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Herbstzeit: Wanzen im Haus erkennen und entfernen


Autor: Alexander Böhm

Deutschland, Montag, 12. Oktober 2026

Wanzen suchen im Herbst geschützte Winterquartiere. Welche Arten ins Haus gelangen und wie sie sich schonend entfernen lassen.
Marmorierte Baumwanzen können im Herbst an Fassaden oder in Wohnungen auftauchen. Größe und Färbung helfen bei der Unterscheidung.


Wanzen erfüllen in der Natur wichtige Aufgaben, auch wenn sie in der Wohnung als ungebetene Gäste gelten. Der Naturschutzbund Nabu überschreibt seinen Überblick auf der Homepage mit „Wunderwelt Wanzen“ und erklärt: „Wanzen sind wie alle Insekten wertvoll und wichtig für unser Ökosystem.“ Als Bestäuber kommen sie etwa verschiedenen Beerensorten zugute, als Nützlinge vertilgen sie Schädlinge.

Zugleich dienen sie Vögeln, Fledermäusen und Amphibien als Nahrungsquelle. So sinnvoll ihre Rolle in freier Natur ist – in den eigenen vier Wänden möchten sie die wenigsten Menschen haben.

Warum Baumwanzen im Herbst Häuser als Winterquartier aufsuchen

Ein typischer Vertreter ist die Marmorierte Baumwanze. Laut Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) sucht sie bei Temperaturen unter neun Grad und kürzer werdenden Tagen ein Winterquartier. Dafür nutzt sie unter anderem Ritzen und Spalten in Häusern oder Schuppen sowie Bereiche unter der Baumrinde.

Besonders auffällig sind größere Ansammlungen an sonnenbeschienenen Hauswänden. Die LfL weist darauf hin, dass die Marmorierte Baumwanze dort im Spätherbst immer wieder nachgewiesen wird. Ursprünglich stammt die Art aus Ostasien und breitet sich seit Jahren in Deutschland aus. Im Obst- und Gemüsebau gilt sie als Schädling, weil sie an zahlreichen Pflanzen saugt.

Mehrere Tiere an derselben Stelle bedeuten nicht automatisch, dass sie sich dort vermehren. Nach Angaben der LfL verlassen Marmorierte Baumwanzen ihre Winterquartiere bei Temperaturen über zehn Grad und beginnen erst später im Frühjahr mit der Paarung. Im Herbst dient ihnen das Haus also vor allem als geschützter Rückzugsort.

Wanzen im Haus schonend entfernen und fernhalten

Bei einzelnen Exemplaren ist kein Insektenspray nötig. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich: „Da sie nicht schädlich sind, sollten sie weder im Haus noch außerhalb mit Insektiziden bekämpft werden.“

  • Einzelne Tiere lassen sich mit einem Glas und einem Stück Pappe aufnehmen und nach draußen bringen.
  • Wer regelmäßig Wanzen findet, sollte mögliche Zugänge und Verstecke wie Ritzen und Spalten im Blick behalten.
  • Engmaschige Fliegengitter an Fenstern und Türen können zusätzlich verhindern, dass Insekten in Wohnräume gelangen.

Marmorierte Baumwanze und Lindenwanze sicher erkennen

Nicht jedes Tier am Gebäude ist eine Marmorierte Baumwanze. Das Umweltbundesamt nennt beispielsweise die Lindenwanze, die im Herbst ebenfalls an Fassaden oder auf Balkonen auftritt und in Wohnungen hineinfliegen kann. Sie wird nur bis zu sechs Millimeter groß, hat einen schwarzen Kopf und rötliche Flügeldecken.

Die Marmorierte Baumwanze erreicht dagegen eine Größe von bis zu 1,7 Zentimetern. Nach Angaben der LfL ist sie braun-grau gemustert und besitzt unter anderem helle Flecken auf dem Rücken sowie charakteristische weiße Bereiche an den Fühlern. Für Menschen sind solche herbstlichen Gäste in der Regel kein Gesundheitsrisiko.

Grüne Stinkwanzen, Feuerwanzen und Gemeine Bodenwanzen sind laut Umweltbundesamt keine menschlichen Parasiten und übertragen keine Krankheiten. Manche Arten sondern bei Bedrohung allerdings ein stark riechendes Sekret ab. Zerdrücken sollte man sie deshalb besser nicht.

Bettwanzen erkennen: typische Spuren im Schlafzimmer

Davon klar zu unterscheiden ist die Bettwanze. Sie lebt in Innenräumen, versteckt sich zum Beispiel in Betten, Möbeln oder Ritzen und ernährt sich von Blut. Bei einem entsprechenden Befall empfiehlt das Umweltbundesamt eine professionelle Bekämpfung. Ein weiterführender Beitrag erklärt, wie Bettwanzen über Reisen oder gebrauchte Gegenstände eingeschleppt werden können und welche Maßnahmen bei einem Befall helfen.

Hinweise auf einen Bettwanzenbefall finden sich häufig in der Nähe der Verstecke: Das Umweltbundesamt nennt schwarze Kotpunkte sowie Häutungshüllen und lebende Tiere als mögliche Spuren. Die Kotpunkte können allerdings auch von einem zurückliegenden Befall stammen.

Hautreaktionen allein sind kein sicherer Nachweis. Bettwanzenstiche können zwar juckende Pusteln verursachen und in einer Reihe auftreten, doch manche Menschen reagieren kaum darauf; zudem lassen sich die Stiche leicht mit denen anderer Parasiten verwechseln.