Mühlhausen
Vereinsgründung

Mühlhausener Synagoge vor ihrem zweiten Leben

In Mühlhausen hat sich ein Verein gegründet, der die alte Synagoge im Ort aus Privatbesitz kaufen und als Begegnungsstätte wiederbeleben will.
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Verschiedene Abstimmungen waren zur Vereinsgründung notwendig.   Foto: Evi Seeger
Verschiedene Abstimmungen waren zur Vereinsgründung notwendig. Foto: Evi Seeger
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Die 1754 errichtete alte Synagoge von Mühlhausen hat jetzt eine gute Chance, für die Zukunft erhalten und mit Leben erfüllt zu werden. In der Kulturscheune wurde ein Verein aus der Taufe gehoben, der den Kauf, den Erhalt und die Restaurierung des historischen Bauwerks ins Auge fasst. Die Initiatoren denken an eine Nutzung als Gedenk- und Lernort ebenso wie an eine Begegnungsstätte und an kulturelle Veranstaltungen.

"Forum Alte Synagoge Mühlhausen" heißt der Verein, in dessen Liste sich sogleich 30 Personen als Gründungsmitglieder eintrugen. Durch den Verein als Träger wurde das Vorhaben auf ein solides Fundament gestellt. Vereinssitz ist Mühlhausen, denn aus der Marktgemeinde kommt etwa die Hälfte der Mitglieder. Seit etwa einem Jahr gebe es eine Initiative, "die darüber nachdenkt, wie die alte Synagoge aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden kann", berichtete Christian Plätzer, der die Versammlung leitete.

Fleischmanns Vermächtnis

Ein erstes Treffen hatte es bereits vor einigen Wochen gegeben. Die Initiatoren hatten so ein Netzwerk an Verbindungen geknüpft und konnten auf einen Kreis von Interessenten zählen. Bekannte Gesichter waren in dem Kreis zu finden und viele, die schon mit dem verstorbenen Forscher Johann Fleischmann zusammen gearbeitet hatten. Sein Vermächtnis wird daher im Verein weiter leben. Als Vereinszweck wird in der Satzung denn auch die Förderung der Kultur, der Heimatpflege, besonders die Beschäftigung mit der jüdischen Geschichte, Kultur, Religion und Brauchtumspflege in den ehemaligen jüdischen Landgemeinden an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach genannt.

Christian Plätzer, Gymnasiallehrer aus Höchstadt, hat sich dieser Thematik seit langem angenommen. Für Irina Gerschmann, Künstlerin aus Höchstadt und Gründerin der Kunstschule, ist der Erhalt der Synagoge eine Herzensangelegenheit. Plätzer und Gerschmann wurden von den Mitgliedern auch zu Vorsitzenden gewählt. In der Diskussion über die Vereinssatzung einigte man sich, dass der Vorstand aus den beiden Vorsitzenden und dem Kassier bestehen soll. Susanne Becker-Plätzer, die Frau des Vorsitzenden, soll die Kasse führen. Sie war zwar nicht anwesend, hat aber ihre Zustimmung signalisiert. Frank Wehr aus Mühlhausen und Joachim von Kaehne aus Horbach wurden zu Kassenrevisoren gewählt. Beisitzer wurden Christof Eberstadt, Beauftragter der Jüdischen Kultusgemeinde Erlangen, und Peter Friedmann aus Marloffstein vom Freundeskreis der jüdischen Gemeinde.

Nächster Schritt sei die Beantragung der Gemeinnützigkeit, so der neu gewählte Vorsitzende Plätzer. Dann müsse "der optimale Weg" gesucht werden, um Gelder aufzutreiben, damit der Kauf der Synagoge gestemmt werden könne. Derzeit ist das Baudenkmal noch in privater Hand. Die Eigentümerin hat jedoch ihre Bereitschaft zum Verkauf zugesagt. Unterstützung verspricht sich Plätzer durch den Beitritt zum Verein "Kulturerbe Bayern". Der Verein habe sich zum Ziel gesetzt, bayernweit Kapital zu generieren, um gefährdete Kulturschätze zu retten.

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