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Japan verschärft Einreise: Ab 2028 JESTA-Pflicht für Touristen


Autor: Stefan Lutter

Deutschland, Dienstag, 03. März 2026

Japans Regierung greift durch – ab 2028 braucht es für die Einreise eine elektronische Vorabregistrierung. Das neue System soll Massentourismus besser steuern.
Mit dem elektronischen Visum wird Tokio ab 2028 noch zugänglicher für internationale Besucher. Die futuristische Skyline der japanischen Hauptstadt vereint ultramoderne Wolkenkratzer wie den Tokyo Skytree mit traditionellen Tempelanlagen und bildet eine der beeindruckendsten Stadtsilhouetten der Welt.


Ab 2028 wird der Traum von Kirschblüten in Kyoto, Sushi in Tokio und Tempelbesuchen in Nara mit einer zusätzlichen Hürde verbunden sein. Japan führt das elektronische Einreisesystem JESTA (Japan Electronic System for Travel Authorization) ein – und damit gehört die unkomplizierte Einreise nur mit Reisepass der Vergangenheit an. Wer das beliebte Reiseland besuchen möchte, muss künftig vorab eine Online-Genehmigung beantragen und eine Gebühr von bis zu 20 Euro zahlen. Die neuen Einreisebestimmungen betreffen alle Reisenden aus 71 visumfreien Ländern, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Der massive Overtourism, mit dem Japan seit der Wiedereröffnung nach der Corona-Pandemie zu kämpfen hat, ist der Hintergrund der Verschärfung. Besonders beliebte Städte wie Kyoto sind überlaufen, Einheimische meiden ihre eigenen Viertel zu Stoßzeiten. Mit dem elektronischen Visum will die japanische Regierung unerwünschte Reisende bereits vor Abflug herausfiltern, Besucherströme besser lenken und die Sicherheit erhöhen. Das JESTA-System funktioniert ähnlich wie die US-amerikanische ESTA-Genehmigung und soll bis April 2028 vollständig implementiert sein.

Elektronisches Visum für Japan: Ab 2028 neue Einreisebestimmungen und JESTA-Pflicht

Alle, die künftig nach Japan reisen möchten, müssen sich auf neue Einreisebestimmungen einstellen. Ein gültiger Reisepass allein wird nicht mehr ausreichen. Die japanische Regierung plant die Einführung eines elektronischen Vorab-Systems namens JESTA (Japan Electronic System for Travel Authorization), das bis April 2028 umgesetzt werden soll. Das System betrifft Reisende aus 71 visumfreien Ländern, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz, wie es auf der offiziellen JESTA-Website heißt.

Ähnlich wie die US-Einreisegenehmigung ESTA funktioniert das JESTA-System: Vor Abflug müssen Reisende online Angaben zu Passnummer, Aufenthaltsdauer, Unterkunft und Reisezweck machen sowie eine Gebühr bezahlen. Ohne bestätigte Genehmigung dürfen Fluggesellschaften Passagiere nicht an Bord lassen, selbst wenn der Aufenthalt nur bis zu 90 Tage dauern soll. Urlauber sollen die Genehmigung spätestens 72 Stunden vor Abflug über ein Online-Formular beantragen.

Die genaue Gebührenhöhe steht allerdings noch nicht fest, doch Japan erwägt eine Gebühr zwischen 2.000 und 3.000 Yen, was etwa 12 bis 20 Euro entspricht. Damit orientiert sich das Land an vergleichbaren Systemen wie ESTA in den USA, das rund 18 Euro kostet. Die Genehmigung soll voraussichtlich für mehrere Einreisen gültig sein und eine Laufzeit von zwei bis fünf Jahren haben, ähnlich wie bei anderen elektronischen Reisegenehmigungssystemen

Massentourismus in Japan: Overtourism als Hauptgrund für JESTA-Einführung

Die Einführung des Systems war ursprünglich für 2030 geplant, wurde jedoch auf das Fiskaljahr 2028 vorgezogen. Hintergrund ist der stark wachsende Besucherandrang, der mancherorts für Konflikte, Regelverstöße und Überlastung der lokalen Infrastruktur sorgt. Die Regierung reagiert darauf mit strengeren Kontrollen und digitaler Vorprüfung.

Mit den Folgen des Massentourismus kämpft Japan zunehmend. Besonders beliebte Städte wie Kyoto verzeichnen Rekordzahlen an Besuchern. Die Stadt hat bereits Teile des berühmten Gion-Viertels für Touristen gesperrt, da viele Besucher dorthin kommen, um Geishas zu sehen. Einheimische meiden inzwischen Viertel wie Gion oder Higashiyama zu Stoßzeiten. Das Problem liegt vor allem an den ungleich verteilten Tourismusströmen, die sich auf wenige Hotspots konzentrieren, wie die Tagesschau berichtet.

Unerwünschte Reisende bereits vor Abflug herauszufiltern und Einreiseprozesse effizienter zu steuern, ist das Ziel der JESTA-Einführung. Die japanische Regierung will damit "die Einreise unerwünschter ausländischer Staatsangehöriger verhindern" und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen. Auch eine bessere Planbarkeit des Tourismus und die Lenkung von Besuchern in weniger frequentierte Regionen spielen bei der Einführung eine wichtige Rolle. In seinem Zusatzhaushalt für das Fiskaljahr 2024 hat Japan bereits 15,82 Milliarden Yen für "Notfallmaßnahmen zur Verhinderung und Eindämmung von Overtourism und zur Verbesserung der Empfangsumgebung für ausländische Besucher" bereitgestellt. Dies macht 15 Prozent des Gesamtbudgets einschließlich des Fiskaljahres 2025 aus.

Rekordzahlen und beliebte Destinationen: Japan-Tourismus boomt seit Jahren

Einer beispiellosen Erfolgsgeschichte gleicht die Entwicklung des Japan-Tourismus. Im Jahr 2000 zählte das Land gerade einmal 4,8 Millionen internationale Besucher, wie die Japan National Tourism Organization dokumentiert. Bis 2010 stieg die Zahl auf 8,6 Millionen, bevor das verheerende Erdbeben und der Tsunami 2011 einen Rückschlag auf 6,2 Millionen Gäste bedeuteten. Doch die Regierung reagierte mit gezielten Maßnahmen: Visaerleichterungen, erweiterte steuerfreie Programme und verbesserte Einreiseverfahren ließen die Besucherzahlen regelrecht explodieren. 2019 erreichte Japan einen Rekord von 31,9 Millionen internationalen Touristen.

Mit noch größerer Intensität setzte sich der Boom nach der Corona-Pause fort. 2024 verzeichnete das Inselreich 36,9 Millionen ausländische Gäste – ein Plus von 15,6 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekord von 2019, so Travel Voice. Allein im ersten Halbjahr 2024 kamen 17,78 Millionen Besucher ins Land, angetrieben durch den schwachen Yen, der Japan zu einem besonders attraktiven Reiseziel machte.

Bei deutschen Urlaubern steht Japan ebenfalls hoch im Kurs: Die einzigartige Mischung aus traditioneller Kultur, moderner Technologie, außergewöhnlicher Sicherheit und kulinarischen Highlights macht das Land zum Traumziel. Hinzu kommen die Faszination für Anime, Manga und die japanische Popkultur sowie die Höflichkeit und Gastfreundschaft der Einheimischen.

Top-Destinationen in Japan: Die zehn beliebtesten Reiseziele im Überblick

Japan bietet eine enorme Vielfalt an Reisezielen – von pulsierenden Megacitys über spirituelle Tempelstädte bis zu majestätischen Naturwundern. Die folgenden zehn Orte gehören zu den absoluten Highlights des Landes und ziehen Jahr für Jahr Millionen Besucher aus aller Welt an:

Die enorme Bandbreite japanischer Reiseerlebnisse wird durch diese zehn Destinationen repräsentiert – von urbanen Abenteuern über spirituelle Tempelbesuche bis zu atemberaubenden Naturlandschaften. Jedes Ziel bietet einzigartige Einblicke in die faszinierende Kultur und Geschichte des Inselreichs.

ETA-Systeme weltweit: Weitere Länder mit elektronischer Einreisegenehmigung

Nicht nur Japan setzt auf elektronische Einreisegenehmigungen. Zahlreiche Staaten nutzen inzwischen dieses Verfahren, das ursprünglich in den USA eingeführt wurde, um Sicherheitsprüfungen schon vor der Einreise durchzuführen und illegale Aufenthalte besser zu verhindern. Deutsche Urlauber benötigen eine elektronische Reisegenehmigung (ETA oder vergleichbare Systeme) unter anderem für Australien, Kanada, Neuseeland, Israel, Kenia, Sri Lanka sowie für die USA.

Seit 2025 verlangt auch Großbritannien schrittweise eine elektronische Anmeldung. Wer ohne gültige Genehmigung reist, riskiert Probleme beim Check-in oder die Einreiseverweigerung.

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