WM 2026: Streit zwischen England und Argentinien - Staatschefs schalten sich ein
Autor: Ralf Welz, Agentur dpa
Atlanta, Freitag, 17. Juli 2026
44 Jahre ist die argentinische Invasion auf den Falklandinseln und der anschließende Krieg um das britische Überseegebiet mittlerweile her. Trotzdem sorgt der Konflikt auch bei der WM 2026 für erhitzte Gemüter - jetzt äußerten sich auch die Staatschefs.
Update vom 17.07.2026, 13.46 Uhr: WM 2026: Streit zwischen England und Argentinien - Staatschefs schalten sich ein
Nach dem Eklat rund um einen Anruf von Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino nimmt der nächste WM-Skandal an Fahrt auf: Die britische Regierung fordert vom Fußball-Weltverband eine Untersuchung zu der Provokation des Siegerteams mit einem politischen Banner nach dem Halbfinal-Aus der englischen Nationalelf gegen Argentinien.
Die Spieler des südamerikanischen Landes hatten nach ihrem 2:1-Sieg über die "Three Lions" in der US-Metropole Atlanta ein Banner mit der Aufschrift "Las Malvinas son Argentinas" ("Die Falkland-Inseln sind argentinisch") auf dem Spielfeld gezeigt. "Wir erwarten von der FIFA, dass sie das untersucht", sagte der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle im BBC-Fernsehen. Politik müsse aus dem Fußball herausgehalten werden, so der Minister weiter.
Eklat nach WM-Halbfinale: Starmer und Milei äußern sich
Der Sprecher des britischen Premiers Keir Starmer äußerte sich zu der Provokation: "Die WM-Trophäe mag uns nicht gehören, die Falkland-Inseln aber definitiv." Die FIFA untersagt Spielern und Offiziellen rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnte damit Ärger drohen. "Wie üblich prüft die unabhängige Disziplinarkommission der FIFA derzeit die Spielberichte und wägt die relevanten Umstände ab, bevor sie auf der Grundlage der FIFA-Disziplinarordnung über mögliche weitere Schritte entscheidet", teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
Argentiniens Präsident Javier Milei bemühte sich um einen diplomatischen Ton. Das Falkland-Banner sei Ausdruck eines in Argentinien tief verwurzelten Gefühls und es sei völlig legitim, sich dazu äußern zu wollen, sagte er dem Radiosender "El Observador". Zugleich betonte er aber auch: "Ein Fußballspiel ist ein Fußballspiel." Eine Rückgewinnung der Inseln sei nur "auf diplomatischem Wege und mit klugem Vorgehen" möglich. In den sozialen Medien - etwa der Plattform X - ist mittlerweile ein handfester Streit zwischen vielen argentinischen und englischen Fußballfans entbrannt.
Großbritannien und Argentinien hatten im Falklandkrieg 1982 einen bewaffneten Konflikt um die Kontrolle der Inselgruppe im Südatlantik ausgetragen, der Hunderte Tote forderte. Nach der Invasion der Argentinier hatte sich Premierministerin Thatcher dazu entschieden, das dünn besiedelte britische Überseegebiet zurückzuerobern.
Erhitze Gemüter auch 44 Jahre nach Kriegsende
Dem britischen Militär gelang es damals, die Angreifer zu vertreiben. Die Niederlage beschleunigte anschließend den Sturz der Militärdiktatur in dem Land, doch bis heute hat Buenos Aires seine Ansprüche auf die in Argentinien als Las Malvinas bezeichnete Inselgruppe nicht aufgegeben.
Für jüngste Spannungen sorgte zusätzlich die Präsenz des britischen Kriegsschiffs "HMS Medway" im Südatlantik, das nach Darstellung des Außenministeriums in Buenos Aires ohne Erlaubnis in argentinische Gewässer eingedrungen sei. Die Regierung verurteilte den Einsatz als Verletzung ihrer Souveränität.