Beamte sollen "verstehen", wie Rente funktioniert - Ende der "Besserbehandlung"
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Dienstag, 03. März 2026
Experten fordern, Beamte in die gesetzliche Rente einzubeziehen - für mehr Gerechtigkeit. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ordnet Folgen ein.
Die Diskussion ist nicht neu. Wenn es darum geht, ob Beamte mit in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen oder nicht, dann gibt es immer viel Redebedarf. Ganz aktuell hat sich Ökonom und Rentenexperte Axel Börsch-Supan dazu geäußert. Für ihn ist klar, dass die Pensionen weg müssen.
Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) erklärt er dazu: "Ich halte das für sehr sinnvoll, und zwar aus dem einfachen Grund, dass Beamte verstehen sollen, wie die gesetzliche Rente funktioniert." In seinen Augen tun sie das "nämlich nicht, weil sie ein ganz anderes System haben, aber sie sind ja immerhin für unseren Staat zuständig."
Beamte in der gesetzlichen Rente: Eine Frage der Gerechtigkeit?
Im Mai 2025 hatte Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) das Thema wieder angestoßen. Der Streit um die Reform kochte hoch. Wenig Verständnis kam damals aus den Reihen des Deutschen Beamtenbundes (dbb). Auch auf Nachfrage von inFranken.de gab es eine klare Absage an die Überlegungen. Silberbach, dbb Bundesvorsitzender: "Einer Zwangs-Einheitsversicherung erteilen wir eine klare Absage."
Für Börsch-Supan sei bei seiner Forderung ein ganz wesentlicher Punkt, es "ein dauerndes Gefühl in unserer Gesellschaft" gebe, "dass das ungerecht ist". Börsch-Supan: "Und dann sollte man diese Ungerechtigkeit auch abschaffen."
Zur Diskussion stellt der Ökonom allerdings die Ansicht, dass es durchaus nicht so richtig sinnvoll sein könnte, diesen Schritt aus finanzieller Sicht zu gehen. Gegenüber der SZ erklärt er dazu, es sei "allerdings ein Verlustgeschäft: die Beamten leben länger und belasten daher die Rentenversicherung." Und dennoch sei er ein Befürworter, denn "dann wäre das dauernde Unbehagen über die Besserbehandlung der Beamten erledigt". Und das, so heißt es im Bericht, halte er für "wichtig, auch wenn es Geld kostet".
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung ordnet mögliche Folgen ein
Auf Nachfrage von inFranken.de hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) auf die Erläuterungen ihrer Rentenexperten verwiesen. Grundsätzlich betrachtet das DIW dabei neben der Gruppe der Beamten auch die Gruppe der Selbstständigen.
Und dabei gilt: "Eine Einbeziehung neuer Gruppen in die gesetzliche Rentenversicherung führt zunächst zu zusätzlichen Einnahmen im Umlageverfahren, da aus diesen Gruppen selbst noch niemand eine Rente bezieht. Dieser sogenannte "Einführungsgewinn" könnte die Rentenkassen über Jahrzehnte entlasten, da es lange dauert, bis neue Rentenanwartschaften aufgebaut sind."