Er finde die Entscheidung nicht richtig, "wenn man sieht, was auf dem Platz passiert, wie viele Leute meckern und was sagen", sagte Kompany bei DAZN. "Ich versuche immer, respektvoll zu bleiben, war ich auch."
Eberl und Neuer reagieren gelassen auf Kompany-Sperre
Bayerns Sportvorstand Max Eberl erfuhr im TV-Interview von der Sperre. "Jetzt ist der Trainer gesperrt - um Gottes willen", sagte er, um dann hinzuzufügen: "Auch da werden wir eine Lösung finden, wie wir das dann hinbekommen."
Bayern-Kapitän Manuel Neuer reagierte gelassen auf den Umstand, dass Kompany in Paris das Team nicht am Spielfeldrand coachen kann. "Das ist so eine Situation, die tangiert uns jetzt nicht auf dem Spielfeld", meinte der Torwart.
Beim entscheidenden Rückspiel gegen PSG am 6. Mai in München darf Kompany seinen Trainerjob dann in der Allianz Arena wieder aktiv ausüben.
Pressestimmen zum Sieg des FC Bayern gegen Real Madrid
Nach Bayern Münchens Viertelfinalsieg in der Champions League gegen Real Madrid verzichtet die spanische Presse auf die ganz scharfe Kritik an den Königlichen. Schiedsrichter Slavko Vinčić aus Slowenien wird nach dem 4:3 der Bayern im Rückspiel (Hinspiel: 2:1) wegen seiner Gelb-Roten Karte für Eduardo Camavinga beim Stand von 3:2 für Real deutlich schärfer angegangen.
Spanien
"Mundo deportivo": "Real Madrid verabschiedet sich von allem."
"AS": "Ehrenvoller Abschied in München. In der Allianz Arena trieben sie die Deutschen in einem heldenhaften Spiel an ihre Grenzen, mit einem nie dagewesenen Maß an Aufopferung - und das nach einem Platzverweis für Camavinga, der einer Beschwerde bedarf. Eine willkürliche Entscheidung von Vinčić, kurioserweise Landsmann von Ceferin, die wohl ein wunderschönes Duell entschied, in dem Real Madrid dreimal in Führung lag. Das weiße Team wird mit der Bitterkeit zurückbleiben, nicht das ganze Jahr über so stark gewesen zu sein wie in München."
"Sport": "Bayern München lässt Real Madrid mit leeren Händen zurück und nimmt ihnen ihren Mythos. (...) Eine Niederlage ohne jeglichen Mythos, in der Luis Díaz öffentlich ein Real Madrid verurteilte, das nach dem Platzverweis von Camavinga nur noch zu zehnt spielte – ein treffendes Spiegelbild einer Saison voller Fehler. Olise vollendete das Werk."
"Marca": "Welch eine Ungerechtigkeit! (...) Real Madrid verabschiedet sich mit Würde. Die Königlichen gehen mit 3:2 in Führung und halten bis zur 89. Minute gegen Bayern mit, nachdem Vinčić nach einem kindischen Foul Camavinga lächerlicherweise vom Platz stellt. Ein Doppelpack von Arda, ein Tor von Mbappé und ein würdiger Abschluss eines enttäuschenden Jahres."
"El Mundo": "Der Stolz in München konnte die Niederlage nicht verhindern, die Real Madrid ein titelloses Jahr beschert. Der umstrittene Platzverweis von Camavinga war ausschlaggebend dafür, dass Arbeloas Mannschaft mit 3:4 gegen die Bayern verlor, die im Halbfinale auf PSG treffen werden."
"ABC": "Camavinga, der dümmste Platzverweis im denkbar ungünstigsten Moment. Der Franzose ließ sein Team mit zehn Mann zurück, als alles auf eine Verlängerung hindeutete."
Großbritannien
"Independent": "Bayern München verpasst Real den K.o. in einem epischen Champions-League-Spiel."
"The Guardian": "Als sich der Staub nach einem absolut fesselnden Hin- und Rückspiel gelegt hatte, konnte sich der FC Bayern München im Glanz eines historischen Sieges sonnen und träumerisch von der Aussicht auf ein Halbfinale gegen Paris Saint-Germain schwelgen. Es ist das Duell, das sich die meisten neutralen Zuschauer gewünscht haben, doch die Messlatte für Unterhaltung liegt nun himmelhoch."
"The Sun": "Man konnte das Spiel nicht einen Moment aus den Augen lassen. (...) Mit Camavingas Moment der Dummheit – er brachte Kane zu Fall, obwohl er bereits eine Gelbe Karte hatte, und rannte dann mit dem Ball davon – wechselte am Ende das Momentum."
"Daily Mail": "Die formidablen deutschen Giganten unterstreichen in einem fesselnden Spiel, warum sie derzeit Europas formstärkste Mannschaft sind."
Frankreich
"Le Parisien": "Komplett unberechenbar wechselte das Spiel in der ersten Halbzeit einem veritablen Tischtennis-Spiel gleich. (...) Es ist also der FC Bayern München, der auf PSG trifft, das sich am Dienstag dank seines Sieges in Anfield (0:2) qualifiziert hat. Ein Gegner, gegen den die Pariser gewöhnlich zu kämpfen haben und oft verlieren."
"L'Équipe": "Furioser Wahnsinn. (...) Das sind die Bayern für PSG. (...) Das Halbfinale zwischen den beiden großen Favoriten des Wettbewerbs - Bayern München und PSG - wird tatsächlich stattfinden. Doch wer hätte gedacht, dass die Bayern so große Mühe haben würden, Real Madrid in zwei Spielen aus dem Wettbewerb zu werfen – nach einem ziemlich außergewöhnlichen Rückspiel, das die Spanier völlig aus der Fassung gebracht hat."
"Le Monde": "Real Madrid, in der Champions League ehrenvoll ausgeschieden, steuert auf eine Saison ohne Titel zu. Nach einem spektakulären Spiel hat sich Bayern München mit einem 4:3 gegen ein kämpferisches Real Madrid für das Halbfinale des europäischen Wettbewerbs qualifiziert."
"Le Sud Ouest": "Der FC Bayern München musste am Mittwochabend zittern, nachdem er im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals lange Zeit gegen Real Madrid zurücklag. (...) Die erste Halbzeit war komplett verrückt."
Italien
"Tuttosport": "Neuer-Debakel, Diaz und Olise retten ihn: Güler und Mbappé wecken falsche Hoffnungen, Camavinga besiegelt das Schicksal von Real. In der Allianz Arena passiert alles Mögliche: eklatante Fehler, sieben Tore und eine Rote Karte, die die Wut der Madrilenen zum Explodieren bringt."
"La Repubblica": "Bayern gegen Real ist eine Klasse für sich."
"Gazzetta dello Sport": "Bayern nach einer denkwürdigen Show im Halbfinale. (...) Eine absurde erste Halbzeit."
Schweiz
"Blick": "In der 94. trifft Michael Olise (24) noch zum 4:3. Das passt zu einem Abend, an dem gilt; Achtung, fertig, Tor! Es soll ja Teams geben, die ein Viertelfinal-Rückspiel im wichtigsten Klubwettbewerb der Welt vorsichtig taktierend angehen. Aber nicht der FC Bayern München und Real Madrid."
"NZZ": "Erstmals seit 2012 wirft Bayern München Real Madrid aus der Champions League. Im Halbfinale wartet der Titelverteidiger Paris Saint-Germain. Beim 4:3 fallen allein in der ersten Halbzeit fünf Tore. Die Bayern begingen zwar viele Fehler, doch die Mannschaft vermag mit Rückschlägen umzugehen."
Österreich
"Kurier": "Mehr Spektakel geht nicht. Bayern München und Real Madrid lieferten sich ein denkwürdiges Rückspiel um den Einzug ins Halbfinale der Champions League."
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