Fasching

Fosenachtsdämmerung und 50. Geburtstag des Neunkirchner Carnevalsvereins (NCV)

Brillante Choreographien, pointierte Sketche und erstmals eine politische Bütt von den Pfarrern: In Neunkirchen hat der Fasching grandios Einzug gehalten. Zugleich war die Fosenachtsdämmerung der 50. Geburtstag des NCV.
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Die Gardemädchen faszinierten mit ihrer dynamischen Darbietung. Foto: Petra Malbrich
Die Gardemädchen faszinierten mit ihrer dynamischen Darbietung. Foto: Petra Malbrich
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"NCV Selau" - mit dem altbekannten Schlachtruf des Neunkirchner Carnevalsvereins (NCV) wurde die närrische Jahreszeit eingeleitet. Als die Präsidenten nebst Elferrat und den vielen Gardemädchen in die voll besetzte Zehntscheune einzogen, war die Stimmung für die Geburtstags-Fosenachtsdämmerung bestens.

Alleine das Jubiläum - 50 Jahre NCV - wäre ein Grund zum Feiern. Erster Präsident Steffen Habel erinnerte nur kurz an die Anfangszeit. "Heute brauchen wir fünf Minuten, bis wir alle von der Bühne haben", meinte Habel erfreut.

So war die diesjährige Fosenachtsdämmerung nicht nur eine Geburtstagsfeier, sondern ein Rückblick und eine Vorschau zugleich. Der Abend war eine sehr gelungene Mischung aus Können, Unterhaltung, Tanz, Sketchen und Bütt, abwechslungsreich gestaltet, mit vielen Pointen und Dynamik. In der geschmückten Zehntscheune konnten Präsident Steffen Habel und Sitzungspräsident Heiko Dierks durch das kurzweilige Programm mit Überraschungen führen.

Zu begrüßen gab es auch Ehrengäste: So waren Landrat Hermann Ulm (CSU), Gründungsmitglieder des NCV, der VdK, Abordnungen befreundeter Faschingsvereine wie die KG Hilaritas aus Lauf, die Effeltricher Allamoschee oder die Heroldsbacher, der Neunkirchner Bürgermeister Heinz Richter sowie Gemeinderat Martin Walz gekommen. Weniger Worte bedurfte es der Neunkirchner Garden, die allesamt mit ihrem tänzerischen Können, ihren ausgefeilten Choreografien und den schmucken Kostümen faszinierten und das Publikum zu tosendem Applaus brachte.

Gardetänzerinnen begeistern

Nicht nur die erfahrenen Gardetänzerinnen glänzten, auch die beiden jüngsten Gardemädchen Emma und Finja "ertanzten" sich Beifallsstürme. Zu orientalisch klingender mit Discosound untermalter Musik versetzte das Tanzmariechen Merle ihr Publikum in Staunen. Ihre dynamische Choreographie steigerte sich zur Musik immer mehr, bis Merle mit mehreren Saltos und einem Spagat immer wieder erneut Dynamik entfachte und mit ihrem Auftritt brillierte. "Das war eine Hammer-Performance, ein Hammer-Auftritt", sprach Sitzungspräsident Dierks den Zuschauern.

Seit neun Jahren ist Merle Tanzmariechen, verriet Dierks, bevor auch sie mit dem Schlachtruf "NCV Selau" von der Bühne verabschiedet wurde.

Dass ein Sketch auch ohne Worte funktioniert, wurde "beim Arzt" aufgezeigt. Vor jedem Sketch oder jeder Bütt versetzten die Garden ihr Publikum in Begeisterung und bereiteten schließlich auf die beiden Geistlichen Joachim Cibura und Axel Berthold vor.

Pfarrer glänzen mit ihrer Bütt

Die beiden Pfarrer traten als Akteure auf die Bühne, blätterten bei einem süffigen Glas Hefeweizen in der Zeitung und hatten allerlei zum politischen Tagesgeschehen und zu den einzelnen Parteien zu kommentieren oder gar Lösungen zu bieten. Das alles erzählten sie in Reimform, zogen auf diese Art gekonnt den Bogen zur Kommunalpolitik und betrachteten Bürgermeister Heinz Richter und dessen Verwaltung unter der Lupe, blickten mit Vermutungen über den künftigen Bürgermeister in die Zukunft, schwenkten dann zu Landrat Ulm, bis ihnen schließlich nichts anderes übrig blieb, als auch vor der Kirchentür zu kehren.

"Wir suchen seit Jahren eine politische Bütt, dann kommen die beiden Pfarrer und poltern so richtig ab", freute sich Präsident Steffen Habel. Den Geistlichen überreichte er einen Orden und wies zugleich spaßig auf die damit verbundenen Verpflichtung hin. Jährlich sollen die Pfarrer ihre politische Bütt zum besten geben.

Kurzweilig ging es weiter. Eine Geburtstagstorte wurde überreicht, Wünsche ausgetauscht, mit Sketchen und Tänzen für Unterhaltung gesorgt, es wurde geehrt und Julia Grau zur Ehrensenatorin ernannt.



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