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Teures Tanken: So schnell kann sich ein Elektroauto finanziell auszahlen


Autor: Christoph Eberle

Deutschland, Montag, 28. Sept. 2026

Tanken ist teuer - also lieber auf ein Elektroauto umsteigen? Ein Energieberater und die Automobilclubs ADAC und ACE zeigen, wie schnell sich das finanziell auszahlt.
Statt viel Geld für Benzin und Diesel zu zahlen auf ein Elektroauto umsteigen - lohnt sich das? (Symbolbild)


Die Preise für Benzin und Diesel bewegen sich aktuell auf Rekordniveau. Während die Bundesregierung an einem Tankrabatt arbeitet, überlegt so mancher Autofahrer, ob er nicht gleich anders bei den Spritkosten spart und auf ein Elektroauto wechselt. Schließlich macht eine Förderung von bis zu 6000 Euro Kauf und Leasing eines Neuwagens zusätzlich attraktiv. Aber lohnt sich das immer? Und wenn ja, wie schnell? 

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Energieberater: Oft lohnt sich der Kauf eines Elektroautos schon ab dem ersten Tag

Daniel Eisel, Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern und nach eigenen Angaben langjähriger E-Mobilist, hat dazu eine klare Meinung: "Wenn der Neuwagen zum selben Preis wie der Verbrenner angeschafft werden kann, lohnt sich dies ab dem ersten Tag!", sagt er. Und das sei inzwischen - nicht nur wegen der aktuellen Förderung - häufig der Fall.

Welche Kosten sollte man vergleichen?

"Bei einem wirtschaftlichen Vergleich sollten nicht nur Anschaffungspreis, Energiekosten und jährliche Fahrleistung betrachtet werden", sagt Svea Hagen, Pressereferentin beim Auto Club Europa e.V.  (ACE). Einbezogen werden sollten auch der Wertverlust während der Haltedauer, Service- und Reparaturkosten, Versicherung und Kfz-Steuer. Beim Elektroauto kommen gegebenenfalls Kosten für Wallbox, Installation oder Anschluss hinzu. Kostenmindernd kann eine mögliche Förderung und die THG-Prämie wirken. 

  • Beim Kauf ist laut der ACE-Sprecherin außerdem der voraussichtliche Wiederverkaufswert am Ende des Betrachtungszeitraums relevant.
  • Beim Leasing spielen Monatsrate, Sonderzahlung und Schlussrate eine Rolle. 

Im Vergleich: Kosten für Verbrenner VW Golf vs. Elektro-Pendant ID.3

Die Autoclubs ADAC und ACE haben durchgerechnet, wie stark sich die laufenden Kosten bei einem Elektroauto gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner unterscheiden:

Neuwagen:

Der ADAC verglich dabei einen neuen VW Golf 1.5 TSI Trend (Grundpreis: knapp 30.000 Euro) mit einem VW ID.3 Neo (Grundpreis: knapp 34.000 Euro). Weitere Annahmen: Haltedauer 5 Jahre, je 15.000 Kilometer und ein Spritpreis von 2,12 Euro/Liter Super und Strompreis von 18 Cent/kWh zuhause bei Laden an der heimischen Wallbox mit teilweiser PV-Nutzung.

Auto Wertverlust  Fixkosten Betriebskosten Kosten/Monat
Golf 332 116 166 680
ID.3 neo 424 127 82 701

Fazit von ADAC-Sprecher Fabian Faehrmann: "Die Berechnungen zeigen, dass der ID.3 durch den höheren Anschaffungspreis und in der Folge höheren Wertverlust kostentechnisch zunächst im Nachteil ist." Dieser relativiere sich immer mehr, wenn entweder der Strompreis gering ist oder die Laufleistung steige. Ebenfalls noch nicht mit eingerechnet ist die Förderung. "Wenn man diese bekommt, verschiebt sich das Ganze nochmal mehr zu Gunsten des ID.3", sagt er.

Gebrauchtwagen:

Der ACE verglich einen gebrauchten VW Golf mit einem VW ID.3 bei 1,90 Euro/Liter Spritpreis anhand verschiedener Jahresfahrleistungen.  

• 10.000 Kilometer: Gesamtkosten pro Monat Golf = 434 Euro vs. ID.3 = 400 Euro 
• 15.000 Kilometer: Gesamtkosten pro Monat Golf = 487 Euro vs. ID.3 = 432 Euro 
• 20.000 Kilometer: Gesamtkosten pro Monat Golf = 540 Euro vs. ID.3 = 464 Euro

Bei aktuellen Spritpreisen von 2,30 Euro/Liter verschiebe sich das Verhältnis folgendermaßen:

• 10.000 Kilometer: Gesamtkosten pro Monat Golf = 456 Euro vs. ID.3 = 400 Euro 
• 15.000 Kilometer: Gesamtkosten pro Monat Golf = 521 Euro vs. ID.3 = 432 Euro 
• 20.000 Kilometer: Gesamtkosten pro Monat Golf = 585 Euro vs. ID.3 = 464 Euro 

Fazit von ACE-Sprecherin Svea Hagen: "Es zeigt sich, dass der Kostenvorteil des Elektroautos mit steigender jährlicher Fahrleistung wächst. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 Kilometer liegt der Preisvorteil der elektrischen Variante aufs Jahr gerechnet bei den aktuellen Spritpreisen bei 1452 Euro".  

Auch gebraucht gibt es für die meisten ein passendes E-Modell

Bei Gebrauchtwagen gebe es mittlerweile ebenfalls eine breite Auswahl an E-Fahrzeugen. Hier müssen laut Energieberater Daniel Eisel aber die individuellen Bedürfnisse zum Auto passen. "Es gibt vermutlich für die allermeisten auch ein passendes E-Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt - von klein bis groß, familientauglich bis Sportwagen", sagt er. In einer bestimmten Konstellation sieht der begeisterte E-Mobilist den Umstieg auf ein gebrauchtes Elektroauto aber aktuell noch als schwierig an. Allein die Reichweiten-Angst sollte dabei aber in der Regel kein Kriterium mehr sein.