Solarstrom aus dem Balkonkraftwerk ist grüner Strom für den Eigenbedarf. Das ist nicht nur praktisch und umweltfreundlich, sondern schont langfristig auch den Geldbeutel.
Solarstrom vom Balkon macht dich ein Stück unabhängiger vom Strompreis – und ist inzwischen für Mieterinnen, Mieter und Eigentümer recht einfach umsetzbar. Mit einem passenden Balkonkraftwerk senkst du deine Stromkosten, nutzt deinen Balkon sinnvoll und leistest gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz.
Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk (oft "Steckersolar-Gerät" genannt) ist eine kleine Solaranlage, die ein oder mehrere PV-Module, einen Wechselrichter und meist ein Montagesystem umfasst. Den erzeugten Strom speist du direkt über eine Steckdose in dein Wohnungsnetz ein und verbrauchst ihn im Alltag, etwa für Kühlschrank, Waschmaschine, Router oder Stand-by-Geräte. Die Anlagen sind auf Eigenverbrauch ausgelegt und ersetzen einen Teil deines Bezugs aus dem öffentlichen Netz. Überproduktion fließt zwar technisch ins Netz, wird aber normalerweise nicht separat vergütet – die Ersparnis entsteht vorwiegend dadurch, dass du weniger Strom einkaufen musst.
Steckersolar-Geräte bestehen in der Regel aus ein bis vier Solarmodulen, einem Wechselrichter, der Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt, einem Montagesystem (z. B. für Balkon, Flachdach oder Gartenaufständerung) sowie Anschlusskabeln mit Stecker.
In Deutschland sind bei Balkonkraftwerken üblicherweise bis zu 2000 Watt Modulleistung und 800 Watt Wechselrichterleistung zulässig. Seit der neuen Norm DIN VDE V 0126-95 (für Geräte ohne Speicher) ist unter bestimmten Sicherheitsauflagen auch der Anschluss über einen herkömmlichen Schutzkontaktstecker (Schukostecker) normkonform, solange die Modulleistung 960 Watt nicht überschreitet. Größere Anlagen sollen über spezielle Einspeisesteckdosen laufen. Wichtig bleiben aber in jedem Fall ein geeigneter Stromzähler (idealerweise Zweirichtungszähler), die fachgerechte Dimensionierung des Stromkreises sowie eine sichere Befestigung der Module, damit bei Sturm nichts herabfallen kann.
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Wer darf ein Balkonkraftwerk nutzen?
Grundsätzlich können sowohl Hauseigentümer als auch Wohnungseigentümerinnen und Mieter ein Balkonkraftwerk betreiben. Wichtig ist, dass du einen geeigneten Montageort hast – etwa Balkonbrüstung, Terrasse, Fassade oder Garagendach – und die Befestigung sicher ausgeführt wird.
Als Mieterin oder Mieter benötigst du in der Regel die Zustimmung des Vermieters, vor allem wenn in die Bausubstanz eingegriffen wird oder die Optik der Fassade betroffen ist. Seit neuen gesetzlichen Erleichterungen dürfen Vermietende ein Balkonkraftwerk aber nicht mehr pauschal verbieten, sondern benötigen triftige Gründe für eine Ablehnung. Eigentümerinnen und Eigentümer in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) sollten eine Installation mit der Gemeinschaft abstimmen, wenn das äußere Erscheinungsbild des Hauses betroffen ist.
Auch kleine Balkonkraftwerke müssen laut Verbraucherzentrale angemeldet werden – aber das Verfahren wurde vereinfacht. In der Regel reicht eine Eintragung im Marktstammdatenregister, eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt oder ist stark vereinfacht. Achte darauf, dass du nur zertifizierte, vorkonfigurierte Systeme verwendest. Lies die Montageanleitung genau und halte Sicherheitsabstände ein. Prüfe zudem, ob dein Zähler rückwärtslaufen kann – sonst muss der Netzbetreiber ihn austauschen. Bei Unsicherheit, etwa zur Belastbarkeit deiner Hausinstallation, kann eine Elektrofachkraft deine Situation prüfen und dir für dein Zuhause eine passende Auslegung empfehlen. Die besten Anbieter für Mini-PVs haben wir hier zusammengestellt.