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Rente im Ruhestand: So viel Geld brauchen Sie wirklich für ein entspanntes Leben


Autor: Elisabeth von Sydow

Deutschland, Freitag, 30. Oktober 2026

Wie viel Geld braucht man im Ruhestand wirklich? Die gesetzliche Rente reicht oft nicht für ein unbeschwertes Leben aus. Wichtig ist, frühzeitig zu planen und zu sparen.
Genug Geld im Ruhestand sollte für ein komfortables Leben verfügbar sein.


Wie viel Geld brauchen Sie im Ruhestand wirklich, um entspannt zu leben? Die gesetzliche Rente reicht für viele nicht aus – im schlimmsten Fall fehlen mehrere Hunderttausend Euro. Eine Rechnung im ARD-Finanzformat 50k auf YouTube zeigt, wie Sie Ihre persönliche Rentenlücke ermitteln und rechtzeitig dagegen vorsorgen.

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Kürzlich berichteten wir über den 65-jährigen Siggi aus Treuchtlingen aus dem mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Er zahlte 51 Jahre – sein ganzes Berufsleben lang – in die Rentenkasse ein. Als er im Dezember 2025 in Rente geht, reicht es trotzdem nicht. Nur 1300 Euro bekommt er, gerade genug, um seine Wohnung zu bezahlen. Alles andere – Strom, Essen, Kleidung – muss er über eine 40-Stunden-Woche als Greenkeeper in einem Golfclub finanzieren – trotz der Berentung. Als auch noch Krebs dazu kam, war er auf die Unterstützung durch eine Spendenaktion angewiesen.

Wie viel Geld brauchen Sie im Ruhestand?

Gute Restaurants, die Welt sehen, Zeit für Familie und Hobbys: Im Ruhestand haben viele Menschen endlich Raum für das, was im Berufsalltag zu kurz kam. Doch ein komfortables Leben kostet – und wer nur auf die gesetzliche Rente setzt, muss im Alter möglicherweise stark einschränken. Wie hoch Ihr Bedarf ausfällt, hängt stark von Ihren persönlichen Gewohnheiten ab, betont Olaf Stotz von der Frankfurt School of Finance and Management im ARD-Finanzformat 50k.

Wer viel unterwegs ist, braucht oft mehr Geld als während des Arbeitslebens; wer im eigenen Garten entspannt, kommt womöglich mit weniger aus. Als grobe Orientierung gilt: Etwa 80 Prozent des letzten Nettogehalts genügen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Der Grund: Rentenbeiträge und private Altersvorsorge fallen als Rentner nicht mehr an. Rund 20 Prozent der bisherigen Ausgaben entfallen damit.

Diese Faustregel ist jedoch nur ein Startpunkt. Ihr tatsächlicher Geldbedarf im Ruhestand hängt von Wohnsituation, Gesundheit, Freizeitgewohnheiten und weiteren Einnahmen ab. Deshalb lohnt es sich, früh eine realistische eigene Rechnung aufzustellen.

Wie finden Sie Ihre persönliche Rentenlücke?

Der erste Schritt ist ein Blick in Ihre jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Dort steht eine Prognose Ihrer späteren Bruttorente. Davon müssen Sie Kranken- und Pflegeversicherung sowie mögliche Steuern abziehen, übrig bleibt Ihre voraussichtliche Nettorente. Von Ihrem angenommenen Bedarf ziehen Sie nun diese Nettorente ab. Das Ergebnis ist Ihre Rentenlücke: der Betrag, der jeden Monat aus anderer Quelle kommen muss. Private Renten, Betriebsrente oder Mieteinnahmen rechnen Sie selbstverständlich gegeneinander.

Wichtig ist außerdem die Inflation. Sie senkt die Kaufkraft Ihres Geldes Jahr für Jahr und kann eine anfänglich ausreichende Rente mit der Zeit zu knapp machen. Eine vorausschauende Altersplanung bezieht neben den heutigen Preisen auch mögliche Kostensteigerungen in der Zukunft ein. Ein Rechenbeispiel aus dem 50k-Video macht das deutlich: Bei 4.500 Euro Bruttogehalt monatlich bleiben rund 3.000 Euro netto. Nach der 80-Prozent-Regel wären das 2.400 Euro Bedarf im Alter – heute.

Wer heute 30 ist, muss anders kalkulieren: Bei einer angenommenen jährlichen Inflation von zwei Prozent wären im Ruhestand rund 4.347 Euro netto nötig, um den heutigen Lebensstandard zu halten. Die gesetzliche Rente liegt in diesem Szenario nach mindestens 35 Beitragsjahren und einer jährlichen Rentensteigerung von 1,7 Prozent dagegen nur bei etwa 2.026 Euro netto. Es bleibt also eine Lücke von mindestens 2.321 Euro pro Monat. Weil die Inflation in diesem Beispiel schneller steigt als die Rente, wächst die Lücke im Laufe des Ruhestands tendenziell weiter. Diesen Kaufkraftverlust müssen Sparer durch zusätzliches Vermögen ausgleichen, erklärt Stotz.

Wie viel Kapital müssen Sie ansparen?

Für die grobe Planung eignet sich die 25x-Faustregel. Sie multiplizieren Ihre monatliche Rentenlücke mit 12 und anschließend mit dem Rentenfaktor 25. Der Rentenfaktor beschreibt, wie viel monatliche Rente ein Anbieter pro angespartem Kapital zahlt.

Bei einem Rentenfaktor von 25 erhalten Sie für 10.000 Euro Kapital rund 25 Euro Rente im Monat, also 300 Euro im Jahr. Der Faktor hängt unter anderem von der Lebenserwartung und dem Zinsniveau ab: Je länger die Auszahlungsphase und je niedriger die Zinsen, desto niedriger fällt er meist aus. Manche Verträge liegen daher auch bei 30.

Für das Beispiel bedeutet das: 2.321 Euro mal 12 ergibt 27.852 Euro pro Jahr. Multipliziert mit 25 benötigt man rund 696.300 Euro – also fast 700.000 Euro zusätzliches Kapital. Diese Zahl ist eine Orientierung, keine Garantie: Betriebsrente, Erbschaft, frühere Sparraten und Ihr individueller Bedarf können das Ergebnis deutlich verändern.

Wie bauen Sie Ihre Altersvorsorge auf?

Die gute Nachricht: Je früher Sie Ihre Rentenlücke kennen, desto mehr Zeit haben Sie, sie zu schließen. Beim langfristigen Anlegen hilft der Zinseszinseffekt: Erträge erzeugen weitere Erträge, sodass Ihr Vermögen mit den Jahren immer schneller wächst. Diesen exponentiellen Effekt unterschätzen viele Menschen.

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Mit einem langen Anlagehorizont können Sie stärker in Aktien oder ETFs investieren. Vorübergehende Schwankungen fallen weniger ins Gewicht, weil Sie genug Zeit haben, zwischenzeitliche Verluste auszusitzen. Auch Dividendenwerte können ein Baustein einer breit gestreuten Altersvorsorge sein.

Entscheidend sind ein früher Start, regelmäßiges Sparen und eine Strategie, die zu Ihrem Risikoprofil passt. Wer seine Rente im Ruhestand sichern will, sollte die eigene Rentenlücke regelmäßig prüfen und die Vorsorge daran ausrichten.