Durch den Ukraine-Krieg gibt es weltweit Sorgen über Einschränkungen bei der Versorgung mit Weizen. Der Grund: Auf die Ukraine und Russland entfiel vor dem Krieg etwa ein Drittel der weltweiten Weizen- und Gerstenexporte. Jetzt sind aber Getreidesilos in der Ukraine zerstört und die Schwarzmeerhäfen blockiert. 

Eigentlich wollte Indien diese Lücke schließen, aber jetzt hat das Land selbst große Probleme und hat daher die Ausfuhr von Weizen mit sofortiger Wirkung gestoppt. 

Warum liefert Indien keinen Weizen mehr? 

Die indische Regierung gab bekannt, dass die Ernährungslage im Land unsicher sei. Als Grund wurde der Anstieg der Weltmarktpreise für Weizen in Folge des Ukraine-Kriegs genannt. 

Indien ist der weltweit zweitgrößte Weizenproduzent. Das meiste Getreide bleibt aber in Indien und wird dort verbraucht. Ursprünglich wollte die indische Regierung die Ausfuhren erhöhen, um die Lücke zu schließen, die durch die ausbleibenden Weizenexporte aus der Ukraine entstanden war. 

Doch das extreme Wetter in Indien bedroht nun die Ernte und damit auch die Ernährungslage. Der indische Wetterdienst meldet den heißesten April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 122 Jahren. Teilweise wurden unglaubliche Temperaturen von über 60 Grad gemessen. Es gibt Berichte, wonach Vögel entkräftet vom Himmel fallen aufgrund der großen Hitze. Normalerweise gilt der Mai als der heißeste Monat.

Welthungerhilfe warnt: Noch mehr Menschen werden hungern

Diese Hitze bedroht jetzt die Ernteerträge in Indien, von denen in diesem und im kommenden Jahr eigentlich 10 Millionen Tonnen exportiert werden sollten. So wollte das Land neue Märkte erschließen. 

Vor allem sollte an Länder wie Indonesien, die Philippinen und Thailand geliefert werden. Die Welthungerhilfe warnt bereits seit Längerem vor einer drastisch ansteigenden Zahl hungernder Menschen. Die Entscheidung der indischen Regierung könnte die Lage noch verschärfen. Derzeit leiden rund 800 Millionen Menschen weltweit unter Hunger.