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Bonaparte Classic bei Rewe zurückgerufen: Listerienverdacht im Weichkäse


Autor: Stefan Lutter

Deutschland, Donnerstag, 29. Oktober 2026

Rewe ruft einen Käse aus der Schweiz wegen Listerienverdachts zurück. Verkauft wurde der Weichkäse an Frischetheken in fünf Bundesländern.
Der Schweizer Weichkäse Bonaparte Classic ist bei Rewe von einem Rückruf betroffen. In fünf Bundesländern wurde er an Frischetheken verkauft.


Wer gerne Rahmweichkäse mit klangvollem Namen isst, sollte jetzt einen Blick in den Kühlschrank werfen: Die an Rewe-Frischentheken in fünf Bundesländern verkaufte Sorte "Bonaparte Classic" wird zurückgerufen. Laut der offiziellen Rückrufmitteilung vom Mittwoch, 28. Oktober 2026, im Pressecenter von Lebensmittelhändler Rewe ruft der Schweizer Käsehersteller Strähl Käse AG den Weichkäse zurück. Anlass ist der Verdacht auf Listerienbefall. Rewe warnt: "Vor dem Verzehr des betroffenen Produktes wird dringend abgeraten."

Rewe-Rückruf wegen Listerien: Bonaparte Classic von der Frischetheke

Die Rückrufmeldung betrifft Ware, die an Frischetheken in fünf Bundesländern angeboten wurde. Die betroffenen Angaben im Überblick:

  • Produkt: Bonaparte Classic, ein Schweizer Weichkäse
  • Verkaufsstelle: Frischetheken des Lebensmittelhändlers Rewe (Eigenschreibweise: REWE)
  • Grund: Verdacht auf Listeria monocytogenes
  • Verkaufszeitraum: von Donnerstag, 8. Oktober, bis einschließlich Mittwoch, 28. Oktober 2026
  • Betroffene Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
  • Hersteller: Strähl Käse AG 
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: In der Rückrufmeldung nicht genannt, wie das Verbraucherwarnportal Produktwarnung.eu in seiner Rückrufmeldung bestätigt 

Wie der Hersteller Strähl Käse AG mit Sitz in Siegershausen im Kanton Thurgau auf seiner Produktseite erläutert, wird die Bonaparte-Reihe als Laib und in Portionen angeboten. Die dort genannten Formate beschreiben das Sortiment allgemein und belegen nicht das genaue Gewicht einzelner an der Rewe-Frischetheke verkaufter Stücke. Eine konkrete Angabe zur Farbe oder Rinde des Käses macht die Produktbeschreibung nicht. Im offiziellen Schweizer Käsefinder wird Bonaparte Classic als Rahmweichkäse aus pasteurisierter Kuhmilch geführt.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Für den Umgang mit bereits gekaufter Ware gelten folgende Hinweise:

  • Den Weichkäse nicht essen und nicht an andere weitergeben.
  • Das Produkt in einem Markt zurückgeben. Der Kaufpreis wird den Rewe-Informationen zufolge auch ohne Kassenbon erstattet.
  • Wer den Käse bereits gegessen hat und schwere oder anhaltende Beschwerden entwickelt, sollte ärztliche Hilfe aufsuchen und auf eine mögliche Listerien-Infektion hinweisen.

Schwangere, die den Käse gegessen haben, sollten vorsorglich ärztlichen Rat einholen, auch wenn keine Beschwerden auftreten. Das vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit betriebene Informationsportal familienplanung.de weist darauf hin, dass eine durch Listerien ausgelöste Erkrankung (Listeriose) in der Schwangerschaft auch mild oder ohne erkennbare Symptome verlaufen kann.

Wie gefährlich Listerien sind

Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) kommt es bei Menschen mit intaktem Immunsystem nur selten zu einer Erkrankung durch Listerien (Listeria monocytogenes). Das Institut schreibt: "Bei immunkompetenten Menschen kommt es selten zu einer Infektion und noch seltener zu einer Erkrankung." "Immunkompetent" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Abwehrsystem weitgehend normal funktioniert. Besonders gefährdet seien aber unter anderem Neugeborene, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit geschwächtem Immunsystem. 

Wie das Informationsportal des Gesundheitsministeriums erklärt, könnten Beschwerden infolge einer Listerien-Infektion wenige Stunden bis 14 Tage nach einer Ansteckung auftreten; bei Schwangeren kann es länger dauern. Mögliche Symptome sind Fieber, Durchfall, Erbrechen und Muskelschmerzen. Eine Infektion während der Schwangerschaft kann das ungeborene Kind gefährden, auch wenn die Beschwerden bei der Schwangeren mild sind.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, wie unscheinbar die Bakterien sind: "Da Listerien nicht zum Verderb der Lebensmittel führen, lässt sich ihr Vorkommen weder am Aussehen noch am Geruch der Lebensmittel erkennen." Eine mögliche Belastung lasse sich deshalb nicht zuverlässig durch Anschauen oder Riechen ausschließen.

Weitere Lebensmittel-Rückrufe im Herbst

Im September 2026 waren sechs Bioland- und Demeter-Käsesorten von einem Rückruf betroffen, nachdem Listerien in einer Charge Weinbauernkäse nachgewiesen worden waren. Listerien in abgepackten Fischfilets sind der Grund für einen aktuellen Rückruf bei Lidl, der am 20. Oktober gestartet und drei Tage später erweitert wurde. Vor wenigen Tagen ging es bei einer Lebensmittelwarnung um dekorierte Frischkäseringe, möglicherweise war eine Mandelmischung als Zutat von Insekten befallen.

Aktuelle Waren- und Lebensmittelrückrufe

Weitere aktuelle Rückrufe von verunreinigten Lebensmitteln und verunreinigten Waren finden Sie in unserem Rückrufe-Dossier.