Nürnberg
Museumsnacht

Nürnberg feiert "Blaue Nacht"

Unter dem Motto "Odyssee" stand heuer die "Blaue Nacht" am Samstagabend in Nürnberg. Die Bewerbung Nürnbergs zur Kulturhaupstadt stand im Fokus.
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Verspielte Burgprojektion von Barbara Engelhard bei der "Blauen Nacht" am Samstag (6. Mai) in Nürnberg. Foto: Ralf Moll
Verspielte Burgprojektion von Barbara Engelhard bei der "Blauen Nacht" am Samstag (6. Mai) in Nürnberg. Foto: Ralf Moll
Ganz in blau hat sich Nürnberg am Samstagabend (6. Mai) präsentiert. Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) hat den Startschuss für die "Blaue Nacht" in diesem Jahr zum ersten Mal im obersten Stockwerk des "Business Towers" gegeben, dem 31. Stock. Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) will die "größte Museumsnacht der Republik" zum Aushängeschild für die Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt machen.



Zuvor mussten die zahlreichen Ehrengäste mit dem Aufzug in den obersten Stock des markanten Bürogebäudes der Nürnberger Versicherungsgruppe transportiert werden. In 40 Sekunden erledigten die Gäste die 135 Höhenmeter. Dem bekannten Immobilienunternehmer Gerd Schmelzer wurde angesichts dieser Zahlen etwas mulmig. Zum Glück hatte Schmelzer seine Gattin bei der rasanten Fahrt in das höchste Stockwerk der Frankenmetropole an seiner Seite.

Die Kulturreferentin der Stadt, Julia Lehner (CSU), hatte an diesem Abend die Zügel fest in der Hand und die Zukunft genauso fest im Blick. "Das ist die größte Kulturnacht der ganzen Republik. Darauf dürfen wir Franken bei allem Understatement auch stolz sein", rief Lehner den Gästen des festlichen Empfangs im 31. Stock des "Business Towers" selbstbewusst zu. Weniger wichtig sei der Kulturreferentin wie viele Besucher am Ende durch die Nacht pilgerten. Egal ob 140 oder 150.000 Besucher - die "Blaue Nacht" beweise, dass "Klasse trotz Masse" möglich sei. Das Erfolgsgeheimnis der fränkischen Museumsnacht verortete Lehner in ihrem Projektcharakter. Die "Blaue Nacht" sei einem stetigen Entwicklungsprozess unterworfen gewesen. In diesem Jahr habe man beispielsweise damit angefangen, das Programm bereits am Nachmittag starten zu lassen, damit auch Familien mit kleinen Kindern an dem Event teilnehmen könnten. Gleichzeitig sei die "Blaue Nacht" für die Kulturmacher eine Spielwiese zum Experimentieren, um zu lernen, wie man mit verschiedenen Kulturformaten umgehen könne. Diese Erfahrungen seien für die Stadt bei der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt unschätzbar hilfreich und wertvoll.


Maly: "Kulturhauptstadt erweitert die Perspektiven für die Frankenmetropole"



Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) rühmte den tollen Blick, den man vom 31. Stock der Firmenzentrale der Nürnberger Versicherung auf "seine" Stadt habe. Wer ganz genau hinschaute, konnte die vielen blauen Lämpchen in den Straßen und Gassen selbst aus dem obersten Stockwerk des modernen Glasturmes erkennen. "So könnte es aussehen, wenn Nürnberg den Zuschlag erhält", sagte Maly im Hinblick auf das quirlige Kulturtreiben zu seinen Füßen und der Nürnberger Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt. Zwar werde nicht jede Nacht an die Blaue Nacht herankommen. Aber der Titel der Kulturhauptstadt werde die Perspektiven auf die Frankenmetropole deutlich erweitern. Freilich würde die Entscheidung erst in acht Jahren fallen. Nicht umsonst habe die Stadt das Motto der "Blauen Nacht" im Hinblick auf die lange Bewerbungsphase unter den Titel "Odyssee" gestellt. Maly versteht das diesjährige Motto der Museumsnacht aber nicht als Irrfahrt, sondern als Suche nach dem Glück. Er freue sich jedenfalls auf den langen Bewerbungsweg - auch wenn manche Abenteuer zu meistern seien auf der Strecke.

Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzende der Nürnberger Versicherung, unterstützt ebenfalls die Bewerbung der Stadt zur Kulturhauptstadt. Nur so könne sich die Frankenmetropole in der Welt noch bekannter machen. Anschließend wurden die Eröffnungsgäste feierlich mit dem Fahrstuhl in die "Blaue Nacht" entlassen. Christel Paßmann, Organisatorin der Museumsnacht, ließ es sich nicht nehmen, vorher noch mit Barbara Engelhard anzustoßen, die in diesem Jahr die Burg mit ihren Projektionen illuminieren durfte. "Wird schon schief gehen - jetzt können wir eh nix mehr tun", sagte Paßmann zum Thema Lampenfieber und stieß mit einem blau-leuchtenden Getränk auf der Erfolg der Kulturnacht und eine erfolgreiche Bewerbung zur Kulturhauptstadt an. Am Sonntagmorgen - 150.000 Besucher und 70 Veranstaltungsorte später - zieht Christel Paßmann zur diesjährigen "Blauen Nacht" ein durchweg positives Resümee: "Ich fand es in diesem Jahr richtig gut, weil es künstlerisch so aufregend war."


Weitere Infos zur "Blauen Nacht" in Nürnberg:

- Blaue Nacht: Zum 18. Mal hat am Samstagabend in Nürnberg die "Blaue Nacht" stattgefunden, die heuer unter der Überschrift "Odyssee" stand.

- Museumsnacht: In diesem Jahr haben 150.000 Besucher nach Angaben der Stadt die Museumsnacht mit ihren 70 Veranstaltungsorten besucht.

- Besonderheiten: Dass es "überhaupt keine Zwischenfälle" gegeben habe, bezeichnete Christel Paßmann, die Macherin der "Blauen Nacht", am Sonntag als "besonders schön in diesen Zeiten".

- Publikumspreis: Stefan Reiss aus Berlin hat den Publikumspreis der Besucher gewonnen. 22,7 Prozent der Teilnehmer stimmten für seine Installation "O.T. 875", die aus meterlangen Holzelementen bestand im Hof des Krafft"schen Hauses zu sehen war. Der Publikumspreis ist mit 5.000 Euro dotiert.


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