Warum man im Winter keine Gurken kaufen sollte

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Gurken sind im Winter meist importiert oder aus beheizten Gewächshäusern. Regionale Wintergemüse bieten eine nachhaltigere und schmackhafte Alternative.

Während der kalten Jahreszeit ist es ratsam, bestimmtes Gemüse zu meiden – dazu zählen auch Gurken. In unseren Breitengraden haben sie im Winter eigentlich keine Saison. Trotzdem liegen sie das ganze Jahr über in den Supermärkten, wobei es sich in der kalten Jahreszeit meist um Importware handelt. Nachhaltiger ist es, auf den Saisonkalender zu achten und regionales Wintergemüse zu bevorzugen. Wer saisonal einkauft, unterstützt die Umwelt und erhält oft eine bessere Qualität.

Gurken im Winter: ökologisch und wirtschaftlich wenig sinnvoll

Gurken sind wärmeliebende Pflanzen. Für ein gesundes Wachstum benötigen sie Temperaturen um die 20 bis 25 Grad Celsius sowie viel Licht. In Mitteleuropa sind diese Bedingungen nur zwischen Mai und September gegeben, weshalb der Gurkenanbau in Deutschland in der kalten Jahreszeit schlicht unmöglich ist.

Wer im Winter Gurken im Supermarkt kauft, hat meist Ware aus beheizten Gewächshäusern oder aus wärmeren Ländern wie Spanien oder Marokko vor sich. Das sorgt zwar für volle Supermarktregale, ist aber weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll.

Beheizte Gewächshäuser im Winter: hoher Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß

Um Gurken im Winter hierzulande zum Wachsen zu bringen, müssen Gewächshäuser beheizt und beleuchtet werden. Dafür kommen häufig Erdgas oder andere fossile Energiequellen zum Einsatz. Der Energieverbrauch ist enorm – besonders bei Gewächshäusern ohne moderne Wärmerückgewinnung oder LED-Beleuchtung.

Regionalität klingt zwar zunächst positiv, bei regionalen Gurken im Winter führt sie jedoch in die Irre. Werden sie unter Glas oder Folie künstlich erzeugt, ist der ökologische Fußabdruck oft größer als bei Importware aus sonnigeren Regionen. Grund dafür ist der Energieeinsatz für Wärme und Licht, der im Winter so hoch ausfällt, dass der eigentliche Vorteil der kurzen Transportwege verloren geht.

Ein anschauliches Beispiel: Der CO₂-Ausstoß einer im Winter in Deutschland angebauten Gurke kann das Zehnfache einer Freilandgurke aus dem Sommer betragen. Dass sich der hohe Energiebedarf auch im Preis niederschlägt, zeigt ein Blick auf die Gurkenpreise im Winter: Ein Nürnberger Gemüsebauer erklärt, dass hohe Energiepreise die Winterbelichtung in den Niederlanden unrentabel machten und die Produktion dadurch ausbremsten.

Wintergurken im Vergleich: weniger Geschmack und weniger Nährstoffe

Gurken aus dem Winteranbau schmecken häufig wässriger und weniger aromatisch. Verantwortlich dafür sind mehrere Faktoren: wenige Sonnenstunden, künstliches Licht und ein beschleunigtes Wachstum in Gewächshäusern.

Außerdem ist der Vitamingehalt meist geringer als bei sonnengereiften Sommergurken. Wer also Wert auf Geschmack und Qualität legt, sollte auf saisonales Wintergemüse als Alternative setzen.

Saisonales Wintergemüse als nachhaltige Alternative

Auch beim Einkauf regionaler Produkte lohnt sich daher ein Blick auf die Saison des Gemüses. Nur wenn Gemüse in der passenden Jahreszeit wächst, ist es wirklich umweltfreundlich. Deshalb lohnt es sich, im Winter auf saisonale Alternativen zurückzugreifen – das ist nachhaltiger, gesünder und schmeckt besser.

Folgende Wintergemüse haben eine gute Umweltbilanz:

  • Feldsalat oder Endivie liefern wichtige Vitamine und wachsen regional auch in der kalten Jahreszeit.
  • Rote Bete und Karotten bringen Farbe und Süße in den Salat oder als Ofengemüse.
  • Rettich oder Kohlrabi sorgen für Biss und Frische – roh oder leicht eingelegt.
  • Sauerkraut ist ein traditionelles Wintergemüse mit probiotischen Eigenschaften.

Anregungen dazu bieten fränkische Wintergemüse-Rezepte: Dort wird gezeigt, wie sich Klassiker wie Kohl und Rüben mit neuen Zutaten kombinieren oder einfacher zubereiten lassen.

Herkunft von Gurken richtig einordnen: Regional heißt nicht automatisch nachhaltig

Die Herkunftsangabe auf der Verpackung ist beim Einkauf eine wichtige Orientierung, verrät aber längst nicht alles. Bei frischem Obst und Gemüse ist in der EU die Angabe des Ursprungslands vorgeschrieben. Sie sagt jedoch nichts darüber aus, ob Gurken im Freiland oder in einem beheizten Gewächshaus herangewachsen sind. Auch eine Gurke mit deutscher Herkunft kann im Winter daher aus einem Glashaus mit hohem Energieaufwand stammen.

Wer die Herkunft bewusst prüfen möchte, sollte deshalb zusätzlich den Saisonkalender zurate ziehen. Hat eine Gemüsesorte dort gerade keine Saison, ist eine Alternative auch dann vorzuziehen, wenn auf der Packung "Deutschland" steht.

Wer trotzdem nicht ganz auf Gurken verzichten möchte, kann zu eingelegten Gurken oder selbst gemachten sauren Gurken greifen. Diese halten lange und haben Saisoncharakter. Das unterstützt eine nachhaltige Ernährung im Winter.

Vorschaubild: © CC0 / Pixabay / ka_re