Natur

Hetzleser Berg: Lebensraum für über 1000 Arten

Das Gebiet um den Hetzleser Berg beheimatet Arten und Lebensräume, die mittlerweile nur noch selten vorkommen.
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Die Hänge des Hetzleser Bergs, eine Kulturlandschaft mit  Magerwiesen, Kopfeichen und Streuobstwiesen Foto: Karl Heinz Wirth
Die Hänge des Hetzleser Bergs, eine Kulturlandschaft mit Magerwiesen, Kopfeichen und Streuobstwiesen Foto: Karl Heinz Wirth
Das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) "Streuobst, Kopfeichen und Quellen am Hetzleser Berg" ist in das europäische Netz besonderer Schutzgebiete "Natura 2000" der EU eingebunden. Das Gebiet um den Hetzleser Berg beheimatet Arten und Lebensräume, die mittlerweile nur noch selten vorkommen, erklärte Herbert Rebhahn von der Regierung von Oberfranken zu Beginn einer Auftaktveranstaltung im Zehntspeicher in Neunkirchen am Brand. Dazu waren Kommunen, Eigentümer und Bewirtschafter eingeladen.

Ziel ist es laut Rebhahn, über die Pläne, die nach Vorgabe der EU erstellt werden, zu informieren. Die Naturschutzbehörde wird einen eigenständigen Managementplan für das Gebiet um den Hetzleser Berg erarbeiten. Auf der Grundlage von Kartierungen werden Maßnahmen festgelegt, die einen günstigen Erhaltungszustand der Arten und Lebensräume sichern beziehungsweise wiederherstellen sollen.


Die "Spanische Flagge"

Als Lebensräume gelten beispielsweise Kalkmagerrasen, Kopfeichen oder artenreiche Mähwiesen. Als "wertgebende" Arten wurden genannt die Gelbbauchunke, Spanische Flagge (eine Schmetterlingsart), Hirschkäfer und Emerit oder die Schmale Windelschnecke, die nur wenige Millimeter groß wird.

In ganz Bayern ist die alte Nutzungsform der Kopfeichen ausgesprochen selten. Rund um den Hetzleser Berg gibt es noch 1000 dieser mächtigen Bäume. Nirgendwo in Bayern findet sich eine solche Häufung alter Eichen wie am Hetzleser Berg. Die typische Kopfform entstand durch regelmäßigen Rückschnitt. Die Rinde der Äste wurde getrocknet, gemahlen und daraus ein Sud hergestellt, in dem Tierhäute zum Gerben eingelegt wurden.


Für kommende Generationen

Zusammen mit Eigentümern und Gemeinden versucht der Landschaftspflegeverband, die Eichen in ein Pflegemanagement zu integrieren, um sie für kommende Generationen zu erhalten. Für die Tierwelt sind sie von großer Bedeutung. Über 1000 Arten, vor allem Insekten, nutzen Kopfeichen als Lebensraum, um zu überleben und sich fortzupflanzen. Bekannt ist etwa der Hirschkäfer, dessen Larven sich im modernden Holz entwickeln.

Ziel ist der Erhalt der uralten Bäume, indem sie wieder regelmäßig geschnitten werden, und der Kulturlandschaft um den Hetzles mit seinen Bächen, Hecken, Streuobst- und Magerwiesen. Partner sind dabei die Gemeinden Hetzles, Effeltrich, Kunreuth und Neunkirchen am Brand.

"Die im Managementplan festgelegten Ziele und Maßnahmen dienen als Grundlage für die weitere Umsetzung", betonte Rebhahn. Dadurch soll die wertvolle Natur in den FFH- Gebieten um den Hetzleser Berg erhalten werden. Die Eigentümer werden nicht verpflichtet, Verbesserungen umzusetzen, allerdings dürfe keine Verschlechterung erfolgen. Ein intensiver Dialog mit den Eigentümern, Bewirtschaftern, Kommunen und Verbänden sei wichtig, um gemeinsam künftige Maßnahmen festzulegen und Umsetzungsmöglichkeiten für das Gebiet zu finden.

Deshalb hatte die Regierung von Oberfranken mit dieser Veranstaltung versucht, alle Beteiligten frühzeitig zu informieren und bei der Ausarbeitung eines Managementplanes mit einzubeziehen. Weitere Informationen, Auskünfte und Fördermöglichkeiten gibt die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt Forchheim.
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