• Wie die Halsbänder funktionieren
  • Warum sie verboten sind
  • Die Verwendung solcher Erziehungshalsbändern steht unter Strafe
  • Hunde können dadurch nachhaltig traumatisiert werden
  • Nicht verbotene Alternativen

Eigentlich sind sie in Deutschland verboten – doch viele Hundehalter benutzen sie dennoch: Elektroschock-Halsbänder. Sie versprechen sich davon eine bessere Leinenführigkeit ihres Hundes oder denken, dass er dadurch besser folgt. Doch stimmt das überhaupt? Grausam, aber wahr: Eigentlich quälen die Besitzer ihren geliebten Vierbeiner.

Wie funktioniert ein Elektroschock-Halsband?

Das Halsband ist eigentlich nicht nur ein Halsband. Dazu gehört noch eine Fernbedienung für den Besitzer. Die Elektroschock-Halsbänder arbeiten mit einem elektrischen Impuls, der durch Knopfdruck ausgelöst wird. Dem Hund wird also mit jedem Drücken der Fernbedienung ein elektrischer Schlag verpasst. Dadurch sollen dem Hund unerwünschte Verhaltensweisen wie zum Beispiel Bellen oder Jagen ausgetrieben werden.

Die sogenannten Erziehungshalsbänder gibt es neben Elektroschocks auch mit Vibration oder Tonsignal. Das macht sie jedoch nicht weniger unangenehm für den Hund, denn auch Vibrationen und Töne können Schmerzen auslösen.

Warum sind Elektroschock-Halsbänder verboten?

Da diese Impulse sehr unangenehm oder sogar schmerzhaft sind, verängstigen sie den Hund und können ihn nachhaltig traumatisieren. Folgen solcher Halsbänder können unter anderem Verhaltensstörungen sein. Das Tier kann durch die dauerhafte Verwendung stark verunsichert werden und die Bindung zum Besitzer leidet.

Laut § 3 des Tierschutzgesetzes dürfen keine Schmerz- und Strafreize in der Hundeerziehung genutzt werden. Deshalb ist die Nutzung von Elektroschock- und anderen Erziehungshalsbändern in Deutschland seit 2006 verboten und dürfen eigentlich weder beworben noch verkauft werden.

Leider sieht die Realität anders aus. Im Internet kann man die verbotenen Halsbänder problemlos kaufen. Auch das Benutzungsverbot wird nach wie vor von vielen Hundebesitzern ignoriert, obwohl sie dadurch eine Ordnungswidrigkeit begehen. In besonders schweren Fällen kann die Verwendung sogar als Straftat geahndet werden.

Welche Alternativen gibt es?

Hundehalsbänder mit Sprühausstoß, Parfum oder einem Ultraschall-Signal sind nicht gesetzlich verboten, da sie dem Tier keinen Schaden zufügen. Sie funktionieren allerdings ähnlich wie die verbotenen Erziehungshalsbänder. Auf Knopfdruck wird Wasser oder Parfum freigesetzt oder ein unangenehmes Ultraschall-Signal ausgelöst. Dadurch soll dem Hund signalisiert werden, dass er sich nicht richtig verhalten hat.

Auch wenn diese Halsbänder nicht verboten sind, sind sie für Hunde dennoch unangenehm. Das sorgt immer wieder für heftige Diskussionen unter Hundebesitzern. Denn wie bei Kindern sollte auch in der Erziehung von Hunden niemals mit Bestrafung gearbeitet werden.

Die beste Alternative ist deshalb der Besuch einer Hundeschule, die ohne Bestrafung arbeitet. Wahrscheinlich wird das Training länger dauern und sicher anstrengender sein. Aber dafür wird die Bindung zwischen Hund und Besitzer gefestigt – und eine gute Bindung ist die Basis jeder guten Erziehung.