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ICQ-New

ICQ ist wieder da: Neuer, schneller, eleganter - aber auch besser als WhatsApp?

Nach rund 20 Jahren möchte ICQ den Messenger-Markt zurückerobern. Mit einigen interessanten Features, die es gegenüber Platzhirschen wie Whatsapp abheben. Aber leider auch mit einem großen Nachteil.
 
ICQ-New
ICQ will es noch mal wissen. Mit zahlreichen neuen Features will sich der Messenger zurück auf den Thron kämpfen. Grafik: Andreas Hofbauer/inFranken.de Foto: Andreas Hofbauer

Der Großvater der Messenger ist zurück. In neuem Gewand, besserer Performance und topaktuellen Programmen für die Smartphones, den PC und Mac. Das zumindest verspricht der neue Eigentümer von ICQ mit der aktualisierten Version die jetzt auf den Namen „ICQ New“ hört. Damit möchte der Rechteinhaber, Mail.ru, den Markt zurückerobern. Doch ob das klappen kann?

ICQ (I seek you, ich suche dich) war seit seiner Gründung von einem israelischen Start-up die absolute kommunikations-Avantgarde auf den Heimcomputern. Dieser Siegeszug wurde nach der Übernahme durch AOL im Jahr 1998 konsequent ausgebaut. Zu seinen erfolgreichsten Zeiten zählte der Messenger mehr als 100 Millionen Nutzer, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete.

ICQ verschwand in der Versenkung: Wie wahrscheinlich ist der Erfolg nach fast 20 Jahren?

Lediglich ein Zehntel dieser Zahlen waren 2013 übriggeblieben. Danach machte das Unternehmen keine Zahlen mehr öffentlich. Selbst wenn man davon ausginge, dass ICQ seither nicht weiter Nutzer verloren hat, sind diese Zahlen für einen Messengerdienst sehr überschaubar. Marktführer WhatsApp nutzen im Februar 2020 beispielsweise täglich mehr als eine Milliarde Menschen. Doch der Investor ist nach wie vor von dem Erfolg des Messengers überzeugt.

Klappen soll der Angriff auf die aktuellen Messenger-Platzhirsche mit einem runderneuerten Design, modernem Logo und neuen Funktionen, die „ICQ New“ von der Konkurrenz abheben sollen. Besonders prominent bewirbt Mail.ru dabei die künstliche Intelligenz von ICQ New. Die soll erhaltene Sprachnachrichten in Text konvertieren können. Damit würde sich ICQ New für all jene eignen, die gerne Audio-Nachrichten verschicken, der Gegenüber diese jedoch nicht immer anhören kann ode rmöchte. Dieselbe künstliche Intelligenz macht auch das zweite „große“ Feature des zurückgekehrten Messenger-Großvaters möglich. Das hört auf den Namen „Smart Reply“, und funktioniert ähnlich wie die Wortvorschläge auf den digitalen Tastaturen der Smartphones. Die KI analysiert die Themen des Chats und präsentiert euch thematisch passende Antworten oder Sticker.

Für Menschen mit einer erfahrungsgemäß schwachen Internetverbindung möchte ICQ ebenfalls interessant sein. Daher bietet der Messenger in seinen Verbindungseinstellungen die Möglichkeit sich weiter als online anzeigen zu lassen. Selbst, wenn das gerade nicht der Fall sein sollte. Auch beim Austausch von Dateien wie Bilden oder Videos möchte ICQ vorne mitmischen. Ihr erhaltet nämlich die Möglichkeit Bilder oder Videos ohne Qualitätsverlust zu versenden. Die Übertragungsgrenze liegt dabei allerdings bei rund vier Gigabyte. Standards wie Video oder Gruppenanrufe sind mit der Neuinterpretation von ICQ ebenfalls möglich. Außerdem erwähnenswert: Wer möchte, kann in „ICQ New“ auch Gruppen mit bis zu 25.000 Mitgliedern erstellen. Dabei bietet der Messenger auch Funktionen wie Zugangsbeschränkungen oder Umfragen in seinen Gruppen an.

Wie sicher sind meine Daten bei "ICQ New"?

WhatsApp und Facebook geraten regelmäßig wegen ihrer Sicherheitsvorkehrungen in die Kritik. Und hier patzt auch ICQ. Das Unternehmen lässt völlig offen wie der Dienst erstellte Daten sichert. Auf der Unternehmensseite ist gar zu lesen: „ICQ hat Sicherungsmaßnahmen eingerichtet, kann aber nicht ausschließen, dass personenbezogenen Daten preisgegeben werden.“ Darüber hinaus werden angefertigte Datensätze und Chatprotokolle bei ICQ nicht verschlüsselt.

Wer „ICQ New“ dennoch ausprobieren möchte, und sei es nur zum Ausprobieren der künstlichen Intelligenz, der kann sowohl auf die Webversion, als auch auf Anwendungen für Windows, MacOS, Android und iOS zurückgreifen.