Die unendlich schöne Stadt

Rom mag vielen als die unendliche Stadt bekannt sein – doch sie ist vor Allem eines: unendlich schön. Kaum eine Stadt ist so italienisch wie Rom und so herrlich.
 
Rom verzaubert - nicht nur durch kulturellen Reichtum, sondern auch durch seine wunderschönen Gässchen und Straßen.
Rom verzaubert - nicht nur durch kulturellen Reichtum, sondern auch durch seine wunderschönen Gässchen und Straßen. Foto: Fotolia / Shjmyra
Wer einmal dort war, wird sich kaum vor dem überwältigenden Charme der Stadt retten können. Tausende Jahre alte Bauwerke, gepflasterte Gässchen, Sonne, himmlisches Essen (man denke nur ans Eis) und überall energiegeladene übertrieben aufgebrezelte Menschen, denen das Drama und die Eleganz im Blut zu liegen scheint. Rom ist überwältigend. Wem die schiere Größe und die Flut kultureller Sehenswürdigkeiten etwas Angst einjagt, dem seien hier einige Tipps für einen entspannten und dennoch kulturell gespickten Trip nach Rom gegeben.

Der Cimitero acattolico Der Protestantische Friedhof in Rom ist bei weitem kein Geheimtipp. Dennoch empfehle ich Ihnen einen Abstecher dorthin – und zwar nicht wegen der wunderschönen alten Grabsteine. Nein, der eigentliche Reiz des cimitero acattolico liegt in seiner Ruhe. Inmitten der lauten, verkehrsüberladenen Straßen Roms und den Massen an Touristen finden Sie hier eine kleine Oase des Friedens mit Granatapfel- und Orangenbäumchen. Sie betreten den Friedhof durch ein verwittertes, wild umwuchertes Tor und es scheint, als träten Sie ein in eine andere Welt. Der Friedhof zieht Scharen an Touristen an, weil er die  Gebeine der ein oder anderen Berühmtheit beherbergt – ich rate Ihnen: ignorieren Sie diese! Grabstein ist Grabstein, egal, wessen Knochen sich darunter befinden oder mal befunden haben. Streifen Sie vielmehr durch den Wald geschichtsträchtiger Steine, bewundern Sie die Schönheit der alten Bäume und beobachten Sie die zahlreichen Katzen, die diesen Ort noch magischer machen, als er es sowieso schon ist. Der cimitero acattolica ist ein Rückzugsort für alle, die dem Trubel der Stadt für eine Zeit entfliehen wollen. An den Friedhof grenzt ein kleiner Park mit schattigen Bäumen und Bänken, die zum Verweilen einladen. Wer also eine Pause vom überwältigenden, staubigen Rom braucht, ist hier genau richtig.

Die Vatikanischen Museen Ohje, auch dieser Tipp ist kein Geheimtipp. Jeder Besucher Roms kennt die Vatikanischen Museen mit ihrem schier unüberwindbaren Schatz an Kunstwerken und sicherlich auch die unendliche Warteschlange, die sich Tag für Tag vor den Toren des Museums aufbaut. Wer früh aufsteht oder sein Ticket online kauft, umgeht die Schlange und kann ohne Warten in die Welt der Kunst eintauchen. Mein Tipp ist nun aber nicht das Museum selbst, sondern ein kleiner Schlachtplan, wie man der riesigen Menge herrlicher Ausstellungsexponaten gerecht wird, ohne einen ausgewachsenen Museumskoller zu kriegen. Beim Betreten des Museums erhält man einen Übersichtsplan der Ausstellungsräume. Der erste Schritt zum Museumsgenuss besteht darin, sich in eines der zauberhaften Cafés zu setzen, einen köstlichen Espresso zu bestellen und den Plan nach spannenden, interessanten und zu vernachlässigenden Exponaten zu durchstöbern. Das Museum bietet eine derartige Vielfalt an kunstgeschichtlichen und historischen Wunderdingen, dass es kaum möglich ist alle in einem Aufwasch zu sehen – und ganz ehrlich: Selbst der größte Kunst- und Geschichtsfan stößt im ausladenden Wirrwarr des Vatikanischen Museums an seine Grenzen und wird Dingen begegnen, die nicht so sehenswert sind. Und noch wichtiger, planen Sie genügend Pausen ein. Das Museum bietet zahlreiche sehr schöne Cafés und Kantinen, in denen man bei hervorragendem Kaffee und (leider meist überteuerten) Snacks kurz durchatmen und den Kopf für weitere Kunst freimachen kann. Wenn Ihnen das Essen dort zu teuer ist, packen Sie sich etwas Proviant ein, es gibt eine Menge versteckter Plätzchen, wo man mal in sein Brot beißen kann.

Das Essen Essen muss man und wenn man in Italien – und ganz besonders in Rom – ist, möchte man das auch, denn es ist köstlich. Beginnen wir beim Kaffee: nirgends auf der Welt gibt es so guten Kaffee wie in Italien, Rom macht da keine Ausnahme. Selbst die kleinste Bar in der schmuddeligsten Gasse hat eine teure Siebträgermaschine aus der sensationell guter Kaffee kommt. Zum Frühstück empfiehlt sich's klassisch italienisch: caffè con cornetto. Ein dunkler Kaffee mit herrlicher Crema und dazu ein buttriges Hörnchen. Das bekommen sie überall in Rom für kleines Geld. Mittags darf es etwas herzhafter sein: versuchen Sie unbedingt eines der Brötchen mit gegrilltem Wildschwein. Diese Leckerbissen werden zumeist an Straßenständen angeboten und sind so würzig und fein, dass Sie danach mit Sicherheit ein zweites wollen. Zum Abendessen putzen Sie sich heraus – machen Sie es wie die Römer und gönnen Sie sich nach einem aufregenden Tag in der staubigen Stadt eine Pause. Duschen Sie in Ruhe, lesen Sie eine Weile und machen Sie sich dann so richtig schick – in Rom übertreibt man abends gerne. Herausgeputzt geht es dann in ein Ristorante. Suchen Sie sich eines heraus, das keine Touristenmenüs anbietet, das eine ausschließlich italienische Karte hat und in dem Sie nur Italiener sehen. Und dann schlemmen sie, was das Zeug hält. Richtig italienisch ist es, Vorspeisen, Nudeln, Fleisch und dann Dessert zu essen, dazu einen guten Wein. Rom ist eine Fundgrube der kulinarischen Köstlichkeiten, ich verspreche Ihnen, dass sie tolle Restaurants finden und falls nicht, fragen Sie die Einheimischen nach ihrem Lieblingsrestaurant. Wagen Sie das Unbekannte:  mit Ziegenkäse gefüllte Artischocken statt Calamari, Meeresfrüchte-Risotto statt Pizza und geschmorter Ochsenschwanz in Wein statt Spaghetti Bolognese! Und vergessen Sie keinesfalls das Eis danach.
 
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