- Staatsangehörigkeit oder rechtmäßiger Wohnsitz in einem EU-Mitgliedstaat, einschließlich der Gebiete in äußerster Randlage
- Alternativ: Wohnsitz in einem mit der EU assoziierten überseeischen Land oder Gebiet (ÜLG)
- Oder: Aufenthalt in einem mit Erasmus Plus assoziierten Drittland (Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, Türkei)
- Besitz eines gültigen Personalausweises, Reisepasses oder Aufenthaltstitels
- Zustimmung zur Erklärung auf dem Bewerbungsformular
Die Verteilung der Tickets erfolgt nach einem Länderkontingent. Jedes teilnehmende Land erhält eine begrenzte Anzahl von Pässen – für Deutschland stehen in dieser Runde zwischen 6000 und 7000 Tickets zur Verfügung. Insgesamt stellt die Europäische Kommission für die Frühjahrsrunde 2026 rund 40.000 Travel-Pässe zur Verfügung. Diese Zahl ist eine besondere Würdigung des 40-jährigen Jubiläums des Schengen-Abkommens.
So funktioniert die Bewerbung
Die Bewerbung erfolgt ausschließlich online über das Europäische Jugendportal. Ab Mittwoch, 8. April 2026, um 12.00 Uhr mittags, erscheint auf der offiziellen DiscoverEU-Webseite der Button "Jetzt bewerben". Interessierte haben dann bis zum Dienstag, 22. April 2026, ebenfalls 12.00 Uhr mittags, Zeit für ihre Bewerbung. Die Bewerbungsphase findet direkt vor der Europäischen Jugendwoche 2026 statt.
Der Bewerbungsprozess umfasst mehrere Schritte:
Das Quiz behandelt Allgemeinwissen rund um die Europäische Union. Die Fragen wechseln bei jeder Bewerbungsrunde. Wer alle Schritte abgeschlossen hat, landet im Lostopf und muss abwarten, bis die Bewerbungsphase beendet ist. Eine gültige E-Mail-Adresse ist wichtig, um im Erfolgsfall benachrichtigt zu werden. Für diese Bewerbungsrunde stehen maximal 23,5 Millionen Euro zur Verfügung, so die offiziellen Wettbewerbsregeln.
In welchen Ländern und Zügen gilt der Travel-Pass?
Der DiscoverEU-Travel-Pass funktioniert wie ein Interrail Global Pass und ist in 33 europäischen Ländern gültig. Dazu gehören alle 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Großbritannien, Irland, die Schweiz, Norwegen, Island und Nordmazedonien. Auch Nicht-EU-Länder wie die Schweiz, Norwegen und Island sind somit vollständig abgedeckt, wie die Interrail-Informationsseite bestätigt. Grundsätzlich können mit dem Pass fast alle Züge in den teilnehmenden Ländern genutzt werden – von Regionalzügen über Intercity-Verbindungen bis hin zu Hochgeschwindigkeitszügen. Dazu zählen:
- Deutschland: ICE, IC, EC, Regionalzüge der Deutschen Bahn
- Frankreich: TGV, Intercités, TER-Regionalzüge
- Spanien: AVE, Alvia, Avant-Hochgeschwindigkeitszüge
- Italien: Freccia-Züge (Frecciarossa, Frecciargento, Frecciabianca), Intercity
- Schweiz: SBB-Züge, Panoramazüge wie Glacier Express und Bernina Express
- Großbritannien: Züge der meisten Bahngesellschaften im Fernverkehr
Besonders praktisch für längere Strecken sind Nachtzüge, die ebenfalls im Pass enthalten sind. Nachtzüge sind eine ideale Ergänzung zum Interrail-Pass, da Reisende Hotelkosten sparen und wertvolle Reisezeit gewinnen. Allerdings ist für alle Nachtzüge eine kostenpflichtige Reservierung obligatorisch, unabhängig von der gewählten Schlafkategorie. Die Reservierungsgebühr beinhaltet bei Liege- und Schlafwagen ein Frühstück. Zu den bekanntesten Nachtzugverbindungen gehören der ÖBB Nightjet (z.B. Hamburg–Wien, München–Rom, München–Venedig) und verschiedene europäische Nachtzuglinien nach Skandinavien, Südosteuropa und Südfrankreich. Die Reservierungskosten variieren je nach Strecke und Komfortklasse zwischen etwa 14 Euro im Sitzwagen und über 100 Euro im Schlafwagen-Abteil. Laut ADAC gehören Nachtzüge zu den besten Möglichkeiten, Europa zu bereisen, da sie Umweltfreundlichkeit mit Komfort verbinden.
Wichtige Ausnahmen und Einschränkungen
Allerdings gibt es wichtige Ausnahmen und Einschränkungen. Viele Hochgeschwindigkeitszüge erfordern eine kostenpflichtige Sitzplatzreservierung, obwohl der Pass selbst kostenlos ist. Besonders teuer sind Reservierungen für den Eurostar, der Paris, Brüssel und London verbindet – hier fallen rund 30 Euro pro Person und Fahrt an. Auch für TGV-Verbindungen zwischen Frankreich und der Schweiz können Reservierungskosten von bis zu 35 Euro entstehen.
Nicht im Pass enthalten sind bestimmte Billig- und Privatbahnen:
- Frankreich: Ouigo, Izy, idTGV (Billig-TGV-Angebote)
- Spanien: Ouigo España, Avlo (Billigableger der Renfe)
- Italien: Italo (privater Hochgeschwindigkeitszug)
- Großbritannien: Einige regionale Privatbahnen haben Sonderregelungen
Für Reisen nach Großbritannien ist der Eurostar die Hauptverbindung durch den Eurotunnel. Der Pass ist hier gültig, aber die Reservierung kostet etwa 30 Euro und die Kontingente für Interrail-Reisende sind begrenzt – deshalb sollte frühzeitig gebucht werden, besonders in den Sommermonaten. Nach Irland gibt es Fährverbindungen von Großbritannien und Frankreich, die teilweise ebenfalls mit dem Pass vergünstigt genutzt werden können.
Auf Reservierungspflicht achten
In Frankreich, Spanien und Italien besteht für die meisten Hochgeschwindigkeitszüge Reservierungspflicht. Wer Kosten sparen möchte, kann auf langsamere Regional- und Intercity-Züge ausweichen, die keine Reservierung benötigen. In Deutschland hingegen sind Reservierungen in ICE-Zügen optional und nicht verpflichtend – hier kann flexibel ohne Zusatzkosten gereist werden. Auch in Österreich, der Schweiz und den skandinavischen Ländern sind die meisten Züge ohne Reservierung nutzbar.
Wer mit dem Fahrrad reisen möchte, kann dieses in vielen Ländern mit in den Zug nehmen. Allerdings gelten länderspezifische Regelungen: Die Mitnahmebestimmungen für Fahrräder variieren von Land zu Land und sogar von Zug zu Zug. In den meisten Fällen muss ein spezielles Fahrradticket gekauft oder eine Reservierung vorgenommen werden. In Deutschland kostet das Fahrradticket im internationalen Verkehr beispielsweise 10 Euro.
Besonders bei Hochgeschwindigkeitszügen und Nachtzügen ist eine vorherige Reservierung für das Fahrrad erforderlich, da die Stellplätze begrenzt sind. Detaillierte Informationen zu den Fahrradmitnahme-Regelungen finden sich auf den Webseiten der jeweiligen Bahngesellschaften.
Wohin kann man mit dem Interrail-Ticket reisen – Tipps für beliebte Verbindungen in Europa
Mit dem DiscoverEU-Travel-Pass stehen jungen Reisenden zahlreiche Zugverbindungen in über 30 europäischen Ländern offen. Der Pass ermöglicht den Zugang zu mehr als 30.000 Reisezielen und umfasst auch ausgewählte Fährverbindungen nach Griechenland, Finnland sowie zwischen Italien und Griechenland. Die Bahn gilt als eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel – die CO2-Emissionen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken, wie das Europäische Jugendportal hervorhebt. Besonders beliebt bei Interrail-Reisenden sind Routen entlang der Mittelmeerküste. Eine klassische Strecke führt von Valencia in Spanien über Girona, Montpellier, Marseille, Cannes und Nizza bis nach Monaco und weiter zu den antiken Ruinen von Rom. Diese Route verbindet mediterrane Lebensfreude mit kulturellen Höhepunkten und bietet spektakuläre Ausblicke auf das Mittelmeer.
Wer mit dem Zug durch Europa reisen möchte, findet zahlreiche attraktive Routen, die sich auch mit kleinem Budget umsetzen lassen. Zu den meistgenutzten Zugverbindungen in Europa gehören:
- Paris – Amsterdam: Die direkte Hochgeschwindigkeitsverbindung dauert etwa drei Stunden und verbindet zwei der beliebtesten Städte Europas
- Berlin – Prag: Eine landschaftlich reizvolle Strecke durch Sachsen und Böhmen mit einer Fahrzeit von rund vier Stunden
- Barcelona – Mailand: Die Route führt entlang der französischen Riviera und bietet Zwischenstopps in Nizza oder Cannes
- Wien – Budapest: Eine der historisch bedeutendsten Verbindungen Mitteleuropas, die beide Donau-Metropolen in unter drei Stunden verbindet
- München/Wien – Venedig: Direkte Nachtzugverbindungen bringen Reisende über Nacht in die Lagunenstadt, alternativ sind auch Tagesverbindungen mit Hochgeschwindigkeitszügen wie dem Frecciarossa möglich
- Kopenhagen – Stockholm: Die spektakuläre Strecke durch Skandinavien mit Überquerung der Öresundbrücke
Spezielle Routenempfehlungen der EU
Ab Dezember 2026 verbindet der italienische Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa München direkt mit Mailand und Rom – eine neue Direktverbindung, die die Reisezeit zwischen Deutschland und Italien um etwa eine Stunde verkürzt und auch mit dem DiscoverEU-Pass genutzt werden kann.
Für besonders nachhaltig orientierte Reisende bietet die EU spezielle Routenempfehlungen an. Die grüne Route von DiscoverEU führt zu Städten, die als "Grüne Hauptstädte Europas" oder "Grünes Blatt Europas" ausgezeichnet wurden. Dazu gehören Städte wie Ljubljana, Kopenhagen oder Tallinn, die sich durch besondere Bemühungen im Umweltschutz auszeichnen. Mehrere dieser Städte sind Teil der Mission für klimaneutrale und intelligente Städte mit dem Ziel, bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen.
Neben den klassischen Routen gibt es auch thematische Verbindungen. Die Kultur-Route führt zu bedeutenden Kulturstätten und UNESCO-Welterbestätten quer durch Europa. Alternativ bietet sich die digitale Route an, die innovative Tech-Hubs wie Berlin, Stockholm, Tallinn und Barcelona miteinander verbindet. Das Europäische Jugendportal stellt zudem eine Wohlfühl-Route vor, die Orte mit besonderem Fokus auf Gesundheit und Wohlbefinden einschließt. Interrail bietet auf seiner offiziellen Webseite zahlreiche weitere Reiseideen und Insidertipps zu Europas beliebtesten Städten. Dort finden sich auch Informationen zu Panoramazügen, die besonders spektakuläre Landschaften durchqueren – von den norwegischen Fjorden über die Schweizer Alpen bis zu den schottischen Highlands. Mit sieben Reisetagen innerhalb eines Monats lassen sich mehrere dieser Routen kombinieren und ein individuelles Europa-Abenteuer gestalten.
Alleine oder in der Gruppe reisen
Bewerber können selbst entscheiden, ob sie alleine oder gemeinsam mit Freunden durch Europa reisen möchten. Gruppenreisen sind mit bis zu vier weiteren Personen möglich – insgesamt also maximal fünf Teilnehmer. Wichtig ist, dass alle Gruppenmitglieder die Teilnahmebedingungen erfüllen. Die Gruppenmitglieder bewerben sich dabei mit dem Bewerbercode der Hauptperson.
Wer keine Reisebegleitung aus dem Freundeskreis hat, kann über die offizielle DiscoverEU-Facebook-Gruppe Gleichgesinnte finden. Dort tauschen sich Teilnehmer aus, planen gemeinsame Routen und verabreden sich zu Treffen. Die nationalen Agenturen von Erasmus Plus organisieren zudem Begegnungen für ausgewählte Reisende, um Vernetzung und Informationsaustausch zu ermöglichen.
Besondere Unterstützung erhalten junge Menschen mit Behinderungen oder Gesundheitsproblemen. Die EU stellt sicher, dass auch sie an DiscoverEU teilnehmen können. Details dazu finden sich in den häufig gestellten Fragen auf der offiziellen Webseite. Das Programm setzt auf nachhaltige und flexible Reisemöglichkeiten, die voller Abenteuer sind, wie die Erasmus-Plus-Nationalagentur Liechtenstein betont.
Wer ausgewählt wird, übernimmt automatisch die Rolle eines "DiscoverEU-Botschafters". Das bedeutet, dass Teilnehmer ihre Reiseerfahrungen mit anderen teilen sollen – etwa über soziale Medien unter dem Hashtag #DiscoverEU, in der Schule oder in der eigenen Gemeinde. Auf diese Weise soll die Initiative bekannter werden und mehr junge Menschen für Europa begeistern. Wer bei der aktuellen Runde leer ausgeht oder das richtige Alter noch nicht erreicht hat, bekommt voraussichtlich im Herbst 2026 eine weitere Chance – die nächste Bewerbungsphase startet vermutlich Ende Oktober. Alternativ können Interrail-Pässe auch käuflich erworben werden, etwa über die Deutsche Bahn.