Meschenbach
Einweihung

In der Kläranlage bei Meschenbach riecht's nicht mehr

Die umfangreich modernisierte Kläranlage in Meschenbach schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Nasen aller Anwohner.
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Abwassermeister Heiko Sonntag (links) führt seinen Coburger Kollegen Matthias Höpfner durch die neue Anlage. Gabi Arnold
Abwassermeister Heiko Sonntag (links) führt seinen Coburger Kollegen Matthias Höpfner durch die neue Anlage. Gabi Arnold
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Die Baumaßnahme erforderte Geduld: Vier Jahre lang dauerten die umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten an der Kläranlage in Meschenbach. Am Samstag wurden die rundum erneuerten Gebäude und Neubauten im Rahmen offiziell eingeweiht. Niederfüllbachs Bürgermeister Martin Rauscher, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes "Mittlerer Itzgrund" ist, nannte die Maßnahme zwar eine "gewaltige Investition", aber vor allem sei sie eine "riesige Verbesserung" für die Kommunen im Zweckverband.

Die Abwässer der Gemeinden Ahorn, Ebersdorf, Grub am Forst, Niederfüllbach und Untersiemau könnten nun besser und energiesparender aufbereitet werden, erklärte Rauscher. Die Sanierung war notwendig geworden, weil die Kläranlage bei Menschenbach in die Jahre gekommen war. Es fehlten Versammlungsräume, die sanierten Anlagen waren veraltet, der Tropfkörper war baufällig. In der Folge wurden Varianten eingehend auf Kosten, Nutzung und die Energieeffizienz überprüft. "Wir haben uns zugunsten der Energieeffizienz entschieden", so Rauscher. Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten einer Faulung mit einem Blockheizkraftwerk aus.

Es handelt es sich laut Jürgen Kittner ( Kittner und Weber Ingenieurbüro) um ein neues Verfahren an der Anlage, bei dem durch das anfallende Faulgas des Schlamms Strom erzeugt werde, der wiederum in das Netz der Kläranlage eingespeist werde. Laut Rauscher ist die Kläranlage mit der umfangreichen Umbau-und Erweiterungsmaßnahme stofflich und energetisch optimiert worden. Wichtig sie zu einem die Aufbereitung des Wasser, aber auch um Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und letztendlich die Kreislaufwirtschaft, Einsparung und Ressourcenwiederverwertung, so Rauscher.
Der Niederfüllbacher Bürgermeister machte keinen Hehl daraus, dass von der Planung bis zur Umsetzung nicht immer alles reibungslos über die Bühnen gelaufen ist. "Komplikationen zerrten immer wieder an den Nerven aller Beteiligten", so der Bürgermeister. Zum Beispiel habe sich der alte Tropfkörpers nicht widerstandlos abreißen lassen, Rohrleitungen seien undicht gewesen, Firmen hätten Personalmangel gehabt und Wassereinbrüche während der Umbauphase hätten die Arbeiten erschwert.

Die investierte Summe von knapp vier Millionen sei gewaltig, da laut Rauscher keine staatlichen Fördergelder fließen. "Letztes Ende müssen die Bürger diese Summe über die Beiträge und Gebühren finanzieren," so Rauscher. Er versicherte aber gleichzeitig, dass die Summe sinnvoll und zukunftsfähig angelegt sei: "Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und in Richtung Kreislaufwirtschaft", so Rauscher.

Landrat Michael Busch dankte dem Zweckverband für diese Investition. Aktiver Umweltschutz, sagte er, sei heute nötiger denn je um das Gleichgewicht in der Natur zu bewahren. Eine wesentliche Rolle spiele der Gewässerschutz. Flüsse und Seen seien wertvolle Lebensräume für viele verschiedene Tiere und Pflanzen und wichtige Naherholungsgebiete für die Menschen. "Diese Investition dient dazu, um nachhaltig Gewässerschutz zu betreiben."

Übrigens, eines bemerkten auch die Besucher bei der Einweihungsfeier sofort: "Es gibt so gut keine Geruchsbelästigung mehr!"

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