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FC Bayern-Trainer Kompany nach CL-Spiel in Paris: "Meine einzige Bitte ist..."


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa

Paris, Mittwoch, 29. April 2026

Kompany will keine stillen Zuschauer: Beim Champions-League-Rückspiel gegen Paris zählt für den Bayern-Trainer jede Stimme. Und vor allem laut soll sie sein.
Michael Olise (l.) und Marquinhos kämpfen um den Ball. Bayern und Paris lieferten sich im Champions League- Hinspiel ein Spektakel. FCB-Coach Vincent Kompany hofft beim Rückspiel in München auf lautstarke Fans.


Bayern-Coach Vincent Kompany setzt im Rückspiel des Champions-League-Halbfinales in München gegen Paris Saint-Germain auf die tatkräftige Unterstützung der heimischen Fans. "Also ich würde zum Stadion kommen für so ein Spiel, aber nicht um leise zu sein", sagte der 40-Jährige nach der 4:5-Niederlage im Hinspiel bei Prime Video. Aufgrund einer Gelb-Sperre musste Kompany das erste K.o.-Duell im Pariser Prinzenpark von der Tribüne aus verfolgen.

"Wir brauchen unsere Fans, wir brauchen Unterstützung. Es war so ein Feuer gegen Madrid. Wir brauchen nicht wenige, wir brauchen sogar noch mehr", betonte Kompany. Im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real hatte seine Mannschaft einen 4:3-Sieg in der Allianz Arena gefeiert.

Kompanys Appell an die Bayern-Fans fürs Rückspiel gegen PSG

Kompany appellierte in Paris an die Fans, die Allianz Arena beim Rückspiel stimmungsmäßig in eine uneinnehmbare Festung zu verwandeln: "Meine einzige Bitte ist: Wenn einer eine Karte gekauft hat und er fühlt sich am Spieltag nicht wohl, dass er zu Hause bleibt. Und seine Karte weitergibt an die fittesten Leute, die diese Wucht der Allianz Arena mit 75.000 Zuschauern mitnehmen können."

Das einzige Ziel sei, "dass wir das Spiel gewinnen", erklärte Kompany: "Es geht nicht um 2:0, 3:0, 4:0. Es geht darum, wir müssen das Spiel gewinnen. Und den Support, das zu erzielen, den brauchen wir." Kompany strebt mit aller Kraft das Finale gegen den FC Arsenal oder Atlético Madrid am 30. Mai in Budapest an. Am kommenden Mittwoch (6. Mai 2026) empfangen die Münchner den Titelverteidiger PSG, um den Einzug ins Finale zu sichern.

"Ich glaube, die Jungs geben immer alles. Das haben die Fans auch gesehen heute", erklärte Kompany. "Die Fans geben auch immer alles für uns, aber wir brauchen halt 75.000 Fans, die genauso wie unsere Auswärtsfans heute gefiebert haben." Diese Unterstützung erhofft er sich in München bereits ab dem Aufwärmprogramm.

Bayern-Chef geschockt beim 2:5: "Da denkst du oh, oh, oh"

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen bezeichnete den spektakulären Neun-Tore-Krimi als "historischen Tag". "Das war etwas sehr Außergewöhnliches", sagte der 58-Jährige und gewährte in seiner Ansprache beim Bankett im Teamhotel in der Nacht zum Mittwoch (28./29. April 2026) auch Einblicke in seine Gefühlswelt während des Spiels.

"Wenn du 2:5 hinten bist, dann bist du eigentlich tot. Da sitzt du auf der Tribüne und denkst: oh, oh, oh, wie soll das werden", erzählte Dreesen. Doch dann habe die Mannschaft mit den Comeback-Toren von Dayot Upamecano und Luis Díaz zum 4:5 ihre besondere Qualität unter Beweis gestellt.

"Wir haben heute gesehen, dass diese Mannschaft Charakter hat. Sie hat diesen Charaktertest wieder einmal bestanden. Sie hat den Mut, den Willen und das Vertrauen in sich selbst, solche Rückstände immer wieder aufzuholen", lobte der Bayern-Chef. Dies sei auch das Ergebnis der Arbeit von Cheftrainer Vincent Kompany, Co-Trainer Aaron Danks und des gesamten Teams.

Sonderlob für den "special coach Danksy"

Der 42-jährige Engländer Danks, der den gesperrten Kompany an der Seitenlinie für einen Abend als Chef vertreten hatte, erhielt ein besonderes Lob von Dreesen. Und zwar auf Englisch: "We had a special coach today. Aaron. Danksy. Yes!" Der Assistent habe einen fantastischen Job gemacht.

Dreesen wies jedoch "bei aller Freude" über das Zwei-Tore-Comeback zum 4:5 mit Blick auf das Rückspiel auch darauf hin: "Wir sind ein Tor zurück." Doch der Bayern-Chef glaubt mit dem Heimvorteil in der entscheidenden zweiten Runde gegen PSG an den Einzug ins erste Königsklassen-Finale seit dem letzten Titelgewinn 2020.

Zumal in der Allianz Arena auch Kompany wieder als aktiver Trainer am Spielfeldrand zurück sein werde. "Und zusammen werden wir in der Lage sein, zu gewinnen", sagte Dreesen.

Kimmich über Rückstand: "Boah, was ist denn hier los?"

Für Bayerns Mittelfeldstar Joshua Kimmich fühlte sich der zwischenzeitliche Drei-Tore-Rückstand gegen Paris Saint-Germain surreal an. "Man stand so ein bisschen auf dem Platz und dachte: Boah, was ist denn hier los? Weil drei Tore schlechter waren wir auf gar keinen Fall", sagte der DFB-Kapitän bei Prime Video. "Da ist es schon wichtig gewesen, dass wir relativ ruhig gewesen sind." Nach 58 Minuten hatte PSG mit 5:2 geführt.

"Am Anfang hatte ich schon das Gefühl, dass eigentlich beide Mannschaften so ein bisschen auf Kontrolle aus waren. Aber nach 25, 30 Minuten war halt nix mehr mit Kontrolle", analysierte Kimmich. "Es fühlt sich merkwürdig an", sagte der 31-Jährige zum Ergebnis, welches den Bayern noch alle Chancen auf den Final-Einzug offen lässt.

Vincent Kompany  meinte: "Ich hatte das Gefühl, das war drin, so ein Spiel. Natürlich, normalerweise: Wenn du fünf Gegentore bekommst auswärts, dann ist es vorbei im Halbfinale, aber wir schießen ja vier und wir können natürlich noch zwei, drei mehr schießen." Ähnlich sah es Kimmich: "Für den Fußball war's mal wieder Werbung."

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