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Rapsöl im Test: Stiftung Warentest kürt günstiges Aldi-Öl zum Sieger


Autor: Stefan Lutter

Deutschland, Montag, 19. Oktober 2026

Stiftung Warentest entkräftet Gerüchte über Rapsöl. Der aktuelle Test zeigt: Auch preiswerte Produkte überzeugen mit hoher Qualität.
Stiftung Warentest prüft 24 Rapsöle. Ein günstiges Aldi-Produkt gehört zu den Spitzenreitern, während ein Butteröl bei der Deklaration schwächelt.


Rapsöl steht seit Monaten im Zentrum wilder Behauptungen in den sozialen Medien. Zahlreiche Influencer warnten vor angeblichen Gesundheitsrisiken und einer möglichen Krebsgefahr. Ein aktueller Test der Stiftung Warentest kommt jedoch zu einem deutlich positiveren Ergebnis: Das Verbrauchermagazin hat in seiner Ausgabe 10/2026 insgesamt 24 vielverkaufte Rapsöle einer Laborprüfung unterzogen – mit einem Resultat, das die Experten überzeugte. 22 der 24 Produkte erzielten das Qualitätsurteil "gut". Besonders erfreulich für Sparfüchse: Günstige Discounter-Eigenmarken schnitten zum Teil besser ab als teurere Premium-Produkte.

Diese Kriterien entscheiden im Rapsöl-Test

Für das Gesamturteil berücksichtigten die Tester mehrere Kriterien. Im Labor wurde die Schadstoffbelastung geprüft, darunter mögliche Rückstände von Pestiziden, Weichmachern, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und Mineralölbestandteilen. Bei den raffinierten Ölen untersuchten die Experten außerdem Rückstände von Lösemitteln wie Hexan sowie die bei der Verarbeitung möglichen Fettschadstoffe 3-MCPD- und Glycidyl-Ester.

Eine weitere Rolle spielte der Gehalt an Erucasäure. Diese natürlich in Raps vorkommende Fettsäure gilt in hohen Mengen als gesundheitlich bedenklich. Deshalb wurden die Produkte auf die Einhaltung des geltenden Grenzwerts untersucht. Überdies bewerteten geschulte Prüfer den Geschmack und den Geruch.

Im Mittelpunkt stand unter anderem die Frage, ob die Öle frisch, sortentypisch und frei von störenden Fehlaromen waren. Auch die Hitzestabilität floss in die Bewertung ein, da raffinierte Rapsöle häufig zum Braten, Dünsten oder Frittieren eingesetzt werden.

Rapsöl-Test 2026: Günstige Discounter überzeugen neben Testsiegern

Für den aktuellen Rapsöl-Test nahm die Stiftung Warentest insgesamt 24 Produkte unter die Lupe. Zum Testfeld gehörten elf raffinierte Öle, die meist geschmacksneutraler und für höhere Temperaturen geeignet sind, elf kalt gepresste Öle mit ausgeprägterem, nussigem Aroma sowie zwei Rapsölzubereitungen mit Buttergeschmack. Die Preise lagen zwischen 1,59 und 11,04 Euro pro Liter. Der Vergleich zeigt damit: Ein hoher Preis ist keineswegs automatisch ein Hinweis auf eine bessere Qualität.

Bei den raffinierten Ölen erreichte "Rapso 100 Prozent reines Rapsöl" mit der Note 1,6 die beste Bewertung. Die 0,75-Liter-Flasche kostete im Testzeitraum durchschnittlich 4,15 Euro, was einem Literpreis von 5,53 Euro entspricht. Das Marken-Rapsöl überzeugte mit einer sehr guten sensorischen Qualität, einer soliden chemischen Beschaffenheit und einer guten Eignung für den Einsatz bei höheren Temperaturen.

In der Gruppe der kaltgepressten Öle kam das Aldi-Produkt "Bellasan Nativ kaltgepresstes Rapsöl" ebenfalls auf die Note 1,6. Mit rund 2,58 Euro pro Liter war es deutlich günstiger als der raffinierte Testsieger. Damit lagen zwei unterschiedliche Herstellungsarten an der Spitze des Vergleichs. Wie das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) in seiner Analyse des Testberichts ergänzt, erreicht Kaufland K-Classic die Note 1,8 und kostet lediglich 1,59 Euro pro Liter. Edeka Gut und Günstig sowie das raffinierte Lidl Vita D'or Reine Rapsöl erhielten für ebenfalls 1,59 Euro jeweils die Note 1,9.

"Selten tolles Ergebnis": 22 von 24 Rapsölen erhalten "gut"

"So ein tolles Ergebnis haben wir selten in einem Lebensmittel-Test", zitiert das Nachrichtenportal Focus Online die Stiftung Warentest. Der Vergleich macht deutlich: Gute sensorische Eigenschaften, eine unauffällige chemische Qualität und geringe Schadstoffgehalte sind auch bei preisgünstigen Rapsölen möglich. Die wichtigsten positiven Erkenntnisse des Tests lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • 22 von 24 Produkten erhielten insgesamt das Qualitätsurteil "gut".
  • Alle elf raffinierten Rapsöle wurden mit "gut" bewertet.
  • Keines der getesteten Öle kam auch nur annähernd an den EU-Grenzwert von zwei Prozent Erucasäure heran.
  • Bei acht Produkten war Erucasäure überhaupt nicht nachweisbar. Bei den übrigen Ölen lag der durchschnittliche Anteil bei lediglich 0,2 Prozent.
  • Bei keinem Produkt wurden relevante Mengen der untersuchten Schadstoffe festgestellt.
  • 17 der 24 Öle erfüllten die strengen Anforderungen des Bundesinstituts für Risikobewertung und eignen sich damit für Babybeikost.
  • Mit Kaufland "K-Classic", Edeka "Gut und Günstig" sowie Lidl "raffiniertes reines Rapsöl Vita D'or" erzielten auch günstige Eigenmarken gute Ergebnisse.

Das Ergebnis fiel damit in mehreren Bereichen erfreulich aus. Die Produkte unterschieden sich nicht durch eine bedenklich hohe Erucasäurebelastung, sondern vor allem durch ihre Gesamtleistungen bei Geschmack, Geruch, chemischer Qualität, Schadstoffbelastung und Hitzestabilität. Auch bei den raffinierten Ölen waren mögliche Rückstände aus der Verarbeitung kein gravierendes Problem.

Rapsöl-Test: Zwei Produkte fallen ab, ein weiteres ist teuer

Die überwiegende Mehrheit der getesteten Rapsöle überzeugt. Zwei Produkte fallen jedoch aus dem guten Ergebnisfeld heraus – allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Ein weiteres Öl schneidet zwar gut ab, ist wegen seines vergleichsweise hohen Preises aber weniger attraktiv:

  • Das native, kaltgepresste Rapskernöl von Lidl Vita D'or erreicht die Note 2,8 und damit nur ein "befriedigend". Es war das einzige kaltgepresste Öl im Test, das nicht mit "gut" bewertet wurde. Nicht zu verwechseln ist es mit dem raffinierten Lidl Vita D'or Reinen Rapsöl, das die Note 1,9 erhielt.
  • Das Rapsöl mit Buttergeschmack von Rapsgold erhält die Note 4,0 ("ausreichend"). Hier beanstandet die Stiftung Warentest vor allem die mangelhafte Deklaration.
  • Das Albaöl mit Buttergeschmack schneidet mit der Note 1,8 ("gut") zwar gut ab. Der vergleichsweise hohe Preis von 9,45 Euro pro Liter macht es jedoch weniger attraktiv, wenn vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gesucht wird.

Rapsöl überzeugt mit günstiger Fettsäurezusammensetzung

Entgegen der Online-Gerüchte handelt es sich bei dem aus Samen der Rapspflanze gewonnenen Pflanzenöl um ein Superfood. "Rapsöl ist ein echtes Multitalent in der Küche und für die Gesundheit", erklärt Dr. Jochen Wettach, Experte der Stiftung Warentest, gegenüber Food Monitor. "Besonders wichtig: Alle getesteten Öle liefern reichlich Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E." Das goldgelbe Öl gilt als eine der ergiebigsten pflanzlichen Quellen für Alpha-Linolensäure – eine lebenswichtige Omega-3-Fettsäure. Rapsöl besteht demnach zu etwa 60 Prozent aus Ölsäure und ist besonders herzfreundlich.

Experten widerlegen die weit verbreiteten Behauptungen aus dem Netz eindeutig: Rapsöl ist weder krebserregend noch schädlich für den Körper. Jakob Linseisen, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, bezeichnet Rapsöl sogar als "besonders hochwertiges Öl". 17 der 24 getesteten Öle erfüllen die strengen Richtlinien des Bundesinstituts für Risikobewertung und eignen sich für Babybeikost. Raffiniertes Rapsöl bleibt auch bei Temperaturen über 180 Grad stabil – ideal zum Anbraten. Kalt gepresstes Öl überzeugt durch seinen nussigen Geschmack.

Wer sich also fragt, welches Speiseöl am gesündesten ist, bekommt eine klare Antwort: Rapsöl gilt aufgrund seiner idealen Fettsäurezusammensetzung als gesündestes Öl überhaupt. Doch auch der Konsum von Olivenöl oder Leinöl bringt gesundheitliche Vorteile.

Ein weiterer Ratgeber vergleicht Raps- und Sonnenblumenöl für verschiedene Küchenanwendungen. Dabei geht es unter anderem um die Unterschiede zwischen den Ölen beim Backen und Marinieren.

Rapsöl richtig lagern und die Qualität bewahren

Damit Rapsöl seine Qualität möglichst lange behält, sollte es dunkel, kühl und gut verschlossen aufbewahrt werden. Licht, Wärme und Sauerstoff können das Aroma und die geschmacklichen Eigenschaften des Öls beeinträchtigen. Besonders kaltgepresste Varianten reagieren empfindlich auf ungünstige Lagerbedingungen.

Für die Küchenpraxis empfiehlt es sich daher, Rapsöl nicht dauerhaft neben dem Herd oder an einem sonnigen Fenster aufzubewahren. Nach dem Öffnen sollte die Flasche wieder sorgfältig verschlossen werden. Verändert sich der Geruch oder Geschmack deutlich, sollte das Öl nicht mehr verwendet werden.