Supermarkt-Gurken im Winter: Was viele beim Einkauf übersehen
Autor: Elisabeth von Sydow
Deutschland, Donnerstag, 22. Oktober 2026
Gurken sind im Winter meist importiert oder aus beheizten Gewächshäusern. Regionale Wintergemüse bieten eine nachhaltigere und schmackhafte Alternative.
Während der kalten Jahreszeit ist es ratsam, bestimmtes Gemüse zu meiden – dazu zählen auch Gurken. In unseren Breitengraden haben sie im Winter eigentlich keine Saison. Trotzdem liegen sie das ganze Jahr über in den Supermärkten, wobei es sich in der kalten Jahreszeit meist um Importware handelt. Nachhaltiger ist es, auf den Saisonkalender zu achten und regionales Wintergemüse zu bevorzugen. Wer saisonal einkauft, unterstützt die Umwelt und erhält oft eine bessere Qualität.
Gurken im Winter: ökologisch und wirtschaftlich wenig sinnvoll
Gurken sind wärmeliebende Pflanzen. Für ein gesundes Wachstum benötigen sie Temperaturen um die 20 bis 25 Grad Celsius sowie viel Licht. In Mitteleuropa sind diese Bedingungen nur zwischen Mai und September gegeben, weshalb der Gurkenanbau in Deutschland in der kalten Jahreszeit schlicht unmöglich ist.
Wer im Winter Gurken im Supermarkt kauft, hat meist Ware aus beheizten Gewächshäusern oder aus wärmeren Ländern wie Spanien oder Marokko vor sich. Das sorgt zwar für volle Supermarktregale, ist aber weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll.
Beheizte Gewächshäuser im Winter: hoher Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß
Um Gurken im Winter hierzulande zum Wachsen zu bringen, müssen Gewächshäuser beheizt und beleuchtet werden. Dafür kommen häufig Erdgas oder andere fossile Energiequellen zum Einsatz. Der Energieverbrauch ist enorm – besonders bei Gewächshäusern ohne moderne Wärmerückgewinnung oder LED-Beleuchtung.
Regionalität klingt zwar zunächst positiv, bei regionalen Gurken im Winter führt sie jedoch in die Irre. Werden sie unter Glas oder Folie künstlich erzeugt, ist der ökologische Fußabdruck oft größer als bei Importware aus sonnigeren Regionen. Grund dafür ist der Energieeinsatz für Wärme und Licht, der im Winter so hoch ausfällt, dass der eigentliche Vorteil der kurzen Transportwege verloren geht.
Ein anschauliches Beispiel: Der CO₂-Ausstoß einer im Winter in Deutschland angebauten Gurke kann das Zehnfache einer Freilandgurke aus dem Sommer betragen. Dass sich der hohe Energiebedarf auch im Preis niederschlägt, zeigt ein Blick auf die Gurkenpreise im Winter: Ein Nürnberger Gemüsebauer erklärt, dass hohe Energiepreise die Winterbelichtung in den Niederlanden unrentabel machten und die Produktion dadurch ausbremsten.
Wintergurken im Vergleich: weniger Geschmack und weniger Nährstoffe
Gurken aus dem Winteranbau schmecken häufig wässriger und weniger aromatisch. Verantwortlich dafür sind mehrere Faktoren: wenige Sonnenstunden, künstliches Licht und ein beschleunigtes Wachstum in Gewächshäusern.