Bringt Mülltrennung überhaupt etwas – oder ist sie am Ende vergeblich?
Autor: Emma Firlus
Deutschland, Donnerstag, 05. November 2026
Eine aktuelle Studie zeigt: Schon beim Wegwerfen entscheidet sich, wie gut Plastik recycelt werden kann.
Mülltrennung im Haushalt kann die Menge an wiederverwertbaren Materialien erhöhen. Doch nach Einschätzung von Fachleuten ist insbesondere bei Kunststoffen im Restmüll ein hoher Verschmutzungsgrad zu beobachten. Dies könne dazu führen, dass Schadstoffe in den Wertstoffstrom gelangen.
Auch deshalb zählen Kunststoffe zu den größten Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft. Weltweit werden jährlich große Mengen davon produziert, während nur ein kleiner Teil davon recycelt wird. Eine internationale Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature, zeigt nun, wie sinnvoll Mülltrennung zu Hause wirklich ist.
Mülltrennung im Haushalt: Warum sauberes Sortieren wichtig ist
Plastikverpackungen gehören zu den Abfällen, die sich wiederverwerten lassen. Doch nicht alles, was gesammelt wird, kommt am Ende tatsächlich als Recyclingmaterial zurück in den Kreislauf. Da die Kunststoff-Mülltrennung für viele ein Rätsel ist, erklären wir in einem separaten Artikel, welche Leichtverpackungen in die Gelbe Tonne und den Gelben Sack gehören und wo regionale Regeln gelten.
Eine internationale Studie, die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, zeigt, wie stark die Qualität des Kunststoffabfalls davon abhängt, auf welchem Weg er gesammelt und sortiert wird. Demnach ist Plastik aus gemischtem Restmüll häufiger verschmutzt und stärker mit bestimmten Schadstoffen belastet als Kunststoff aus getrennt gesammelten Verpackungsabfällen.
Für die Untersuchung analysierte ein Forschungsteam aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden Kunststoffabfälle in einer industriellen Sortieranlage in den Niederlanden. Dort werden sowohl getrennt gesammelte Verpackungen als auch Kunststoffe aus gemischtem Müll verarbeitet. Die Ergebnisse zeigen: Eine technische Nachsortierung kann zwar zusätzliche Mengen für das Recycling verfügbar machen. Sie bringt jedoch auch Verunreinigungen in den Wertstoffstrom, die die weitere Verarbeitung erschweren können.
Kunststoff aus Restmüll enthält mehr Schmutz
Wie stark sich die beiden Sammelwege unterscheiden, zeigt sich insbesondere bei Feuchtigkeit und Verschmutzungen. Die Forscher untersuchten Kunststoffabfälle aus einer Anlage, in der beide Materialströme auf derselben Sortierlinie verarbeitet wurden – allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Das ermöglichte einen Vergleich unter ähnlichen technischen Bedingungen.
Bei den häufigsten untersuchten Kunststoffarten waren zwischen acht und zwölf Prozent der bereits im Haushalt getrennt gesammelten Abfälle durch Feuchtigkeit oder Schmutz belastet. Bei Kunststoffen aus gemischtem Restmüll lag der Anteil dagegen zwischen 15 und 26 Prozent. Das verschmutzte Material muss vor der Weiterverarbeitung unter Umständen intensiver gereinigt werden. Dadurch kann zusätzlicher Aufwand in den Recyclinganlagen entstehen.