Kaffee-Trend "Ganze Bohne": Branche meldet Rekordabsatz
Autor: Tamara Schneider
Deutschland, Montag, 12. Oktober 2026
Filterkaffee oder frisch gemahlen aus der ganzen Bohne? Welche Kaffeezubereitung wieder aktuell ganz hoch im Kurs steht, haben wir recherchiert.
Kaffee aus der Filtermaschine – der unkomplizierte Klassiker gilt seit vielen Jahrzehnten in deutschen Küchen als Standard. Packung auf, Pulver in den Kaffeefilter dosieren, Wasser dazu, und fertig. Doch inzwischen landet häufiger die ganze Bohne in der Tasse - und zwar in Form von Kaffee aus Vollautomaten.
Der Deutsche Kaffeeverband meldet für 2025 einen Rekordabsatz im Segment "Ganze Bohne", während der Absatz von gemahlenem Kaffee in den vergangenen zehn Jahren um etwa 38 Prozent zurückging. Der Trend bedeutet allerdings nicht, dass der Filterkaffee ganz verschwindet. Vielmehr verändert sich die Art der Zubereitung. Denn auch Filterkaffee lässt sich mit frisch gemahlenen Bohnen zubereiten. Wir verraten, wie das geht.
"Ganze Bohne" liegt im Trend: Warum Kaffee öfter frisch gemahlen getrunken wird
Marktdaten aus dem Kaffeesegment zeigen einen deutlichen Wandel. Laut Deutschem Kaffeeverband wurden 2025 insgesamt rund 456.000 Tonnen Röstkaffee in Deutschland abgesetzt. Davon waren 193.800 Tonnen ganze Bohnen. Der Verband spricht von einem Rekordwert und führt die zunehmende Bedeutung des Segments auch auf die wachsende Verbreitung von Kaffeevollautomaten in Privathaushalten zurück.
Ganze Bohnen sind allerdings nicht automatisch an eine bestimmte Zubereitungsart gebunden. Sie können beispielsweise auch für Filterkaffee, French Press oder Espresso mit einer Mühle zu Hause gemahlen werden. Entscheidend ist dabei der Mahlgrad. Für Filterkaffee wird üblicherweise ein mittlerer Mahlgrad verwendet, während für Espresso feiner und für eine French Press gröber gemahlen wird.
Der Deutsche Kaffeeverband erläutert in seinen FAQs, dass der Mahlgrad unter anderem beeinflusst, wie schnell Wasser durch das Kaffeemehl läuft und wie viele Aroma- und Bitterstoffe dabei extrahiert werden.
Ganze Bohne - mehr Aroma: Der Unterschied zwischen den Zubereitungsvarianten
Der Unterschied zwischen fertig gemahlenem Kaffee und ganzen Bohnen besteht im Zeitpunkt des Mahlens. Bei abgepacktem Kaffeepulver ist dieser Schritt bereits erfolgt, bevor der Verbraucher die Tüte öffnet. Bei ganzen Bohnen wird die Bohne erst unmittelbar vor der Zubereitung des Kaffees zerkleinert. Dadurch verkürzt sich die Zeit, in der das empfindliche Kaffeemehl mit Sauerstoff und der Umgebung in Kontakt steht. Zwar wird Filterkaffee in Verpackungen unter Vakuum abgefüllt. Das verhindert allerdings nicht, dass dennoch etwas Sauerstoff hinzugelangen kann.
Eine Kaffeebohne schützt die Aromen in ihrem Inneren. Durch das Mahlen wird die Bohne mechanisch aufgebrochen, die Aromen können entweichen. Wie aromatisch der Kaffee ist, verrät uns der typische Kaffeeduft eines frisch gemahlenen Kaffees. Physikalisch entstehen aus einer einzelnen Bohne viele Kaffeeteilchen. Und dadurch kommt viel mehr Kaffee mit der umgebenden Luft in Kontakt. Die weltweit tätige Non-Profit-Organisation Specialty Coffee Association erklärt, weshalb gängiges Kaffeepulver deshalb nach dem Mahlen schneller altert als in Form ganzer Bohnen. Frisch gemahlener Kaffee verströmt besonders intensiv sein Aroma. Gleichzeitig entweichen dabei aber auch die Stoffe, die für den typischen Kaffeegeruch verantwortlich sind. Dieser Prozess läuft bei Kaffeepulver deutlich schneller ab als bei einer ganzen Bohne. Frisch gemahlener Kaffee sollte deshalb möglichst zeitnah aufgebrüht werden.