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Bad Kissingen
Kommunalwahl

Dirk Vogel setzt auf gute Jobs und erfolgreiche Unternehmen

Dirk Vogel, OB-Kandidat der SPD, ist mit einer langen Liste von Themen in den Wahlkampf gegangen. Am wichtigsten sind ihm aber die Themen Innovation, Wirtschaft und Arbeit.
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Dirk Vogel (SPD) will am 15. März zum Nachfolger von Bad Kissingens scheidendem Oberbürgermeister Kay Blankenburg gewählt werden.  Foto: Siegfried Farkas
Dirk Vogel (SPD) will am 15. März zum Nachfolger von Bad Kissingens scheidendem Oberbürgermeister Kay Blankenburg gewählt werden. Foto: Siegfried Farkas

Dirk Vogel hat auf seiner Agenda die Themen, die man dem Anlass entsprechend erwarten kann. Dem OB-Kandidaten der Bad Kissinger SPD geht es um Straßensanierung und die Eishalle, um eine gute Infrastruktur bei der Gesundheitsversorgung, um engagierte Jugendarbeit und eine moderne Verwaltung. Sein zentrales Anliegen aber ist das Themenfeld Innovation, Wirtschaft und Arbeit.

"Über Ausgabendisziplin sanieren wir Bad Kissingen nicht", heißt es in seinem Konzept unter anderem. Im Gespräch über Ziele und Inhalte, mit denen Vogel die Kissinger überzeugen will, ihn zum Nachfolger seines Parteifreunds Kay Blankenburg zu wählen, kommt dieses Anliegen gleich an erster Stelle. "Wir müssen uns entscheiden, ob wir weiter den Aufwand reduzieren wollen oder ob wir uns darauf fokussieren, die Einnahmen zu erhöhen." Für Vogel ist klar, worauf er sich in der Diskussion, wie man die Finanzlage der Stadt verbessern kann, fokussieren will.

Einnahmesituation verbessern

Er setzt darauf, die städtischen Einnahmen über den Anteil an der Einkommenssteuer und über die Gewerbesteuer zu verbessern. Dazu brauche es auf der einen Seite erfolgreiche und attraktive Unternehmen und auf der anderen qualifizierte und gute bezahlte Beschäftigte. Ohne solche Fortschritte bei den Einnahmen, komme die Stadt über die Diskussion, "wo können wir noch sparen", nicht hinaus. Im Konzept des Oberbürgermeisterkandidaten Dirk Vogel gibt es viele Ansätze, die er quasi als Grundgerüst an Themen mitgebracht hat. Das sind Anliegen, auf die jede Kommune achten muss. Auf dem Weg, den der 42-Jährige inzwischen in Gesprächen bei Veranstaltungen und auf der Straße im Wahlkampf bereits zurückgelegt hat, kamen einige sehr konkrete Anliegen hinzu. Das Schicksal der Eissporthalle etwa, mit dem Ansatz, ob man nicht die Kuh mit dem Stichwort Bürgereishalle vom Eis bringen kann. Und ein weiteres dieser konkreten neuen Stichworte lautet: Berliner Platz.

Da hat Vogel sich gegen den zwischenzeitlichen Plan ausgesprochen, einen Investorenwettbewerb zur Hochbebauung auszuschreiben. Aus Gesprächen mit Bürgern habe er klare Signale mitgenommen, wie sehr das abgelehnt werde. Weil sich auch die CSU davon verabschiedet habe, sehe er dafür ohnehin keine Mehrheit mehr. Er wolle den Busbahnhof nicht einfach als zentralen Ort des ÖPNV aufgeben, "wo wir noch gar nicht wissen, wie wir zum Beispiel den Schülerverkehr abwickeln."

Wichtig sei jetzt erst einmal, die verkehrliche Situation zu analysieren. Für das Konzept, das die Stadt erarbeiten lassen will, seien aber klare Zielvorgaben nötig. Sonst komme man da nicht voran. Die kritische Aufnahme der Diskussionen um den Berliner Platz führt Vogel im Übrigen auch auch Mängel bei der Kommunikation zurück. Die sei der Öffentlichkeit gegenüber nicht klar genug gewesen. Nicht nur deshalb beschreibt Vogel gute Bürgerkommunikation als wichtiges Anliegen.

Der Begriff der Infrastruktur spielt in Vogels Konzept in verschiedenen Zusammenhängen eine wichtige Rolle. Einmal ganz klassisch in Sachen Straßen. Da gebe es viel zu tun. Denn der Zustand vieler Straßen sei "miserabel".

Wenn er von guter Infrastruktur spricht, meint Vogel aber auch Themen wie Ärzteversorgung. Angesichts der Altersstruktur der jetzigen Hausärzte in der Stadt sieht der 42-Jährige da Probleme auf die Stadt zukommen. Eine Lösung möglicher Probleme sieht Vogel in einem oberfränkischen Beispiel. Dort gebe es Ärztenetzwerke. So ein Projekt, meint er, stehe Bad Kissingen auch gut zu Gesicht.

Ein konkretes Anliegen hat Vogel schon vor einer Weile in die Öffentlichkeit getragen. Dass es keine gebürtigen Kissinger mehr gibt, weil das Eli keine Geburtenstation mehr hat, will er nach wie vor ändern. Allerdings glaubt er, dass so ein Ziel nur im Zusammenwirken verschiedener Seiten Wirklichkeit werden kann. Deshalb suche er in der Angelegenheit Partner, nicht Gegner.

Eine persönliche Vorgeschichte steckt hinter dem Wunsch, den Heranwachsenden in Bad Kissingen wieder mehr zu bieten. Er habe früher selbst mehrere Umsonst & Draußen-Festivals (mit)organisiert. Eine Voraussetzung für ein neues Format in dieser Richtung sei aber auch eigenes Engagement der Generation, um die es geht. Siegfried Farkas

Drei Fragen an Dirk Vogel

Was wollen Sie auf jeden Fall in der Stadtpolitik ändern, wenn Sie zum Oberbürgermeister gewählt werden?

Dirk Vogel: Ich möchte auf jeden Fall mehr Kommunikation mit dem Bürger. Vertrauen zwischen OB, Stadtrat und Bürgern ist die Voraussetzung dafür, alle anderen Themen anzugehen.

Was müsste auf jeden Fall gleich bleiben?

Das meiste von dem, was die Stadtverwaltung macht, also zum Beispiel im Einwohnermeldeamt oder im Bauamt, ist völlig unabhängig davon, wer Oberbürgermeister ist. Da haben wir hohe Kompetenz. Die Verwaltung macht ihren Job und den macht sie gut, da muss ich nichts vorsagen. Mein Job ist, die Weichen zu stellen.

Sie kennen bestimmt viele Gründe, warum die Kissinger gerade Sie zum Oberbürgermeister wählen sollten. Nennen Sie uns bloß zwei.

Da brauche ich drei: Ausbildung, Erfahrung und Motivation. Erstens habe ich die richtige Ausbildung als Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler. Zweitens habe ich umfangreiche Erfahrung in der Kommunalverwaltung. Und drittens habe ich die Integrität, das Engagement und die Motivation, in Bad Kissingen neue Akzente zu setzen. Die Fragen stellte Siegfried Farkas.

Zur Person

Dirk Vogel Der OB-Kandidat der SPD kam 1977 im Eli zur Welt und wuchs in Kissingen auf. 1997 legte er das Abitur ab. Engagiert hat er sich bereits als Jugendlicher. Er war ehrenamtlicher Rettungssanitäter beim Roten Kreuz und gehörte mehrere Jahre zu den Organisatoren des Umsonst & Draußen. Aktuell arbeitet Dirk Vogel bei der Stadt Rüsselsheim als Büroleiter eines hauptamtlichen Stadtrats. Zudem hat der promovierte Sozialwissenschaftler bereits von 2005 bis 2017 im hessischen Main-Kinzig-Kreis Verwaltungserfahrung gesammelt. Zeitweise war er stellvertretender Vorsitzender eines Ortsverbands der Arbeiterwohlfahrt. Vogel bringt Erfahrung als Kandidat für das Amt eines Stadtoberhaupts mit. 2013 trat er als gemeinsamer Kandidat der SPD und einer freien Wählergruppe in Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis) an. Und wurde mit 32,6 Prozent der Stimmen Zweiter.

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