesunken.

Update vom 14.02.2022, 18 Uhr: Ermittlungen zu Vertriebsweg des Champagners laufen

Nach dem Tod eines Restaurantbesuchers in Weiden steht fest: In einer Flasche Champagner hat sich die Droge Ecstasy befunden. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sich am Samstagabend mehrere Gäste im Alter zwischen 33 und 52 Jahren eine Flasche Champagner geteilt. Bald darauf hätten alle Vergiftungserscheinungen gezeigt. Nach Polizeiangaben lagen beim Eintreffen der Retter mehrere Personen auf dem Boden. Fünf Männer und drei Frauen wurden in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Ein 52-Jähriger aus dem nahen Landkreis Schwandorf starb noch in der Nacht zum Sonntag. Zwei Opfer hatten die Klinik am Montag wieder verlassen. Bis Mittag sei bereits ein Teil der Verletzten als Zeugen vernommen worden. Weitere Befragungen stünden aus, so der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer.

Der Fokus der Ermittler liegt nun auf der Herkunft der Champagnerflasche. "Der Vertriebsweg wird genau ausgeleuchtet", sagte Schäfer. Es werde geprüft, ob beziehungsweise wo oder von wem die Flasche manipuliert wurde. Es wäre durchaus möglich, eine Flasche zu öffnen, die Drogen einzufüllen und die Flasche wieder so zu verschließen, dass es nicht auffällt. Der Hersteller sei bislang noch nicht kontaktiert worden, so Schäfer. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehen die Ermittler derzeit nicht davon aus, dass einer der Gäste die Droge in die Flasche schüttete. Ein Teilnehmer aus der Runde filmte zudem das Öffnen der Flasche. Bei der Gruppe soll es sich um Stammgäste gehandelt haben - auch die Wirtin stieß mit an.

Die Gäste in dem Restaurant sollen sofort den Geschmack des Champagners beanstandet haben. "Der war wohl auffällig, um nicht zu sagen: scheußlich", so Schäfer. Das in der Flasche enthaltene Ecstasy sei hochkonzentriert gewesen. Schon eine geringe Menge habe ausgereicht, um körperliche Reaktionen hervorzurufen. Einem Polizeisprecher zufolge bleibt das Restaurant vorerst geschlossen. Die Leiche des Toten wurde obduziert, die Ermittler gingen von einer Drogenvergiftung als Ursache aus. Weidens Oberbürgermeister, Jens Meyer (SPD), sprach am Montag von einem "tieftraurigen Tag". Der Eindruck von den Polizeiarbeiten vor Ort habe ihn tief bewegt. "Ich bin betroffen und fassungslos." Er sprach den Angehörigen des Toten sein Beileid aus und wünschte den Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung. "Lassen Sie mich bitte wissen, wenn ich etwas für Sie tun kann", schrieb er an die Opfer gerichtet.

Update vom 14.02.2022, 14.20 Uhr: Jetzt bestätigt - Ecstasy im Champagner gefunden

Die Staatsanwaltschaft hat nach dem Tod eines Restaurantbesuchers in Weiden ein wichtiges Detail  bestätigt: In einer Flasche Champagner war die Droge Ecstasy - und zwar "in erheblicher Konzentration", wie der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Montag laut der Deutschen Presseagentur sagte.

Er verwies dabei auf Ergebnisse einer ersten toxikologischen Untersuchung des Flascheninhaltes. Unklar sei jedoch, wie die Droge in die Flasche geraten ist. Wie der BR berichtet, heißt es bei der Polizei, dass die Champagnerflasche originalverpackt gewesen sei, bevor sie geöffnet wurde.

Einen gezielten Anschlag schließen die Ermittler aus. Laut Schäfer besteht der Verdacht auf fahrlässige Tötung. Bis Montagnachmittag sei bereits ein Teil der Verletzten als Zeugen vernommen worden, weitere Befragungen stehen noch aus, so Schäfer. Bei dem Vorfall im Restaurant in Weiden erlitten acht Menschen Vergiftungserscheinungen, ein 52-Jähriger ist im Krankenhaus gestorben. Die sieben weiteren Verletzten schweben laut Polizei nicht in Lebensgefahr, eines der Opfer konnte die Klinik inzwischen wieder verlassen.

Update vom 14.02.2022, 12 Uhr: Mehrere Menschen in Restaurant vergiftet - Staatsanwaltschaft nennt erste Details

Acht Menschen vergiftet, einer davon ist tot: Ein Rettungseinsatz in einem Restaurant in Weiden in der Oberpfalz beschäftigt weiterhin die Polizei. Inzwischen sei klar, dass vergifteter Champagner zum Tod des 52-Jährigen und zahlreichen weiteren Schwerverletzten geführt haben soll.

"Es hatte eine toxische, eine Giftwirkung", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Montag der Deutschen Presseagentur. "Es waren Dinge drin, die in einem Champagner eigentlich nicht vorkommen." Die toxikologischen Untersuchungen seien abgeschlossen, und es gebe schon Ergebnisse. Ob diese noch am Montag veröffentlicht werden, sei aber unklar. Medienberichte, wonach der Champagner mit Ecstasy versetzt gewesen sein könnte, wollten weder die Polizei noch Schäfer bestätigen.

Ihm zufolge besteht der Verdacht auf fahrlässige Tötung. Ermittelt werde in alle Richtungen. "Es gibt Verdachtsmomente", so Schäfer. Details wollte er zunächst nicht nennen, auch nicht dazu, ob schon jemand als Beschuldigter geführt wird. Inzwischen konnte laut Polizei eines der acht Opfer die Klinik wieder verlassen. Alle Betroffenen waren mit Vergiftungserscheinungen eingeliefert worden, der 52-Jährige ist bislang das einzige Todesopfer. Die Obduktion des Toten könnte noch am Montag angeordnet werden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Zudem wurde eine Sonderkommission namens "Markt" ins Leben gerufen. Im Laufe des Tages sollen weitere Zeugen befragt werden.

Ursprüngliche Meldung vom 14.02.2022, 8 Uhr: Mehrere Restaurant-Gäste vergiften sich - an Champagner?

Tödlicher Restaurantbesuch in Weiden in der Oberpfalz: In der Nacht zum Sonntag (13. Februar 2022) kam es in dem Restaurant in der Weidener Innenstadt zu einem größeren Rettungseinsatz. Nach vorläufigen Erkenntnissen besteht der Verdacht, dass eine Personengruppe kontaminierte Getränke konsumiert hat, die zu Vergiftungserscheinungen führten. Dies berichtet das Polizeipräsidium Oberpfalz. 

Die "Bild" berichtet mit Berufung auf Polizeikreise davon, dass sich eine größere Menge der Partydroge Ecstasy in dem Getränk befunden haben soll. Demnach soll es sich um die 1000-fache Dosis gehandelt haben. Das Getränk - wohl Champagner - soll eine blässlich lila Farbe gehabt haben. Die Flasche wurde von den Gästen selbst geöffnet und entkorkt, dies wurde auch gefilmt, wie die lokale Zeitung  "Der neue Tag" berichtet. Minuten später sollen die Gäste zusammengebrochen sein. Ein 52-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf starb daraufhin, weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Nach bisherigen Erkenntnissen (Stand: 14. Februar 2022) soll keine weitere Person den Verletzungen erlegen sein - das berichtet die dpa

Weiden: Mehrere Restaurant-Gäste vergiften sich - an Champagner?

Am Montag (14.02.2022) könnte womöglich die Obduktion des Todesopfers angeordnet werden. Das sagte ein Polizeisprecher am Morgen. "Ich glaube nicht, dass wir heute schon definitiv den Flascheninhalt nennen können", erklärte er. Die Berichte, wonach die Restaurantgäste mit der Droge Ecstasy versetzten Champagner getrunken haben könnten, wollte er nicht bestätigen. Die Untersuchungen dazu liefen derzeit.

Am Sonntag (13. Februar 2022), gegen 00.30 Uhr, ging bei der Einsatzzentrale der Polizei in Regensburg eine telefonische Mitteilung ein. Bei mehreren Personen im Alter zwischen 33 und 52 Jahren sei es während eines Restaurantbesuchs in der Weidener Innenstadt zu erheblichen gesundheitlichen Schwierigkeiten gekommen. Die Gruppe aus acht Personen habe sich in dem Restaurant getroffen und eine Folge der Dating-Show "Take me out" geschaut, da einer aus der Gruppe dort Kandidat gewesen sei. Anschließend habe die Gruppe die Flasche Champagner bestellt.

Wie das Polizeipräsidium schildert, lagen die verletzten Personen teilweise auf dem Boden, als Polizei und Rettungsdienst antrafen. Die acht Personen wurden medizinisch betreut und in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Auch die Feuerwehr traf ein. 

Die Kriminalpolizeiinspektion Weiden in der Oberpfalz hat die Ermittlungen übernommen. Im Zuge dessen wurde die Sonderkommission "Markt" gegründet. Es bestehe der Verdacht der fahrlässigen Tötung, sagte eine Polizeisprecherin dem Bayerischen Rundfunk (BR). Man gehe nicht von Vorsatz aus und ermittle in alle Richtungen. Es werde außerdem derzeit keine bestimmte Person als Beschuldigter geführt, hieß es in dem BR-Bericht weiter.

Polizei richtet Sonderkommission ein und bittet um Zeugenhinweise

Personen, die das Geschehen in der Nacht beobachtet und sich noch nicht mit der Polizei in Verbindung gesetzt haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0961 401 2222 bei der Kriminalpolizeiinspektion Weiden in der Oberpfalz zu melden. Der Zeugenaufruf richtet sich auch an Personen, die anderweitige sachdienliche Angaben zu diesem Fall machen können.