Trick aktiviert Blitzer-Warner in Google Maps - funktioniert das wirklich?

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Blitzer-Apps sind in Deutschland im Straßenverkehr nicht erlaubt, in anderen Ländern aber weit verbreitet. Die Vorschriften unterscheiden sich teils deutlich.

In Deutschland steht das Verwenden von Blitzerwarnern während des Fahrens unter Strafe. Dazu zählen nicht nur physische Geräte und Sensoren, sondern auch Navigationssysteme mit Biltzer-Warnfunktion und Blitzer-Apps. Wirst du als Fahrer erwischt, kostet dich das 75 Euro und du erhältst einen Punkt im Register in Flensburg. Aktuell findet deutschlandweit vom 13. bis 19. April 2026 die "Speedweek" statt, in der vermehrt geblitzt werden soll.

Aufgrund der strengen Regelung machen die meisten Hersteller die Blitzer-Warnungen für Navigationsgeräte in Deutschland gar nicht erst verfügbar. Auch Google Maps und Apple Karten haben das Feature nicht für deutsche Nutzer freigeschaltet. In vielen anderen Ländern sind die Vorschriften jedoch nicht so streng. Wenn du in den Urlaub fährst, kannst du also theoretisch eine Blitzer-App oder die Blitzer-Warnung im Navigationssystem verwenden.

Blitzer-Warner auf Google Maps: In diesen Ländern ist die Funktion verfügbar

Im Fall von Google Maps funktioniert das automatisch. In mehr als 40 Ländern weltweit kann die Navigationssoftware dich vor mobilen Radarfallen warnen. Das Ganze funktioniert über Nutzermeldungen und importierte Daten aus der Schwester-App "Waze". Wenn du in einem Land unterwegs bist, in dem die Warnfunktion verfügbar ist, sollten dir gemeldete Blitzer auf deiner Route automatisch angezeigt werden. Voraussetzung ist, dass du unter Einstellungen > Navigation die Benachrichtigungen zu Verkehrsbehinderungen und anderen Situationen aktiviert hast.

In folgenden Ländern ist die Funktion verfügbar:

Andorra
Israel
Marokko
Schweden
Australien
Italien
Mexiko
Serbien
Bosnien und Herzegowina
Japan
Namibia
Simbabwe
Brasilien
Jordanien
Niederlande
Slowakei
Bulgarien
Kanada
Norwegen
Spanien
Estland
Katar
Oman
Südafrika
Finnland
Kroatien
Polen
Tschechien
Griechenland
Kuwait
Portugal
Tunesien
Großbritannien
Lettland
Rumänien
Ungarn
Indien
Litauen
USA
Indonesien
Island
Malta
Saudi-Arabien
Dänemark

 

Da die Warnfunktion auf Nutzermeldungen beruht, sind die Informationen allerdings nicht zu hundert Prozent verlässlich. Du solltest immer auf die Geschwindigkeitsbegrenzung achten und aufmerksam fahren. Seit der Einführung gibt es zudem immer wieder Nutzerbeschwerden im Support-Forum für Google Maps und auf Reddit, dass die Blitzerwarnungen nicht richtig funktionieren würden. Es gibt aber Alternativen.

Handy mit Blitzer-Warnfunktion ausstatten: So funktioniert es

Eine beliebte Alternative ist die TomTom-App (ehemals AmiGo). Diese kannst du kostenlos im Google Play Store (für Android) oder im App Store (für iOS) herunterladen. Das Besondere: TomTom überlässt es den Nutzern selbst, ob sie die Blitzer-Warnfunktion einschalten oder nicht, unabhängig von der Rechtslage des Landes.

Die TomTom-App wirbt damit, Blitzerwarnungen weltweit liefern zu können. Weiterhin gebe es eine aktive Nutzergemeinschaft, die sowohl feste als auch mobile Blitzer meldet, die dann von der Anwendung übernommen werden. Somit sollten die Warnungen immer auf dem neuesten Stand sein. Deutsche Nutzer müssen der Warnung vor Radarkameras ausdrücklich zustimmen und erhalten beim ersten Start der App sowie in den Einstellungen einen entsprechenden Warnhinweis zur Gesetzeslage. 

Ein weiteres besonderes Feature der App des Navi-Herstellers waren bislang die "Overlays" oder der Überlagerungsmodus. Damit konnten die Geschwindigkeitsbegrenzung und Blitzerwarnungen in einem kleinen Fenster beliebig auf dem Bildschirm platziert werden, auch über anderen Apps wie Google Maps. Das funktionierte nur bei der Android-Version, da iOS Overlays nicht unterstützte - und nun ist die Einstellung komplett verschwunden. In der neuen Version der App wurde die Option entfernt, um "ein vollständiges Fahrerlebnis zu bieten", heißt es von TomTom im Google Play Store. Man wolle sich darauf konzentrieren, eine "umfassende Suite von Fahrwerkzeugen für verschiedene Szenarien bereitzustellen, anstatt ein eigenständiges Warnwerkzeug [sic]".

TomTom-Blitzer-App in Deutschland nutzen: Ist das erlaubt?

Da du selbst entscheidest, ob du die Funktion nutzt, solltest du jedoch vorsichtig sein. Informiere dich vor einer Reise, in welchen Ländern du den Blitzer-Warner aktivieren darfst. Allein innerhalb der EU gibt es die unterschiedlichsten Regelungen. Was die meisten Länder gemeinsam haben, ist ein Verbot von reinen Radarwarnern, technischen Geräten, die nur dazu da sind, vor Blitzern zu warnen oder sogar die Messung zu stören. Blitzer-Apps und die sogenannte POI-Funktion (Points of Interest) bei Navigationssystemen sind laut den Rechtsexperten des ADAC dagegen in vielen EU-Staaten erlaubt, darunter die Niederlande, Österreich, Spanien und Tschechien. Ein komplettes Verbot der Nutzung während der Fahrt von Blitzer-Apps und der POI-Funktion gilt nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und in Frankreich.

In Deutschland ist die Rechtslage zur Blitzer-App-Nutzung während der Fahrt inzwischen eindeutig geklärt. Blitzer-Apps sind zwar legal, allerdings dürfen sie während der Fahrt nicht benutzt werden. Auch Beifahrer dürfen Blitzer-Apps nicht während der Fahrt verwenden, um den Fahrer aktiv vor Blitzern zu warnen. In diesem Fall droht dem Fahrer ebenfalls ein Bußgeld.

Dazu gab es ein Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe. "Findet die Polizei im Rahmen einer Verkehrskontrolle einen betriebsbereiten Radarwarner, kann sie diesen sicherstellen und sogar vernichten lassen", so Schaars. Sei dir außerdem bewusst, dass eine Navigations-App viel Akkuleistung beansprucht. Daher raten wir dir, im Auto das Handy zu laden, damit dir nicht unterwegs der Saft ausgeht. Zudem saugt eine solche Anwendung auch Datenvolumen. Je nach Tarif können dadurch zusätzliche Kosten auf dich zukommen.

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