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Blues- und Jazzfestival: Besucherrekord bei hochsommerlichen Temperaturen

Die Veranstalter blicken zufrieden auf das diesjährige Blues- und Jazzfestival zurück. 2018 konnte ein neuer Besucherrekord aufgestellt werden.
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So verrückt geht Jazz: SuperCumbia Y La Liga De La Alegria auf dem Maxplatz. Helmut Ölschlegel
So verrückt geht Jazz: SuperCumbia Y La Liga De La Alegria auf dem Maxplatz. Helmut Ölschlegel
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Im Ohr den Delta-Blues, im Geiste das Ufer des Mississippi vor Augen: Bei Temperaturen wie in der Jazz-Metropole New Orleans feierten über 150 000 Besucher in Bamberg wieder ein friedliches Musikfestival. Stadtmarketing-Chef Klaus Stieringer zeigt sich zufrieden: "Das Wetter war wie bei jeder Großveranstaltung sicher die halbe Miete - es hat sich aber auch gezeigt, dass sich die Veranstaltung in der Region durchsetzt und immer mehr zum Besuchermagnet wird."



Mit den hochsommerlichen Temperaturen begründet er auch den Besucherrekord: "Wir hatten in den letzten Jahren immer Regentage dabei, in diesem Jahr blieb es trocken." Einziger Zwischenfall an den zehn Tagen blieb ein Unwetter, das zwar an Bamberg vorbeizog, allerdings ordentliche Windböen mit sich brachte. "Der Wind hat den Maxplatz kurzfristig in ein Schlachtfeld verwandelt." Zu Schaden kam niemand - umgeworfene Bauzäune, zerstörte Zelte und leichtere Schäden am Bühnenaufbau waren die Folge. "Wir haben in diesem Jahr gelernt, dass Jazz sehr heiß, aber auch sehr windig sein kann."


Trotz Hitze volle Reihen

An den übrigen Tagen konnten die Besucher bei 78 Konzerten von regionalen Newcomern und internationalen Jazz- und Blues-Größen ins Schwitzen kommen. Während zum Festivalauftakt auf der Böhmerwiese zumindest ein leichter Wind für Abkühlung sorgte, seien die Temperaturen zu den Innenstadtkonzerten auf New-Orleans-Niveau gewesen, scherzt Stieringer. Nichtsdestotrotz seien die Abendkonzerte die komplette Woche hinweg mehr als gut besucht gewesen.

Mehr als gut besucht - könnte auch das Fazit von Florian Müller vom Hotel- und Gaststättenverband lauten - allerdings nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Musikfestival. Der August sei ohnehin ein enorm starker Monat in der Branche. "Für die meisten ist es vielleicht ein zusätzliches Bonbon", sagt Müller, nachdem er sich bei Bamberger Hoteliers umgehört hat.

"Die Buchungen haben sich während des Festivals aber nicht verändert." Es werde zwar nicht explizit erhoben, aber die Erfahrung der Kollegen zeige, dass kaum Leute explizit für das Festival kommen und über Nacht bleiben. Vielmehr ziehe das Festival Tagestouristen und Besucher aus den benachbarten Landkreisen an. "Der fränkische Teil der Besucher ist die große Mehrheit", bestätigt Stieringer.


Sicherheit und Müllentsorgung

Mit den Besucherzahlen wachsen auch die Herausforderungen an den Veranstalter. Vor allem in den Bereichen Sicherheit und Müllentsorgung habe man aufstocken müssen, so Stieringer. "Das Festival kostet mittlerweile über eine Viertelmillion Euro", sagt der Gründer. Nur durch Partner und Sponsoren könne das Festival weiterhin ohne zusätzlichen Zuschuss der Kommune oder Erhebung von Eintrittsgeldern finanziert werden. "Wenn wir es in 15 Jahren noch schaffen, das Festival ohne Eintritt stattfinden zulassen, haben wir etwas richtig gemacht."

Jedes Jahr stecke man natürlich auch ein bisschen mehr Geld in die Bands. Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter Volker Wrede versuche das Team, das musikalische Niveau stetig zu steigern. Dabei setze man mittlerweile weniger auf die Buchung von "international bekannten und damit auch teuren Superstars". Sondern strebe eine hochwertige und anspruchsvolle Mischung vieler Bands an.
Qualitativ wachsen soll das Festival weiter - quantitativ weniger, so Stieringer. "Von der Größe kommen wir im Innenstadtbereich an unsere Grenzen." Er könne sich aber vorstellen, dass sich in Zukunft noch mehr Kommunen beteiligen. In insgesamt acht Landkreisgemeinden und in Gaustadt gab es 2018 Konzerte.


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