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WhatsApp: Diese neuen Regeln kommen - mit Folgen für Nutzer?


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa

Deutschland, Dienstag, 27. Januar 2026

WhatsApp muss bei offenen Kanälen aufpassen: Illegale Inhalte, Werbung, Wahlmanipulation – die EU schaut jetzt genau hin. Meta-Chef Mark Zuckerberg ärgert das.
Das Icon des Messenger-Dienstes WhatsApp ist auf eine Smartphone-Bildschirm zu sehen.


Der Messenger-Dienst WhatsApp des Facebook-Konzerns Meta muss künftig strengere EU-Digitalrichtlinien einhalten. Die Anzahl der Nutzer habe die Schwelle von mindestens 45 Millionen Nutzern in der Europäischen Union überschritten, weshalb die offenen Kanäle nun den europäischen Digitalgesetzen entsprechen müssen, teilte die EU-Kommission mit. Der US-Konzern hat vier Monate Zeit, um sich auf die Vorschriften einzustellen.

Die Brüsseler Behörde betonte, dass private Nachrichtenkanäle und Direktnachrichten davon unberührt bleiben. Stattdessen betrifft es offene Kanäle in der App. Konkret fallen diese Teile von WhatsApp nun unter das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA) - sie werden laut Kommission also ähnlich wie eine Social-Media-Plattform angesehen.

WhatsApp muss sich an strengere EU-Digitalregeln halten - bereits  EU-Verfahren gegen Meta

Neben dem Versenden und Empfangen von Nachrichten können Nutzerinnen und Nutzer von WhatsApp auch Kanälen folgen. Die Bundesregierung, aber auch Fußballvereine, Nachrichtenportale oder Verkehrsbetriebe nutzen solche Kanäle, um eine große Anzahl von Interessierten zu erreichen.

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Das Gesetz über digitale Dienste soll unter anderem gewährleisten, dass Plattformen rechtswidrige Inhalte von Dritten auf ihren Seiten oder - im Fall von WhatsApp - Kanälen zügig entfernen. Es soll auch vor Wahlmanipulation schützen und setzt Transparenzstandards für den Umgang mit Werbung auf Online-Plattformen fest.

Als Reaktion auf EU‑Datenschutzvorgaben, die die Wahl zwischen personalisierter Werbung und einem werbefreien Abo verlangen, plant Meta laut des WhatsApp-Blogs WABetaInfo für die Nutzer des Messenger-Dienstes in der EU und in Großbritannien zudem ein "Pay‑or‑Okay"-Modell: Wer keine Werbung im "Updates"-Tab sehen will, soll offenbar gegen eine monatliche Gebühr von voraussichtlich mindestens vier Euro auf ein werbefreies WhatsApp wechseln können. Die Abrechnung des geplanten Abo-Modells soll als läuft als In-App-Kauf über App Store laufen. Nutzer, die den "Updates"-Bereich nicht nutzen, merken nicht von der Werbung; die Kernfunktionen von WhatsApp bleiben unverändert. Weitere Details zu den Planungen waren zunächst nicht bekannt.

Zuckerberg spricht von "institutionalisierter Zensur"

Gegen den Facebook- und Instagram-Konzern Meta, zu dem auch WhatsApp gehört, sind bereits Verfahren der EU wegen Verstößen gegen europäische Digitalgesetze im Gange. Ihm drohen unter anderem wegen mangelhafter Datentransparenz und des Umgangs mit illegalen Inhalten auf seinen Plattformen erhebliche Geldstrafen, hatte die Kommission Ende Oktober mitgeteilt.

Meta-Chef Mark Zuckerberg hatte in Bezug auf die Digitalgesetze von "institutionalisierter Zensur" gesprochen. US-Präsident Donald Trump, dessen politischem Lager Zuckerberg nähergerückt war, hatte die EU-Regeln als wettbewerbsfeindlich bezeichnet. Immer wieder kommt aus Washington zudem der Vorwurf, Brüssel betreibe Zensur. ami/mit dpa

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