Was ist die Flexirente? Neue Regeln für mehr Freiheiten im Ruhestand
Autor: Elisabeth von Sydow
Deutschland, Sonntag, 30. August 2026
Mit der Flexirente kann der Start in den Ruhestand individuell an die eigene Lebenssituation angepasst werden. Neue Regeln ab 2026 sorgen für mehr Freiheiten beim Hinzuverdienst und der steuerfreien Aktivrente.
Die Flexirente ist kein einzelnes Rentenprodukt, sondern ein gesetzlicher "Baukasten", mit dem du den Übergang vom Job in den Ruhestand individuell gestalten kannst – früher, später oder schrittweise.
Seit 2023 dürfen Altersrentner unbegrenzt hinzuverdienen, seit 2026 gibt es zusätzlich die steuerfreie Aktivrente von bis zu 2.000 Euro monatlich für Arbeitnehmer nach Erreichen der Regelaltersgrenze.
Was genau versteht man unter der Flexirente?
Unter der Flexirente fasst der Gesetzgeber verschiedene Möglichkeiten zusammen, Rente und Erwerbstätigkeit flexibel zu kombinieren. Du kannst dadurch den Rentenbeginn vorziehen, hinausschieben oder schrittweise in Teilrente gehen und gleichzeitig weiterarbeiten. Wichtig ist: Laut Sparkasse handelt es sich nicht um eine eigenständige Rentenart, sondern um ein Bündel an Regelungen, die laut Bundesregierung seit 2017 im sogenannten Flexirentengesetz verankert sind.
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Ein zentrales Element ist die Teilrente, bei der du nur einen bestimmten Prozentsatz (zwischen zehn und 99,99 Prozent) deiner vollen Rente beziehst und daneben weiterarbeitest. Das ermöglicht dir einen gleitenden Übergang ins Rentenalter, ohne abrupt aus dem Berufsleben auszusteigen. Zudem kannst du durch freiwillige Beiträge oder durch späteren Rentenbeginn deine spätere Vollrente erhöhen.
Seit 2023 gibt es keine Hinzuverdienstgrenzen mehr für Altersrentner – du darfst also unbegrenzt dazuverdienen, ohne dass deine Rente gekürzt wird. Und seit Januar 2026 profitieren Arbeitnehmer nach Erreichen der Regelaltersgrenze von der Aktivrente: Bis zu 2.000 Euro Arbeitslohn im Monat bleiben lohnsteuerfrei, was die Kombination aus Arbeit und Rente finanziell attraktiver macht.
Wann lohnt sich ein früherer Rentenstart?
Ein früherer Rentenstart ist möglich, sobald du das Mindestalter für eine vorgezogene Altersrente erreicht hast – in der Regel ab 63 Jahren, sofern du mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen kannst. Allerdings musst du dabei dauerhafte Rentenabschläge von 0,3 Prozent pro Monat in Kauf nehmen, also bis zu 14,4 Prozent bei maximalem Vorbezug. Für viele ist dieser Abschlag ein wesentlicher Nachteil, der sich über die gesamte Rentenbezugsdauer auswirkt.
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