Diese Maßnahme ist bis 2028 befristet und gilt für rund 90 Wirtschaftsbereiche mit rund 9.500 Unternehmen. Mit dem Industriestrompreis will die Bundesregierung zudem Investitionen in moderne, klimafreundliche Produktion anstoßen.
Wie hoch ist der Strompreis in allen G-20-Staaten konkret?
Deutschland liegt im Ranking der Industrienationen (G20‑Staaten) mit 36,60 Cent pro kWh eindeutig vorn. Die Strompreise in Deutschland zählen damit weiterhin zu den höchsten der Welt. In Frankreich kostet eine kWh 23,3 Cent, in den USA 18,3 Cent und in Kanada 10,6 Cent. Noch günstiger ist Strom in China mit 6,7 Cent, in der Türkei mit 6,6 Cent und in Indien mit 6,3 Cent. Saudi-Arabien liegt mit 4,6 Cent pro kWh am unteren Ende der Skala.
Der große Vergleich der Strompreise* in den G-20-Staaten in Eurocent je kWh im Jahr 2026:
- Deutschland: 36,60 Cent
- Italien: 34,50 Cent
- Großbritannien: 32,44 Cent
- Südafrika: 24,00 Cent
- Australien: 24,37 Cent
- Südafrika: 23,56 Cent
- Frankreich: 23,30 Cent
- Japan: 18,94 Cent
- USA: 18,30 Cent
- Brasilien: 16,09 Cent
- Argentinien: 12,19 Cent
- Südkorea: 11,16 Cent
- Kanada: 10,63 Cent
- Mexiko: 10,46 Cent
- Russland: 7,63 Cent
- Indonesien: 7,08 Cent
- China: 6,72 Cent
- Türkei: 6,59 Cent
- Indien: 6,30 Cent
- Saudi-Arabien: 4,58 Cent
*Datenquellen: GlobalPetrolPrices, Verivox, eigene Recherche
Wie setzt sich der Strompreis in Deutschland zusammen?
Wie erklärt sich Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, dass die Strompreise so hoch sind? "Die Strompreise in Deutschland gehören also zu den höchsten weltweit. Das liegt auch daran, dass die Stromproduktion selbst nur etwa ein Drittel des Strompreises für Haushalte ausmacht. Zwei Drittel entfallen auf Stromnetzgebühren sowie Steuern, Abgaben und Umlagen".
Ein wesentlicher Treiber der hohen Stromkosten in Deutschland ist also eine hohe Steuer- und Abgabenlast. Laut Verivox-Daten entfallen aktuell über 60 % des Strompreises auf Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte. Für den Grünen-Politiker Michael Kellner belegen die Zahlen von Verivox: "Deutschland hat die höchsten Strompreise, und das liegt an der hohen Abgabenlast". So Kellner in der ARD-Tagesschau.
Im Januar 2026 setzte sich der Strompreis in Deutschland auf der Grundlage von Daten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wie folgt zusammen:
- 41 % machen die Beschaffung und der Vertrieb des Stroms aus.
- 34 % entfallen auf Steuern, Abgaben und Umlagen.
- 25 % auf die gesetzlich regulierten Netzentgelte und die Kosten für den Messstellenbetrieb (Service und Dienstleistungen der Lieferanten).
Apropos steigende Energiekosten: Haushalte müssen 2026 auch beim Heizöl tief in die Tasche greifen. Viele Besitzer von Ölheizungen stehen bei aktuellen Höchstpreisen vor einer schwierigen Entscheidung: bestellen oder warten?
Sind die Preistreiber die hohen Steuern und Abgaben?
Beschaffung und der Vertrieb:
- Das sind die Kosten für die Erzeugung und den Einkauf von Strom an der Börse. Der Einkaufspreis ist abhängig vom Markt.
- Die Anbieter kaufen den Strom zu möglichst optimalen Zeitpunkten an der Strombörse. Das gelingt allerdings nicht allen und nicht immer.
- Er enthält auch die Gewinnmarge, Verwaltung und den Vertrieb des jeweiligen Stromanbieters.
Steuern, Abgaben und Umlagen:
Gesetzlich regulierte Netzentgelte und die Kosten für den Messstellenbetrieb:
- Diese Kosten sind gesetzlich reguliert und festgeschrieben.
- Mit den Netzentgelten werden die Stromnetze betrieben und ausgebaut.
- Diese Entgelte werden von den Netzbetreibern erhoben und über den Strompreis an die Stromkunden weitergegeben.
- Auch die Gebühren für den Zähler (Betrieb, Wartung, Messung) sind hierin enthalten.
Die Bundesregierung will die feste Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen abschaffen. Zudem plant die Bundesnetzagentur eine zusätzliche Gebühr. Für viele Haushalte stellt sich daher die Frage: Lohnt es sich überhaupt noch, umzurüsten?
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