Matthäus kritisiert DFB für Konditionen für Nagelsmann-Rauswurf
Autor: Agentur dpa
Frankfurt am Main, Freitag, 03. Juli 2026
Julian Nagelsmann ist nicht mehr Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Nun kritisiert Weltmeister und TV-Experte Lothar Matthäus den DFB heftig.
Nach dem Aus von Julian Nagelsmann als Bundestrainer hat TV-Experte Lothar Matthäus dem Deutschen Fußball-Bund fehlende Weitsicht beim Vertrag mit dem 38-Jährigen vorgeworfen. Die DFB-Verantwortlichen hätten vor einem Dreivierteljahr entschieden, mit Julian Nagelsmann zu diesem Gehalt und zu dieser Zeit zu verlängern - ohne große Ausstiegsklausel, sagte der Rekordnationalspieler im Interview der Sender RTL/ntv.
"Wenn er in der Vorrunde ausgeschieden wäre, dann wäre eine Lösung laut Vertrag wahrscheinlich möglich gewesen. Aufgrund dessen, dass er das Sechzehntelfinale erreicht hat, war der Vertrag dann eben über die nächsten zwei Jahre gültig", beschrieb Matthäus die Ausgangslage. "Deswegen muss man auch bei den Verhandlungen in die Zukunft gucken und nicht nur mit der Hoffnung in der Gegenwart davon ausgehen, dass man eine erfolgreiche Weltmeisterschaft spielt", rügte der 65-Jährige.
Matthäus geht von Millionen-Abfindung für Nagelsmann aus
Nach seiner Meinung ist der neue Vertrag vonseiten der DFB-Führung ohne Not ausgehandelt worden. "Sie haben den Vertrag mit Julian Nagelsmann verlängert. Sie haben die Zahlen reingeschrieben. Sie haben die Klauseln reingeschrieben. Das war nicht unter Zwang, sondern eine überzeugende Situation für die Verantwortlichen, dass Julian Nagelsmann der richtige Nationaltrainer bis 2028 ist", sagte Matthäus.
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Für die Trennung von Julian Nagelsmann müsse der Verband wahrscheinlich eine Abfindung in Höhe von mehreren Millionen Euro zahlen. "Das ist sehr viel Geld, was man ganz sicher auch für andere Zwecke beim DFB hätte verwenden können. Ich glaube, die Vertragsgestaltung war nicht glücklich von DFB-Seite aus", urteilte der Weltmeister von 1990.
Wie zuvor bereits Bastian Schweinsteiger und Oliver Kahn vermisste Matthäus bei der deutschen Nationalmannschaft in den WM-Spielen bis zum Ausscheiden gegen Paraguay wichtige Tugenden. "Wir müssen wieder Fußball arbeiten. Es geht nicht nur um Technik, es geht um Leidenschaft. Es geht um Eigenschaften, die zum Fußball dazugehören", sagte der TV-Experte.
Matthäus fordert Umdenken beim DFB
Andere Mannschaften hätten dies gezeigt. Insbesondere bei den Niederlagen gegen Ecuador und Paraguay "war uns der Gegner - mit Tugenden, die uns immer ausgezeichnet haben - überlegen".
Um dies zu ändern, forderte Matthäus auch ein Umdenken beim DFB. "Wir müssen wieder zu gewissen alten Tugenden zurückkommen, und die fangen im Nachwuchs an", sagte Matthäus. Er hoffe, dass man da zurückrudere. "Es gibt viele Entscheidungen wie kein Abstieg, keine Sieger und Ehrenurkunden. Leistung muss belohnt werden. Auch bei uns", betonte der 65-Jährige.