Bamberg
Fortbildung

Lehrer surfen durch neue Unterrichtsideen

80 Lehrkräfte sammelten beim KLARTEXT!-Lehrermedientag Ideen für ihren digitalen Unterricht. Ängste zu nehmen und Neugier zu wecken, stand im Vordergrund.
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Die rund 80 Lehrerinnen und Lehrer aus Franken probierten beim KLARTEXT!-Lehrermedientag im Verlag der Mediengruppe Oberfranken Lernprogramme aus. Foto: Barbara Herbst
Die rund 80 Lehrerinnen und Lehrer aus Franken probierten beim KLARTEXT!-Lehrermedientag im Verlag der Mediengruppe Oberfranken Lernprogramme aus. Foto: Barbara Herbst
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Die Zeit, da Lehrer schlauer als ihre Schüler sind, ist vorbei. Zumindest dann, wenn es um die Welt der Smartphones geht und was diese Superrechner im Hosentaschenformat alles anstellen können. Dass die allgegenwärtigen Begleiter aber nicht nur Selfie- und Kurznachrichten-Kenntnisse fördern, haben etwa 80 Pädagogen aus Franken während des Lehrermedientages in Bamberg erfahren.

"Die Nutzung von Tablets in der Grundschule führt nicht dazu, dass es später mehr Informatik-Studenten gibt", sagte Informatik-Professorin Ute Schmid von der Uni Bamberg, eine der Referentinnen. Aber: Digitale Medien dürften in der Schule nicht ausgeblendet werden. "Es muss über das Erklären der Handhabung hinausgehen", so Schmid. Vielmehr sollen die Schüler die Techniken hinterfragen und erkennen lernen, wie eine Mail von einem Rechner zum anderen wandert der was beim Abspeichern passiert. Logische Hintergründe lassen sich auch ohne technische Top-Ausstattung erklären. Informatik sollte keine eigene Disziplin sein - sondern in allen Fächern Anwendung finden.

An Begeisterung anknüpfen

Kinder nutzen bereits in der Grundschule eifrig allerlei Apps. An diese Begeisterung könnten die Lehrkräfte sinnvoll anknüpfen. Wie das funktionieren kann, zeigt ein Beispiel aus der Grund- und Mittelschule Burgebrach. Dort durften die Kinder im vergangenen Schuljahr selbst zu Entwicklern werden. Altersgerecht bekamen sie Einblicke in die Fächer Robotik und Programmieren, wie Carina Neubauer und Andreas Schweibold erzählten. "Der Wandel ist da - wir können nicht erst 20 Jahre warten, bis wir eine digitale Strategie in den Schulen umsetzen", forderte Neubauer.

Computational Thinking spielerisch vermitteln

Aber lange dazusitzen und zuzuhören, fällt selbst "Lehrkörpern" häufig schwer, weshalb die Referenten einen spannenden Praxisteil eingebaut haben. An verschiedenen Stationen konnten sie sich Tipps für die praktische Umsetzung holen. Die Forschungsgruppe Elementar-Informatik (FELI), in der Ute Schmid (Angewandte Informatik), Frithjof Grell (Elementarpädagogik) und Ute Franz (Didaktik der Grundschule) hat dafür spielerisch angelegte Lern- und Erfahrungsstationen entwickelt, die die Lehrkräfte wissbegierig ausprobierten.

Über ein Tablet etwa ließen sich einfache Programme schreiben und sogar Roboter bewegen. Mit bunten Legosteinen konnten Grundbegriffe wie Pixel anschaulich erklärt und mit Hilfe einer Art Online-Baukastensystem sogar Minicomputer programmiert werden. Auch analog war einiges möglich: Das FELI-Team hatte dafür einen großen Experimentierkasten entwickelt, mit dessen Hilfe sich digitale Vorgänge im wahrsten Sinne begreifen lassen.

Mit KLARTEXT! kann man sich ab sofort durch die Neuigkeiten der Woche quizzen

KLARTEXT!-Redakteurin Isabelle Epplé war zufrieden mit der Resonanz und den Reaktionen: "Die Referenten haben den Lehrern Mut gemacht, dass man naturwissenschaftliches und informatorisches Denken auch ohne gute technische Voraussetzungen lehren kann." So gab es für die Teilnehmer der Fortbildung am Ende nicht nur ein Zertifikat, sondern auch das gute Gefühl, für die neuen Medien gewappnet zu sein. Digital und analog.

Bei falscher Antwort gibt's den Link zum Wissen

Was bleibt eigentlich hängen bei der Lektüre von Nachrichten? Mit dem neuen "Klartext-Quiz" lässt sich genau das nun herausfinden. Jede Woche können die Knobel-Freunde spielerisch die wichtigen Themen der vergangenen Woche kennenlernen und vertiefen. Das Quiz funktioniert crossmedial, bildet also das komplette redaktionelle Angebot der Mediengruppe Oberfranken ab: Tageszeitung, E-Paper und Nachrichtenportal. Um an die Lösungen der Fragen zu kommen, können die Schüler alle Kanäle nutzen, falsche Antworten leiten sie über einen Link zum entsprechenden Artikel. Das Quiz findet man direkt auf der KLARTEXT!-Seite www.klartext.infranken.de.

Technik-Michel empfiehlt vier Apps für den (Schul-)Alltag

Weil auch Lehrkräfte nicht mehr ohne Smartphones anzutreffen sind, hat sich Johannes Michel alias "Technik-Michel" während des Lehrermedientages Gedanken darüber gemacht, welche Apps sinnvoll für den Schulalltag sein könnten. Eine Auswahl: Trello Um auch komplexe Projekte zu steuern und zu verwalten, lässt sich dieses Programm verwenden. Die App ist für alle Betriebssysteme verfügbar. Wunderlist/To-Do Damit lassen sich Einzelaufgaben gut verwalten, ebenfalls für alle Systeme verfügbar. OneNote Kein Zettelwust mehr: Notizen lassen sich einfach verwalten. Zudem können Dokumente digital abgelegt werden (in Kombination mit der App Office-Lens). Canva Optisch ansprechende Infografiken und Arbeitsblätter lassen sich leicht und kostenfrei erstellen.

Wer ist der Technik-Michel? Von analog bis digital, von Kassette über CD bis MP3, vom Mobiltelefon bis zum Smartphone mit dem Trend zur App. Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt sich Johannes Michel mit Technik-Themen. In seinem Blog bei inFranken.de gibt's Neuigkeiten aus der faszinierenden Welt der Technik und viele Tipps für Einsteiger, Aufsteiger und Fortgeschrittene.



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