Jürgen Klopp packt zu Bundestrainer-Gesprächen aus - "bin aufgetankt"
Autor: Agentur dpa, Redaktion, Daniel Krüger
Deutschland, Samstag, 04. Juli 2026
Nach dem WM-Debakel hat Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen Rücktritt erklärt. Bereits seit geraumer Zeit wird über Jürgen Klopp als Nachfolger spekuliert. Jetzt spricht er selbst.
Update vom 04.07.2026: Klopp gibt Statement zu Bundestrainer-Plänen ab
Jürgen Klopp hat bestätigt, dass Gespräche über eine mögliche Übernahme des Bundestrainer-Postens stattfinden. Im Interview mit Johannes B. Kerner bei Magenta TV sagte er: "Ja, die Gespräche kann ich bestätigen, aber ich möchte ein bisschen ausholen." Rückblickend erinnerte sich Klopp an das dramatische Elfmeterschießen im Achtelfinale. "Es ist ja noch nicht so lange her – da standen wir hinterm Tor beim Elfmeterschießen und als Manuel Neuer den Elfmeter gehalten hat, haben wir alle gejubelt wie die Verrückten." Er habe sich sicher gefühlt, dass der Moment auf deutscher Seite sei. Kurz darauf sei jedoch die Ernüchterung gefolgt, als das Spiel letztlich doch verloren ging.
Klopp legte Wert darauf, die Wechselhaftigkeit im Fußball zu betonen: Hätte das Team den Elfmeter verwandelt und Paraguay nicht, würde man heute nicht über einen Trainerwechsel sprechen. Nun sei aber Julian Nagelsmann zurückgetreten, der DFB suche eine Nachfolgelösung und habe im Zuge dessen Kontakt zu Klopp aufgenommen. "Ich habe einen bestehenden Vertrag mit Red Bull, habe mehrfach gesagt, wie gerne ich diesen Job mache, bin als Mensch so, dass ich Verträge normalerweise super gerne einhalte, aber habe durchaus auch gesagt, dass ich Interesse an den Gesprächen habe", erklärte der 59-Jährige. Der Ausgang sei offen, intensive Gespräche stünden bevor, stellte Klopp klar.
Die Probleme der Nationalmannschaft seien aus Klopps Sicht nicht allein an der Person Nagelsmann festzumachen. "Julian ist ein außergewöhnlicher Trainer, das wird er in seinem Trainerleben noch ganz oft beweisen dürfen." Daher müsse der weitere Verlauf der Gespräche abgewartet werden. Auch mit seinem aktuellen Arbeitgeber, Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer der Red Bull GmbH), müsse er sprechen.
"Müssen Dinge grundlegend verändern": So sieht Jürgen Klopp die Zukunft der deutschen Mannschaft
Klopp betonte: "Ich weiß, dass ihm der deutsche Fußball auch am Herzen liegt und er dementsprechend sehr offen ist für diese Gespräche, aber geführt werden, müssen sie ja trotzdem." Nach Klopps Worten müsse in dieser Konstellation idealerweise eine Lösung gefunden werden, mit der alle Seiten einverstanden sind. Besonders Red Bull müsse "sauber aus der Nummer rauskommen können".
Rückblickend auf seine bisherige Tätigkeit schilderte Klopp: Er sei nun 19 Monate bei Red Bull, habe viel gelernt und Veränderungen angestoßen. Ein Ausstieg bedürfe daher einer sorgfältigen Klärung. Auch wenn dies nicht die erste Anfrage für den Bundestrainerposten gewesen sei, empfinde Klopp das Timing diesmal als besser als zuvor.
"Ich habe vor zwei Jahren habe ich in Liverpool aufgehört und gesagt, dass mir die Energie fehlt für ein weiteres Jahr. Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, ich bin bereit.“ Er betonte in dem Gespräch mit Magenta TV abschließend die Bedeutung der anstehenden Aufgaben: "Der deutsche Fußball steht am Wendepunkt, wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern."
Update vom 03.07.2026, 12.06 Uhr: DFB teilt mit: Nagelsmann als Bundestrainer zurückgetreten
Jetzt ist es offiziell: Julian Nagelsmann ist nicht länger Bundestrainer - und Jürgen Klopp steht als Nachfolger bereit. Der 38-jährige bisherige Chefcoach der Nationalmannschaft erklärte wenige Tage nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay seinen sofortigen Rücktritt, wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll ihm dieser Schritt von der DFB-Spitze während eines Krisentreffens am Donnerstag (2. Juli 2026) nahegelegt worden sein. "Kleines"Trostpflaster für Nagelsmann: Der Ex-Bundestrainer erhält eine geschätzte Abfindung in Höhe von rund sieben Millionen Euro, berichtet die Bild.