Theres
Gemeinderat

Neue Kläranlage soll Mitte September fertig sein

Das Thereser Gremium ließ sich über den Stand der Arbeiten an dem Pilotprojekt informieren. Der Kanal in der Ölgartenstraße soll 2019 saniert werden
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Reinhard Müller vom Büro Akut aus Bad Soden-Allenbach (rechts im Bild) erläuterte dem Gemeinderat Theres die Funktionsweise der zweistufigen Rohabwasserfilter mit integrierter Mischwasserbehandlung an der Kläranlage bei Buch.Ulrike Langer
Reinhard Müller vom Büro Akut aus Bad Soden-Allenbach (rechts im Bild) erläuterte dem Gemeinderat Theres die Funktionsweise der zweistufigen Rohabwasserfilter mit integrierter Mischwasserbehandlung an der Kläranlage bei Buch.Ulrike Langer
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Seit Februar wird die Kläranlage bei Buch zu einem zweistufigen Rohabwasserfilter mit integrierter Mischwasserbehandlung hergerichtet. Dabei war es ein Segen, dass es so lange nicht geregnet hat. Denn so machten die Arbeiten gute Fortschritte, wovon sich der Gemeinderat Theres jetzt überzeugte.

Reinhard Müller vom Büro Akut aus Bad Soden-Allenbach erläuterte den Gemeinderäten die einzelnen Arbeitsschritte während des laufenden Betriebs der bestehenden Teichkläranlage. Er teilte mit, dass der Vorklärteich, der derzeit noch benötigt werde, am Ende ausgepumpt und mit Erde aufgefüllt werde. So könne der Platz dann als Zwischenlager für den Bauhof genutzt werden.

Bei der neuen Anlage handelt es sich um eine zweistufige Pflanzenkläranlage mit zwei hintereinander geschalteten Vertikalfiltern, die vollkommen ohne Strom betrieben werden kann. Das gereinigte Wasser wird am Ende in den Vorfluter abgeschlagen und der Schlamm kann nach zehn bis 15 Jahren auf landwirtschaftliche Flächen aufgebracht oder verbrannt werden.

Müller erinnerte daran, dass dieses neuartige, naturnahe und kostengünstige Verfahren als Pilotprojekt für den ländlichen Raum den Abwasser-Innovationspreis des Bayerischen Umweltministeriums und eine Förderung in Höhe von 370 000 Euro bei Gesamtkosten von 787 000 Euro erhalten hat. Wie er weiter mitteilte, werde die ausführende Firma Weipert aus Maßbach die Anlage bis 15. September fertiggestellt haben.


Bedenken wegen Unterhaltspflicht

Bei einem weiteren Ortstermin in der Gartenstraße in Untertheres befasste sich der Gemeinderat mit dem Wunsch des Anliegers Georg Göb, die Straße auf eigene Kosten zu asphaltieren, und mit dessen Bitte um eine Förderung durch die Gemeinde. Doch das Gremium hielt einen Zuschuss aus Gründen der Gleichbehandlung nicht für möglich und will das Vorhaben zunächst rechtlich prüfen lassen. Denn im Fall eines privaten Ausbaus der Straße müsste die Gemeinde eventuell die Unterhaltspflicht übernehmen.

Im Rathaus in Obertheres berichtete Bürgermeister Matthias Schneider, dass im Zuge der Sanierung der Brunnenstraße in Untertheres und der darin liegenden Kanalisation im kommenden Jahr auch der Kanal in der Ölgartenstraße saniert werden sollte. Dort sei Quellwassereintrag festgestellt worden. Die Kosten für die Kanalsanierung in der Brunnenstraße bezifferte Schneider auf 431 970 Euro, während für die Kanalsanierung in der Ölgartenstraße 101 150 Euro anfielen. Damit zeigte sich der Gemeinderat einverstanden. Allerdings verlangte er, dass das beauftragte Ingenieurbüro Stubenrauch aus Königsberg prüfen soll, ob für die Ölgartenstraße auch das günstigere Inlinerverfahren angewendet werden könnte.


Hauskauf wird nicht gefördert

Die Allianz Main & Haßberge hat ein Förderprogramm für Investitionen zur Nutzung vorhandener Bausubstanz entworfen. Es regelt, unter welchen Bedingungen die Mitgliedskommunen Haßfurt, Königsberg, Theres, Wonfurt und Gädheim Zuschüsse bei Investitionen zur Erhaltung und Nutzung vorhandener Bausubstanz oder zur Schaffung neuer Bausubstanz in den Ortskernen gewähren. Weiterhin gibt es Beratungsgutscheine für Personen, die mit dem Gedanken spielen, ein älteres leerstehendes Gebäude zu sanieren oder durch Umbau, Anbau oder Teilabriss attraktiver zu gestalten bzw. für Personen, die über die Bebauung einer Baulücke nachdenken.

Ziel ist es, leerstehende Gebäude zu revitalisieren. Allerdings bestimmt jede Kommune die Förderfähigkeit und die Maximalförderung eigenständig. So wird die Gemeinde Theres den Kauf eines Gebäudes nicht fördern. Förderfähig sind aber zum einen die Bausubstanz, die einer neuen Wohn- und/oder Gewerbenutzung zugeführt wird, und zum anderen der Abbruch eines Gebäudes. Der Bauherr muss mindestens 35 000 Euro investieren und kann höchstens 10 000 Euro Förderung erhalten. Das 2017 von der Gemeinde Theres beschlossene Förderprogramm wird dann mit in Krafttreten des Allianz-Förderprogramms zum 1. Januar 2019 aufgehoben.

Mit dem Gestattungsvertrag mit den Stadtwerken Schweinfurt für die Fernwasserleitung Schweinfurt-Wohnau war der Gemeinderat einverstanden. Für die Fernleitung wird im Bereich Horhausen noch ein rund 500 Quadratmeter großer Standort für ein Pumpwerk gesucht. Daher wird geprüft, ob eventuell das gemeindeeigene Grundstück nördlich des Autobahnrastplatzes in Frage kommt.


Bauernverband soll Stellung beziehen

Da die "Soziale und Unabhängige Bürgergemeinschaft Theres" (SUBT) 2017 den Antrag gestellt hatte, dass von der Gemeinde verpachtete Flächen zum Schutz der Natur künftig nur noch nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet werden sollten, hat sich im Gemeinderat eine Arbeitsgruppe gebildet. Allerdings hat die SUBT nun den Antrag modifiziert und fordert künftig nur noch eine extensive Bewirtschaftung. Um eine Verpachtung sowohl an konventionelle Landwirte als auch an Bio-Bauern zu ermöglichen, sollte ein Kultur- und Landschaftsprogramm als Vorgabe dienen.

Bürgermeister Matthias Schneider betonte, dass Begriffe wie ökologisch relativ dehnbar seien und man konventionelle Landwirte nicht ausschließen wolle. Zumal es nur einen Bio-Bauern in der Gemeinde gebe. Auch seien die Flächen bereits ausgeschrieben worden. Der Sprecher der Arbeitsgruppe, Joachim Türke, teilte mit, dass man die Obmänner des Bayerischen Bauernverbandes und einige Imker in der Gemeinde um ihre Stellungnahme gebeten habe. Sobald diese vorlägen, sollte das Thema erneut behandelt werden.

Mit dem Bauantrag von Markus Hahn zur Sanierung des bestehenden Nebengebäudes in Untertheres, dem Bauantrag von Tobias Hömer zum Umbau des Obergeschosses im bestehenden Nebengebäude zum Wohnraum mit Dachterrasse in Untertheres, dem Bauantrag von Ludwig Hahn zur Nutzungsänderung des bestehenden Wohnhauses zum Ferienhaus zu Vermietungszwecken in Obertheres und dem Tekturantrag von Brigitte und Hartmut Wehner zum Ausbau des Dachgeschosses mit zwei Gauben für Wohnräume und Anbau einer Außentreppe in Obertheres bestand Einverständnis.

Wie Bürgermeister Matthias Schneider mitteilte, werde der Verwendungsnachweis für bauliche Maßnahmen und insbesondere für die Außenanlagen am Kindergarten Obertheres derzeit erstellt. Die Gesamtkosten betragen demnach rund 121 000 Euro.

Die für die Entwässerungsanlagen in allen Gemeindeteilen notwendigen Investitionen werden zu gegebener Zeit über Verbesserungsbeiträge finanziert. Die Höhe der anfallenden Kosten, auch im Bereich des Abwasserzweckverbandes, wird aktuell ermittelt.


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