Diese Tricks sparen Prime-Nutzern bares Geld – aber kaum einer kennt sie

Du nutzt Amazon Prime Video, willst aber nicht mehr bezahlen als die jährlichen Prime-Kosten? Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du beim Streaming ordentlich Geld sparen.

Als Teil des Amazon-Prime-Pakets zählt Prime Video zu den günstigeren Streamingdiensten. Viele Nutzer dürften allerdings bei der Nutzung mehr bezahlen als nötig. Schuld sind automatische Verlängerungen, versteckte Zusatzkosten oder Funktionen, die kaum jemand kennt. Verbraucherschützer kritisieren, dass Streaming-Dienste Nutzer durch unübersichtliche Menüs oder komplizierte Abo-Strukturen schnell zu zusätzlichen Ausgaben verleiten können. Dabei lassen sich viele Kosten mit wenigen Einstellungen vermeiden. Wenn du deine Mitgliedschaft gezielt steuerst, Kaufoptionen prüfst und versteckte Funktionen nutzt, haben wir zusammengefasst.

1. Zusatz-Abos bei Prime Video sofort wieder kündigen

In Amazon Prime findest du nicht nur Filme und Serien, die der Onlineriese selbst zur Verfügung stellt, sondern auch die sogenannten "Channels". Ob Horror, Familienfilme oder Kinderserien: Die Angebote – in der Regel von Fremdanbietern bereitgestellt – verursachen zusätzliche Kosten. Nicht sehr hohe, aber doch. Ein solches Abo abzuschließen, weil dich ein Video in dem Moment anspricht, ist deshalb besonders heimtückisch.

Die Beträge von monatlich zwischen etwa drei und zehn Euro wirken im ersten Moment harmlos. Wenn du jedoch vergisst, den Channel oder gar mehrere Angebote wieder zu kündigen, bezahlst du über Monate hinweg ohne Nutzung. Kleine Beträge fallen auf der Kreditkartenabrechnung oft gar nicht auf, sie summieren sich aber. Der wichtigste Spar-Trick ist deshalb: direkt nach dem Abschluss kündigen. Der Zugang bleibt trotzdem bis zum Ende der bereits bezahlten Laufzeit bestehen. Du verlierst keine Inhalte, umgehst aber die Gefahr, dass du das Abo schlichtweg vergisst. Ob du Channels abonniert hast, kannst du ganz einfach in Prime Video in den Kontoeinstellungen unter "Mitgliedschaften & Abonnements" - "Prime Video Channels" überprüfen.

Verbraucherschützer warnen schon lange vor automatischen Verlängerungen solcher Abos und vor allem vor komplizierten Kündigungswegen. 2022 reagierte der Gesetzgeber: Laut Verbraucherzentrale müssen Anbieter eine leicht auffindbare Möglichkeit bieten, laufende Verträge online zu beenden.

2. Immer auf "In Prime enthalten" achten

Wie viele Filme und Serien über Prime Video genau abrufbar sind, ist nicht bekannt. Amazon selbst spricht von "Tausenden" deutschsprachigen Inhalten. Doch Vorsicht: Nicht alle Videos sind in Amazon Prime enthalten. Manche bietet der Streaming-Dienst als kostenpflichtige Leih- oder Kaufoption an. Besonders neue Kinofilme oder aktuelle Serien kosten oft extra. Diese Angebote sehen auf den ersten Blick fast genauso aus wie kostenlose Titel. Die Hinweise auf zusätzliche Gebühren fallen vergleichsweise unscheinbar aus. Klickst du zu schnell, tappst du in die Kostenfalle, ohne dass du es vielleicht willst.

Wie erkennst du in Prime Video kostenpflichtige Inhalte? Bei solchen Videos fehlt der Hinweis "In Prime enthalten". Stattdessen erscheint ein Preis zum Leihen oder Kaufen direkt am Film oder der Serie, versehen mit einem Button wie "Leihen ab … Euro" oder "Kaufen".

Auch diese unscheinbare Option ist Verbraucherschützern ein Dorn im Auge. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert, dass es für Verbraucher nicht auf den ersten Blick erkennbar sei, welche Leistungen in Prime Video enthalten sind und welche nicht. Kostenpflichtige Kauf- oder Leihangebote würden optisch oft fast identisch präsentiert wie kostenlose Inhalte, so die Verbraucherschützer. Gerade beim schnellen Durchklicken könne dadurch leicht der Eindruck entstehen, ein Film sei im Abo enthalten, obwohl später Gebühren berechnet werden.

3. Bei der mobilen Nutzung von Amazon Prime Video Geld sparen

Amazon Prime Video ist auch über die App auf dem Smartphone oder dem Tablet verfügbar. Viele Mobilfunkverträge sind aber an ein monatlich begrenztes Datenvolumen gekoppelt. Obwohl Anbieter inzwischen mehr Volumen zur Verfügung stellen als noch vor einigen Jahren, kann dieses durch Streaming schnell an seine Grenzen gelangen. Eine weitere Kostenfalle oder schlechtere Qualität: Manche Mobilfunkanbieter berechnen zusätzliche Gebühren, andere reduzieren die Geschwindigkeit. Wenn Letzteres passiert, laden Filme oder Serien nur noch langsam oder in mieser Qualität. 

Der Trick gegen unerwartete Mobilfunkkosten: Im Prime Video hast du die Möglichkeit, Filme und Serien im WLAN herunterzuladen, bevor du die Wohnung verlässt, und auf deinem Gerät offline zu schauen. So verbrauchst du unterwegs kein Datenvolumen. Gerade Bahnreisende kennen ärgerliche Funklöcher. Wenn du das Video direkt auf deinem Smartphone hast, musst du dir um diese keine Sorgen machen.

Wie lädt man in Prime Video Filme herunter? Nachdem du in der App das Video geöffnet hast, tippst du auf den Download-Button mit dem Pfeil nach unten. In den Einstellungen kannst du außerdem festlegen, in welcher Qualität der Inhalt gespeichert werden soll. Niedrigere Qualität spart Speicherplatz auf deinem Smartphone. Deine heruntergeladenen Filme und Serien findest du anschließend im Bereich "Downloads" und kannst sie jederzeit offline ansehen. Die Videos gehören nach wie vor nicht dir. Du kannst sie also nicht an einem beliebigen Speicherplatz oder in einer Cloud ablegen, sondern nur in der App ansehen. Sobald du den Film oder die Serie aus der App wieder löscht, ist der Speicherplatz deines Gerätes nicht mehr belastet.

4. Streaming-Qualität reduzieren und Daten sparen

Wenn du Filme oder Serien nicht herunterladen möchtest, etwa weil auf deinem Smartphone nicht genügend Speicherplatz frei ist, kannst du beim mobilen Streaming trotzdem Datenvolumen sparen. In der Prime-Video-App lässt sich die Streaming-Qualität nämlich individuell anpassen. Dafür öffnest du die Einstellungen und wählst bei der Videoqualität statt "Beste" einfach "Gut" oder "Mittel" aus.

In der Regel reichen diese Qualitäten auf dem Smartphone völlig aus, da der Unterschied auf kleineren Displays oft kaum auffällt. Und siehe da, der Datenverbrauch sinkt deutlich, wodurch dein monatliches Volumen weniger belastet wird.

Die Streaming-Qualität nach unten anzupassen, hat einen weiteren Vorteil: Der Akkuverbrauch sinkt. Um wie viel, hängt vom jeweiligen Gerät ab. Studien zeigen aber: Wer beim Streaming die Auflösung reduziert, kann den Energieverbrauch des Smartphones um etwa 10 bis 30 Prozent reduzieren.

5. Kauf-PIN aktivieren und Fehlkäufe verhindern

Ein einziger falscher Klick genügt oft schon, um einen Film zu leihen oder zu kaufen. Da die Kosten automatisch über das hinterlegte Zahlungsmittel abgerechnet werden, fällt der Fehler häufig erst später auf. Besonders wenn man das TV-Gerät Kindern überlässt, ist die Gefahr hoch.

In Prime Video hast du nicht nur die Möglichkeit, einen eigenen Account für Kinder einzurichten, damit diese nur altersgerechte Angebote abrufen können. Auch ein Kauf-PIN kann festgelegt werden. Vor jeder kostenpflichtigen Aktion muss dann zusätzlich ein Code eingegeben werden. Selbst wenn versehentlich auf einen kostenpflichtigen Inhalt geklickt wird, entsteht ohne Bestätigung keine Abbuchung. Auch wenn du selbst zu den "Schnellklickern" zählst, bist du dann vor Kostenfallen geschützt.

Um die Kauf-PIN einzurichten, musst du in der App oder im Browser in den Einstellungen den Bereich "Kindersicherung" oder "Einschränkungen" aufrufen. Dort kannst du eine mehrstellige PIN festlegen, die künftig bei jedem Kauf oder jeder Leihe abgefragt wird

6. Watchlist und Amazon-Bewertungen clever nutzen

Beim Durchforsten des riesigen Angebotes von Prime Video kann es sein, dass du nicht spontan den Film oder die Serie findest, auf die du gerade Lust hast. Um den Filmabend dennoch zu retten, besteht die Gefahr, als Alternative ein kostenpflichtiges Angebot zu wählen, obwohl etwas Passendes in Prime enthalten wäre.

Dem kannst du entgehen, wenn du die Watchlist nutzt. Angebote, die dich interessieren, speicherst du einfach in der Merkliste. Das hilft nicht nur, das Abendprogramm zusammenzustellen und die Videos schnell wiederzufinden. Amazon richtet auch Vorschläge für dich danach aus.

Auch die Bewertungsfunktion hilft dabei, den Algorithmus gezielt zu verbessern. Mit "Gefällt mir" oder "Gefällt mir nicht" lernt Prime Video, welche Inhalte du bevorzugst. Auch dadurch erreichen dich passende Vorschläge.

FAQ: Das solltest du über Amazon Prime Video wissen

  • Kann Prime Video auch getrennt von Amazon Prime gebucht werden? Nein, in Deutschland ist Prime Video Bestandteil der Mitgliedschaft bei Amazon Prime. Ein separates Prime-Video-Abo ohne Prime-Vorteile (wie kostenlosen Versand) bietet Amazon nicht an. 
  • Wie viel kostet Prime Video? Amazon Prime Video ist in der regulären Amazon-Prime-Mitgliedschaft enthalten. Diese kostet derzeit 8,99 Euro pro Monat oder 89,90 Euro pro Jahr. Seit 2024 schaltet Prime Video standardmäßig Werbung während Filmen und Serien. Wenn du komplett werbefrei streamen möchtest, musst du zusätzlich 2,99 Euro pro Monat bezahlen. Für Studierende, Auszubildende sowie junge Erwachsene zwischen 18 und 22 Jahren bietet Amazon vergünstigte Tarife an: Sie zahlen nach einer kostenlosen Testphase nur 4,49 Euro monatlich beziehungsweise 44,90 Euro pro Jahr (Stand: Mai 2026).
  • Wann kann Amazon Prime gekündigt werden? Amazon Prime kann jederzeit online im Kundenkonto gekündigt werden. Die Mitgliedschaft läuft anschließend bis zum Ende des bereits bezahlten Zeitraums weiter. Wenn du rechtzeitig kündigst, verhinderst du eine automatische Verlängerung des Abos.
  • Kann man Prime Video auf mehreren Geräten gleichzeitig nutzen? Ja, Amazon Prime Video kann gleichzeitig auf mehreren Geräten genutzt werden. Insgesamt lassen sich bis zu drei Inhalte parallel streamen. Derselbe Film oder dieselbe Serie kann allerdings meist nur auf zwei Geräten gleichzeitig angesehen werden. Nutzer können Prime Video unter anderem auf Smart-TVs, Smartphones, Tablets, Laptops oder Streaming-Sticks verwenden.
  • Überträgt Amazon Prime Video die Fußball-WM 2026? Nein, die Rechte für die Fußball-WM 2026 liegen bei Magenta TV. Die Spiele mit deutscher Beteiligung übertragen ARD und ZDF.
Vorschaubild: © Michi Jo Standl