Auswärtiges Amt warnt: Kuba-Urlaub derzeit nicht sicher
Autor: Stefan Lutter
Deutschland, Mittwoch, 11. März 2026
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in ein Karibikparadies. Der Grund: Eine dramatische Energiekrise hat das Gesundheitssystem kollabieren lassen.
Traumstrände, Kolonialarchitektur und karibisches Lebensgefühl – Kuba stand jahrzehntelang für Urlaubsträume zwischen Nostalgie und Exotik. Über 4,2 Millionen internationale Besucher zählte die Insel noch 2019, Varadero lockte mit seinen endlosen Sandstränden, Havanna mit pulsierendem Nachtleben und historischem Charme. Doch die Gegenwart auf der sozialistischen Karibikinsel könnte düsterer kaum sein.
Seit Kurzem gilt eine beispiellose Warnung des Auswärtigen Amts: Von Reisen nach Kuba wird dringend abgeraten. Eine akute Energiekrise hat das gesamte Land in einen Ausnahmezustand versetzt. Stromausfälle von bis zu 20 Stunden täglich lähmen die Infrastruktur, Krankenhäuser können keine Operationen mehr durchführen, lebenswichtige Medikamente fehlen und selbst Ambulanzen stehen ohne Treibstoff still. Die medizinische Versorgung ist kollabiert – wer jetzt auf Kuba erkrankt, schwebt in akuter Lebensgefahr. Das einstige Gesundheitssystem, auf das Kuba einst stolz war, existiert praktisch nicht mehr.
Kuba: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen – Medizinversorgung kollabiert
Das deutsche Auswärtige Amt warnt eindringlich vor nicht notwendigen Reisen nach Kuba. Grund ist eine dramatische Energiekrise, die das gesamte Gesundheitssystem der Karibikinsel an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat. Seit dem 10. Februar 2026 gilt diese außergewöhnliche Reiseempfehlung, die auf erheblichen Auswirkungen eines akuten Treibstoffmangels basiert. Eine medizinische Versorgung kann derzeit nicht mehr gewährleistet werden – weder für Notfälle noch für Routinebehandlungen, wie das Auswärtige Amt in seinen aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen mitteilt.
Die Situation auf der Insel verschärft sich täglich. Flugzeuge aus dem Ausland können seit dem 9. Februar 2026 in Kuba nicht mehr aufgetankt werden, was zu massiven Einschränkungen im Flugbetrieb führt. Hotels mussten bereits schließen, während der öffentliche Nahverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen ist. Stromabschaltungen von mehreren Stunden täglich sind zur Regel geworden und beeinträchtigen die Wasser- und Lebensmittelversorgung erheblich. Straßenbeleuchtung, Ampeln, Geldautomaten und Kommunikationssysteme fallen regelmäßig aus, berichtet die FAZ.
Besonders alarmierend zeigt sich die Lage im medizinischen Sektor. Aufgrund großer Engpässe sowohl an Medikamenten als auch an medizinischem Material kann im Notfall nicht davon ausgegangen werden, eine adäquate medizinische Versorgung zu erhalten. Rücktransportmöglichkeiten für Erkrankte nach Deutschland sind zudem derzeit nicht sichergestellt. Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden mit Vorerkrankungen deshalb ausdrücklich, Reisen nach Kuba sehr kritisch zu überdenken.
Kollaps des Gesundheitssystems droht
Der kubanische Gesundheitsminister José Ángel Portal Miranda warnte bereits, dass die US-Ölblockade das Gesundheitssystem an den Rand des Zusammenbruchs gebracht habe. Nach Angaben des Ministers fehlen unter anderem lebenswichtige Medikamente für Krebs- und Herzpatienten. Rund 5 Millionen Menschen mit chronischen Erkrankungen müssen mit Unterbrechungen ihrer Medikation oder Behandlungen rechnen. Darunter befinden sich 16.000 Krebspatienten, die Strahlentherapie benötigen, sowie weitere 12.400, die andere onkologische Behandlungen erhalten.
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Krankenhäuser arbeiten unter kriegsähnlichen Bedingungen. Stromausfälle von bis zu 20 Stunden täglich, kombiniert mit einem Mangel an Ausrüstung und Medikamenten, zwingen zur Absage von Operationen und schränken diagnostische Möglichkeiten massiv ein. Ambulanzen stehen ohne Treibstoff still, während Berichte von Personalengpässen zunehmen, da Gesundheitsfachkräfte sich weigern, unter den katastrophalen Bedingungen zu arbeiten, oder schlichtweg nicht zur Arbeit gelangen können, wie das British Medical Journal dokumentiert.