Druckartikel: Tabaksteuererhöhung soll noch drastischer kommen - das ist der Plan

Tabaksteuererhöhung soll noch drastischer kommen - das ist der Plan


Autor: Karin Seibold

Deutschland, Samstag, 10. Oktober 2026

Eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer soll kommen: Der Widerstand in der Union gegen diese Pläne scheint nach einem Bericht der Bild zu bröckeln. Was auf Raucher zukommt.
Der Zigarettenverkauf bleibt ein Milliardengeschäft in Deutschland. (Symbolbild)


Rauchen ist ungesund und teuer - darüber sind sich viele einig. Dennoch wird mit Zigaretten jährlich ein Milliardengeschäft gemacht. Und das soll noch steigen: Schon 2027 müssen sich Raucher auf höhere Kosten einstellen. Denn Rauchen soll nochmal deutlich teurer werden. Das berichtet die Bild und beruft sich auf Informationen aus eigenen Quellen. "Nach Bild-Informationen war Fraktionschef Thorsten Frei (53) am Dienstag zu Gast bei der Arbeitsgruppe Finanzen seiner Fraktion, erfuhr dort erneut heftige Kritik – setzte sich am Ende aber durch!", heißt es in einem Bericht.

Preis pro Schachtel könnte auf über elf Euro steigen

Schon im Juli hatte die Bundesregierung einen Gesetzentwurf beschlossen, der von 2027 bis 2030 jedes Jahr eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer vorsieht. Die Union will nun aber noch höhere Steuersätze auf Tabakprodukte als ohnehin schon geplant. "Nur die Preise für Feinschnitt sollen vor der 2. und 3. Lesung des Gesetzes im Bundestag noch einmal diskutiert werden, bevor das Gesetz formal beschlossen wird", schreibt die Bild.

Aktuell werden für eine Schachtel mit 20 Zigaretten rund acht Euro fällig. 2027 könnte dieser Preis schon auf 9,10 Euro steigen, wie auch ntv.de schreibt. Im Jahr 2030 würde die Packung dann durchschnittlich 11,78 Euro kosten. 

Wie die Welt schreibt, sollen die geplanten Steuererhöhungen dem Staat in den kommenden vier Jahren rund 11,6 Milliarden Euro mehr einbringen. "Nach Berechnungen des Finanzministeriums könnten die Gesamteinnahmen aus der Tabaksteuer 2030 bei rund 21,3 Milliarden Euro liegen", heißt es.

Tabakverband bezweifelt steigende Mehreinnahmen für den Staat

Kritik gibt es in Sachen Tabaksteuererhöhung vom Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE). In einer Pressemitteilung erklärt der Verband, dass bei steigenden Steuern und Preisen in Deutschland an den Grenzen verschärfte Kontrollen nötig werden würden. Demnach, so heißt es, warnt die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft BDZ vor einer erheblichen zusätzlichen Belastung des Zolls und hält bis zu 3.000 zusätzliche Stellen für erforderlich. Die Tabak-Befürworter rechnen vor, dass auch in anderen Ländern Steuereinnahmen sanken, als die Tabaksteuer dort erhöht wurde. "In Frankreich sanken die Einnahmen aus der Tabakverbrauchsteuer von 13,25 Milliarden Euro 2023 auf 12,69 Milliarden Euro 2025; für 2026 werden nur noch 11,66 Milliarden Euro erwartet", heißt es dazu. 

18 Prozent der erwachsenen Deutschen sind Raucher

In Deutschland rauchen laut Bundesgesundheitsministerium rund 18 Prozent der Männer und Frauen ab 18 Jahren. Bei den Jugendlichen, so heißt es, ist zuletzt ein Anstieg der Raucher-Quote zu beobachten: 2025 gaben knapp 10 Prozent der Jugendlichen an, Raucher oder Gelegenheitsraucher zu sein. Laut Robert Koch Institut (RKI) sterben jährlich rund 127.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens. 

So teuer kommt das Laster die Betroffenen

Und: Auch die finanziellen Folgen sind für Raucher deutlich spürbar. Wie Berechnungen der Mediengruppe Bayern zeigen, kommt ein Raucher bei einem Konsum von 20 Zigaretten täglich und einem Schachtel-Preis von rund 9 Euro im Jahr auf mehr als 3200 Euro für Tabakprodukte. 

Hilfestellung und Tipps, die in ein rauchfreies Leben führen, gibt es viele. Das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit sind nur zwei Stellen, an die man sich wenden kann. Auch viele Krankenkassen bieten Unterstützung für den Weg in ein gesundes und tabakfreies Leben an. Wer es - wie viele andere auch - allein nicht schafft, kann sich dort Hilfe holen. Die Angebote gehen von Unterstützung durch Verhaltenstherapie und Nikotinersatztherapie, medikamentöse Unterstützung über Akupunktur bis hin zu Hypnose. 

Dass sich das lohnt, auch da sind sich viele einig. "Wer auf Alkohol und Zigaretten verzichtet, dazu nur wenig rotes Fleisch und Wurst isst und auf ein normales Gewicht achtet, lebt bis zu 17 Jahre länger", erklärt beispielsweise das Deutsche Krebsforschungszentrum. Und auf dem Portal rauch-info.de des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit heißt es: "Die Lebenserwartung von Rauchenden im Alter zwischen 40 und 79 Jahren war im Schnitt etwa zwölf (Frauen) bis 13 Jahre (Männer) geringer als bei Nichtrauchenden. Rauchen verkürzt die (statistische) Lebenserwartung demnach sehr stark." Wer es schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, halbiert demnach sein Sterberisiko.