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Glasfaser in Neuenmarkt: Wird Wunsch bald Wirklichkeit?

Ein Masterplan soll klären, ob in Neuenmarkt ein Glasfaseranschluss für jedes Haus möglich und finanzierbar ist.
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Wie das Ziel "Glasfaser in jedes Haus" erreicht werden kann, soll in einem Masterplan erarbeitet werden. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa
Wie das Ziel "Glasfaser in jedes Haus" erreicht werden kann, soll in einem Masterplan erarbeitet werden. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Masterplan für den weiteren Ausbau der Datenautobahn im Bereich der Gemeinde Neuenmarkt wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorgestellt. Das langfristige Ziel ist klar umschrieben: Glasfaser in jedes Haus.

Bürgermeister Siegfried Decker (NG) machte deutlich, dass die Gemeinde über das bayerische Förderprogramm "in den zurückliegenden Jahren sehr viel Geld in das schnelle Internet investiert" habe. So seien rund 150 Haushalte vornehmlich im Außenbereich auf Glasfaser umgestellt worden. "Dadurch können wir zum Beispiel an unserer Verbandsschule 500 Megabit anbieten. Das brauchen wir für die Einrichtung der digitalen Klassenzimmer, denn mit der Kupfertechnologie war das nicht möglich", so Decker.

Ohne Förderung geht es nicht

Künftig gehe es darum, das Glasfasernetz Schritt für Schritt flächendeckend auszubauen. "Dazu brauchen wir weitere Förderprogramme - und wir müssen Synergieeffekte bei anstehenden Tiefbaumaßnahmen nutzen. Der Masterplan sagt uns, wie das geht."

Die Planungs- und Beratungsleistung sei kostenlos, so der Bürgermeister. Die Gemeinde habe eine Förderzusage von bis zu 50 000 Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erhalten.

Viel Geld geht in den Tiefbau

Enrico Meierhof, der beim Büro Reuther NetConsulting für die Planung und Projektleitung zuständig ist, erklärte, dass Glasfaser in jedes Haus eine unendlich hohe Bandbreite "bis in den Terabit-Bereich" bringe. Der Masterplan sei verbindlich für alle Ausbaumaßnahmen und Unternehmen. Meierhof machte deutlich, dass der Ausbau im Regelfall sukzessive erfolgt, selten am Stück.

Die Kosten betrügen je Gebäude zwischen 4000 und 6000 Euro, davon seien zwei Drittel Tiefbaukosten. Durch Tiefbausynergien seien hier durchaus Kosteneinsparungen möglich. "Der Masterplan zeigt auf, welches Material an welcher Stelle verlegt werden muss, damit nach und nach ein strukturiertes, flächendeckendes und wirtschaftlich optimiertes Glasfasernetz in jedes Haus entsteht", so Enrico Meierhof weiter. Derzeit seien nur 15 Prozent aller Häuser im Gemeindebereich mit Glasfaser versorgt.

"Wohlstand von morgen"

Das Glasfasernetz ermögliche es mehreren Providern unabhängig voneinander, ihre Dienste anzubieten. Nach Fertigstellung des Masterprojekts habe die Gemeinde ein strukturiertes Netz, "aber wir müssen dafür sorgen, dass die Provider umdenken und den Masterplan als Planungsbasis nehmen", verdeutlichte der Experte. Glasfaser bedeute "Wohlstand von morgen", schloss Meierhof.

Dass sich die Gemeinde Neuenmarkt den weiteren Ausbau mit Glasfaser in Eigenverantwortung leisten kann, nannte Breitbandpate Dieter Mühlbauer (SPD-Offene Liste) eine Wunschvorstellung: "Weil wir uns das nicht leisten können und auch nicht wollen."

Zur ersten Änderung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet "Hegnabrunn-Süd" lagen dem Gemeinderat die Stellungnahmen zu den vorgebrachten Bedenken und Anregungen vor. Wie Bürgermeister Siegfried Decker zu verstehen gab, bezieht sich die Änderung ausschließlich auf die Betriebsgrundstücke der Unternehmensgruppe Gammisch. Die privaten Grundstücke am Sailweg seien davon nicht betroffen. Das Unternehmen wolle die vorhandene Bebauung anpassen und die naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen umsetzen. Eine Erhöhung der versiegelten Flächen sei nicht geplant, ebenso werde nicht in das Wasserrecht eingegriffen.

Neue Spielgeräte

Sonja Promeuschel (NG) sprach noch den Immissionsschutz an. Nachdem im Bebauungsplan dazu keine Aussagen getroffen wurden, soll dies nachgeholt werden. Insbesondere sollten unzulässige Lärmimmissionen vermieden werden.

Der Bürgermeister gab noch bekannt, dass der Kauf neuer Spielgeräte für rund 5000 Euro in Auftrag gegeben wurde. Dabei machte Decker deutlich, dass die Spielplatzbegehung in Zukunft mit einem Fachmann stattfinden soll.



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