Bad Kissingen

Der Traum vom papierlosen Krankenhaus

Die Digitalisierung in der Gesundheitswelt war ein wichtiges Thema des Symposiums "Aktuelles aus der Viszeralmedizin", das im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad Kissingen stattfand.
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Dr. Peter Hermeling, Klinikgeschäftsführer des Helios St. Elisabeth-Krankenhauses, referiert über Digitalisierung im Gesundheitswesen. Foto: Ozan Kuhn
Dr. Peter Hermeling, Klinikgeschäftsführer des Helios St. Elisabeth-Krankenhauses, referiert über Digitalisierung im Gesundheitswesen. Foto: Ozan Kuhn

"Mit der Verknüpfung von Medizin und Digitalisierung stehen wir vor einer der größten Herausforderungen unserer Zeit": Mit diesem Satz hieß Dr. Pavol Klobusicky, Ärztlicher Direktor des Helios St. Elisabeth-Krankenhauses Bad Kissingen, die Gäste des Symposiums "Aktuelles aus der Viszeralmedizin" willkommen.

Dieses Jahr hat das Symposium, das 1999 ins Leben gerufen worden ist, zum 21. Mal stattgefunden. Teilnehmer waren niedergelassene Ärzte aus der ganzen Region. Das Symposium diente zum Austausch von Fachwissen und zur gegenseitigen Vernetzung. So wurde auch eines der Themen an diesem Abend - Digitalisierung - mit großem Interesse aufgenommen. Denn auch hier spielt Vernetzung eine zentrale Rolle, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Digitalisierung im Gesundheitswesen stellt uns vor große Herausforderungen, aber genauso erleben wir dadurch große Chancen", so Klinikgeschäftsführer Dr. Peter Hermeling. Eine digitale Vernetzung, sowohl stationär als auch ambulant, sei in vielerlei Hinsicht eine große Erleichterung. Beispielsweise können Medikationspläne eingescannt und auf Station direkt ausgelesen werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern verhindert auch Fehler aufgrund schlechter handschriftlicher Lesbarkeit.

Damit einher geht auch die digitale Patientenakte, die bereits 2019 im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen im vollen Umfang ausgerollt wurde. Seitdem können von jedem befugten Arzt im Krankenhaus jederzeit Vitalparameter, Medikation, Befunde oder Verlaufsdokumentation eingesehen werden, was die medizinische Betreuung des Patienten optimiert und Prozesse beschleunigt. Seit 2019 ist auch die Erfassung von Patientenzufriedenheit digitaler geworden. Mit dem sogenannten Service-Monitor wurde eine App entwickelt, mit der einmal wöchentlich die Patienten zu ihrer Zufriedenheit mit ihrem bisherigen Aufenthalt befragt werden. Mittels eines Tablets wird dies in der App vermerkt. Sollte der Patient einen Kritikpunkt haben, gibt es in der App mehrere Bereiche zur Auswahl und auch ein persönliches Gespräch kann direkt angefordert werden.

Dieses Jahr soll nun die Digitalisierung auf der Intensivstation in die Projektphase übergehen, eine Integration in den Echtbetrieb ist für 2021 vorgesehen. Damit einher gehen natürlich auch diverse Herausforderungen, denen man sich stellen muss. Vor allem die Umstellung im laufenden Betrieb macht ein effizientes Projektmanagement unabdingbar. "Es ist wichtig, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Anfang an dabei zu haben", so Hermeling. "Nur, wenn wir die Nutzerfreundlichkeit im Auge behalten und auf einzelne Mitarbeiter eingehen, sind die digitalen Anforderungen und Umstellungsprozesse für den Einzelnen umsetzbar. Das ist mit einer Schulung allein nicht getan."

Die Möglichkeiten der Digitalisierung scheinen nahezu unbegrenzt. Eine automatische Mitgabe der aktuellen Krankenhaus Medikation als QR Code an den Hausarzt bei Entlassung ist künftig genauso möglich wie automatische Spracherkennungssoftware und künstliche Intelligenz für Diagnosen und Medikation. Der Status der Digitalisierung des Helios St. Elisabeth-Krankenhauses befindet sich aktuell sogar über dem bundesweiten und auch über dem europäischen Durchschnitt. Der Traum vom papierlosen Krankenhaus ist damit in gar nicht mehr allzu weiter Ferne, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

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