Auch kleine Balkonkraftwerke müssen laut Verbraucherzentrale angemeldet werden – aber das Verfahren wurde vereinfacht. In der Regel reicht eine Eintragung im Marktstammdatenregister, eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt oder ist stark vereinfacht. Achte darauf, dass du nur zertifizierte, vorkonfigurierte Systeme verwendest. Lies die Montageanleitung genau und halte Sicherheitsabstände ein. Prüfe zudem, ob dein Zähler rückwärtslaufen kann – sonst muss der Netzbetreiber ihn austauschen. Bei Unsicherheit, etwa zur Belastbarkeit deiner Hausinstallation, kann eine Elektrofachkraft deine Situation prüfen und dir für dein Zuhause eine passende Auslegung empfehlen.
Lohnt sich der Solarstrom vom Balkon?
Ein Balkonkraftwerk-Komplettset bekommst du je nach Größe, Hersteller und Ausstattung meist im Bereich von rund 400 bis 1.500 Euro. Seit Wegfall der Mehrwertsteuer auf viele PV-Komponenten sind Anlagen deutlich günstiger geworden. Ob sich eine Investition für dich lohnt, ist abhängig von verschiedenen Faktoren.
Ein Faktor ist, wie viel Sonne dein Balkon oder Montageort abbekommt (Ausrichtung, Verschattung). Auch wie hoch dein Haushaltsstrompreis ist und wie gut du den Solarstrom zeitgleich verbrauchst (Grundlast) sind entscheidend. Bei guter Lage und typischen Strompreisen kann sich ein modernes Balkonkraftwerk schon nach 1 bis 2 Jahren amortisieren, während die Module deutlich länger Strom liefern können.
Ein Balkonkraftwerk bringt dir mehrere Vorteile. Du senkst laufende Stromkosten, weil du einen Teil deines Verbrauchs selbst deckst. Zudem machst du dich ein Stück unabhängiger von zukünftigen Strompreissteigerungen. Zusätzlich lernst du deinen eigenen Stromverbrauch besser kennen – viele Systeme haben Apps oder Energiemanager, mit denen du Erzeugung und Verbrauch live beobachten kannst. Das motiviert oft, insgesamt sparsamer und bewusster mit Energie umzugehen. Weiterhin reduzierst du indirekt die CO₂-Emissionen, da mehr Strom aus erneuerbaren Quellen, in diesem Fall aus Sonnenenergie, genutzt wird.
Auswahl eines passenden Systems
Ganz ohne Herausforderungen kommt Balkonsolar aber nicht aus. Zu den häufigsten Stolpersteinen gehört die fehlende Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft. Aber auch eine ungünstige Lage (Nordbalkon, starke Verschattung) sowie unklare Zähler- und Sicherungssituation im Haus können zu Problemen führen.
Auch solltest du die Leistungsgrenzen und Anschlussnormen einhalten, um Überlastungen von Leitungen und Steckdosen zu vermeiden. Und: Balkonkraftwerke decken in der Regel nur einen Teil deines Verbrauchs – für eine vollständige Autarkie benötigst du eine größere Dachanlage mit entsprechendem Planungsaufwand.
Beim Kauf eines Balkonkraftwerks helfen dir Testberichte und Vergleichsseiten, die verschiedene Sets nach Leistung, Effizienz, Montageoptionen, Garantie und Kundenbewertungen gegenüberstellen. Achte auf zertifizierte Wechselrichter mit passenden Schutzfunktionen und ein zu deinem Balkon passendes Montagesystem. Zudem sollten realistische Leistungsangaben und transparente Garantiebedingungen gewährleistet sein. Seriöse Anbieter liefern Informationen zu Normen, Anmeldung und Sicherheit und bieten im Idealfall Support bei der Auswahl und Inbetriebnahme. So holst du aus deinem Balkonkraftwerk das Beste heraus – und dein Balkon wird zur kleinen persönlichen Solaranlage.
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