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Wanzen im Haus: Erkennen, Entfernen, Fernhalten


Autor: Alexander Böhm

Deutschland, Dienstag, 13. Oktober 2026

Im Herbst sorgen Wanzen im Haus oft für Verunsicherung, denn die Marmorierte Baumwanze nutzt gern Spalten in Häusern und Schuppen als Winterquartier.
Die Marmorierte Baumwanze zählt zu den bekannten Arten dieser Insekten. Wie die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) erklärt, zieht sie sich auf der Suche nach einem Winterplatz zurück, sobald die Temperaturen unter neun Grad fallen und die Tage kürzer werden.


Im Haus sind Wanzen meist ungebetene Gäste, in der Natur erfüllen sie dagegen wichtige Aufgaben. Auf seiner Homepage überschreibt der Naturschutzbund Nabu seinen Überblick mit "Wunderwelt Wanzen" und erklärt: "Wanzen sind wie alle Insekten wertvoll und wichtig für unser Ökosystem." Als Bestäuber kommen sie etwa verschiedenen Beerensorten zugute, als Nützlinge vertilgen sie Schädlinge.

Außerdem stehen sie auf dem Speiseplan von Vögeln, Fledermäusen und Amphibien. So sinnvoll ihre Funktion im Freien ist, so wenig wünschen sich die meisten Menschen Wanzen in der eigenen Wohnung.

Marmorierte Baumwanze im Herbst: Warum sie Häuser als Winterquartier nutzt

Als typischer Vertreter gilt die Marmorierte Baumwanze. Laut Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) sucht sie bei Temperaturen unter neun Grad und kürzer werdenden Tagen ein Winterquartier. Dafür nutzt sie unter anderem Ritzen und Spalten in Häusern oder Schuppen sowie Bereiche unter der Baumrinde.

Auffällig sind vor allem größere Ansammlungen an Hauswänden. Die LfL weist darauf hin, dass die Tiere in Wohngebieten im Herbst in Massen an Hauswänden auftreten und dadurch zu Lästlingen werden können. Ursprünglich stammt die Art aus Asien und breitet sich seit Jahren in Deutschland aus. Im Obst- und Gemüsebau gilt sie als Schädling, weil sie an zahlreichen Pflanzen saugt.

Mehrere Tiere an derselben Stelle bedeuten nicht automatisch, dass sie sich dort vermehren. Nach Angaben der LfL verlassen Marmorierte Baumwanzen ihre Winterquartiere bei Temperaturen über zehn Grad und beginnen erst später im Frühjahr mit der Paarung. Im Herbst dient ihnen das Haus also vor allem als geschützter Rückzugsort.

Lindenwanze, Marmorierte Baumwanze und Stinkwanzen im Haus unterscheiden

Nicht jedes Tier am Gebäude ist eine Marmorierte Baumwanze. Das Umweltbundesamt nennt beispielsweise die Lindenwanze, die im Herbst ebenfalls an Fassaden oder auf Balkonen auftritt und in Wohnungen hineinfliegen kann. Sie wird nur bis zu sechs Millimeter groß, hat einen schwarzen Kopf und rötliche Flügeldecken.

Die Marmorierte Baumwanze erreicht dagegen eine Körperlänge von 12 bis 17 Millimetern. Charakteristisch sind bis zu fünf helle Flecken auf dem Schildchen zwischen den Flügeln sowie ein weißer Übergang vom vorletzten zum letzten Fühlerglied. Für Menschen sind solche herbstlichen Gäste in der Regel kein Gesundheitsrisiko.

Grüne Stinkwanzen, Feuerwanzen und Gemeine Bodenwanzen sind laut Umweltbundesamt keine menschlichen Parasiten und übertragen keine Krankheiten. Manche Arten sondern bei Bedrohung allerdings ein stark riechendes Sekret ab. Zerdrücken sollte man sie deshalb besser nicht.

Wanzen im Haus schonend entfernen und dauerhaft fernhalten

Einzelne Exemplare brauchen keinen Insektenspray. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich: "Da sie nicht schädlich sind, sollten sie weder im Haus noch außerhalb mit Insektiziden bekämpft werden."

  • Einzelne Tiere lassen sich mit einem Glas und einem Stück Pappe aufnehmen und nach draußen bringen.
  • Wer regelmäßig Wanzen findet, sollte mögliche Zugänge und Verstecke wie Ritzen und Spalten im Blick behalten.
  • Engmaschige Fliegengitter an Fenstern und Türen können zusätzlich verhindern, dass Insekten in Wohnräume gelangen.

Bettwanzen erkennen: typische Spuren und Stiche im Schlafzimmer

Von diesen Arten klar zu unterscheiden ist die Bettwanze. Sie lebt in Innenräumen, versteckt sich zum Beispiel in Betten, Möbeln oder Ritzen und ernährt sich von Blut. Bei einem entsprechenden Befall empfiehlt das Umweltbundesamt eine professionelle Bekämpfung. Ein weiterführender Beitrag erklärt, wie Bettwanzen über Reisen oder gebrauchte Gegenstände eingeschleppt werden können und welche Maßnahmen bei einem Befall helfen.

Spuren zeigen sich häufig in der Nähe der Verstecke, etwa als schwarze Kotpunkte. Das Umweltbundesamt nennt zudem Häutungshüllen und lebende Tiere als mögliche Hinweise. Die Kotpunkte können allerdings auch von einem zurückliegenden Befall stammen. Wer sicher gehen möchte, sollte die Anzeichen eines Bettwanzenbefalls genauer prüfen.

Hautreaktionen allein sind kein sicherer Nachweis. Bettwanzenstiche können zwar juckende Pusteln verursachen und in einer Reihe auftreten, doch manche Menschen reagieren kaum darauf. Zudem lassen sich die Stiche leicht mit denen anderer Parasiten verwechseln.

Marmorierte Baumwanze und Grüne Reiswanze melden: So unterstützt man die LfL

Die Marmorierte Baumwanze ist eine aus Asien eingeschleppte Art, deren Ausbreitung in Deutschland genau beobachtet wird. Die LfL bittet deshalb um Hinweise aus der Bevölkerung, um das Vorkommen dieser Art und der Grünen Reiswanze in Bayern zu erfassen. Wer eine der beiden Arten findet, kann ein möglichst hochauflösendes Foto von oben und unten zusammen mit dem Fundort per E-Mail an Wanzen@LfL.bayern.de schicken. Alternativ lässt sich ein Exemplar in einem bruchsicheren Behälter, etwa einer kleinen Plastikdose oder Streichholzschachtel, an die LfL in Freising senden. Einen Probebegleitschein stellt die Behörde zum Download bereit.

Zur Unterscheidung hilft ein Blick auf das Schildchen und die Flügel: Die Grüne Reiswanze, die im Oberrheingraben zunehmend auftritt, hat drei weiße Flecken auf dem Schildchen, die jeweils von einem schwarzen Punkt flankiert werden, sowie ein farbloses Flügelteil. Bei der heimischen Grünen Stinkwanze ist das Flügelteil dagegen braun. Die Tiere stechen und beißen nicht, können aber bei Bedrohung einen unangenehmen Geruch verströmen.